Aus dem Kirchseeoner Gemeinderat

An der Wurzel gepackt

Erste Sitzung des Marktgemeinderats in Kirchseeon nach der Winterpause, dort ging es um Grundlegendes: Baumfällungen oder erhalten?

Kirchseeon – Laut Tagesordnung vom 13. Januar ging es um den Schutz von so genannten erhaltenswerten und ortsbildenden Bäumen. In diesem Fall derer in Eglharting. Und ortsbildprägend sind sie, das ist einer Linde, einer Esche, einer Buche sowie einer Eiche wahrlich anzusehen. Sie befinden sich an der Hauptstraße. Einem Bauvorhaben, das ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage sowie drei Einzelhäuser mit Garagen vorsieht, war bereits vor zwei Jahren zugestimmt worden. Ursprünglich sollten die drei Bäume auf der Westseite des Grundstücks erhalten bleiben, lediglich der Linde auf der gegenüber liegenden Seite sollte es an den Kragen gehen. Damit hätte man leben können, auch wenn Sitzungsleiter Udo Ockel bemerkte, dass dieser Baum mit Abstand der schönste von den genannten sei. Doch die von den überhängenden Ästen der zu erhaltenden Großpflanzen belästigte Nachbarin reichte beim Amtsgericht Klage ein, man soll quasi alles, was über die Grundstücksgrenze reinragt abschneiden. In einem Versäumnisurteil wurde ihr im März 2013 Recht gegeben: Weg mit dem Überhang. Zwar Einvernehmen von allen Seiten, dass nach dem gerichtlich angeordneten massiven Rückschnitt die Bäume eingehen würden; trotzdem, erst nachdem sich die Kirchseeoner Verwaltung noch einmal (dagegen) einmischte, konnte ein Begehungstermin mit den Kontrahenten vereinbart werden. Aber auch ein einstündiges Gespräch vor Ort brachte keine endgültige Klärung. Im Gemeinderat sollte nun diskutiert und abgestimmt werden, ob denn ein Kompromiss möglich sei. Linde und Esche (ortsbildprägend, aber nicht geschützt) sollen an der Wurzel gepackt werden, die Eiche (geschützt) ebenso. Dafür darf aber die geschützte Buche stehen bleiben. Dieser Vorschlag fand eine große Mehrheit im Gremium; auch die anwesenden „Konfliktparteien“ nickten quasi stillschweigend zu. Dass dies in Zukunft nicht der einzige Streitfall mit derartigen Baumriesen bleiben wird, ist so zu sagen offensichtlich. Denn angesichts zunehmender Bebauungsverdichtung seien derart große Bäume einfach ein Unding, wie Mary Wollny, die 2. Bürgermeisterin, feststellte: „Ich weiß, wovon ich rede...“ osw

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