Der Kilt-Botschafter

Zorneding: Der Mann im Schottenrock

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Der Kilt-Botschafter Horst Sammet, wie er sich am wohlsten fühlt: Im Schottenrock.

Zeit wird´s, die Hosen zu vergessen. Hallo besuchte den Kilt-Botschafter Horst Sammet aus Zorneding.

Zorneding – Es war auf der Heim- und Handwerkmesse 2003. Dort sah Horst Sammet auf dem Stand eines Händlers aus Edinburgh einen Schottenrock. Der Zornedinger war begeistert. Inspiriert ging er nach Hause und beschäftigte sich mit den karierten Wickelröcken. Geburtsstunde einer Leidenschaft. 

Inzwischen nennt sich der einstige Postbote „Kilt-Botschafter“. Kilt, das ist die schottische Bezeichnung für den knielangen Rock, der in Schottland seit dem 18. Jahrhundert von Männern getragen wird. Für Sammet hatte damals ein außergewöhnliches Hobby begonnen, das den Mann bis heute in den Bann zieht. 

Alles Wissenswerte trägt der heute 60-Jährige nach wie vor über die gemusterten Knieröcke zusammen und zieht sie auch selber an, diese für Männer hierzulande eher außergewöhnlichen Kleidungsstücke. Ganze 14 Kilts hängen in seinem Kleiderschrank. „Ich trage meine Kilts auch im Alltag,“ schwärmt „MacCookie“, wie sich Sammet als Kilt-Botschafter nennt. Schließlich sei die schottische Tracht nichts anderes als die bayerische, und die trage man hierzulande schließlich auch. „Man braucht vielleicht ein wenig Mut, damit in der Öffentlichkeit zu erscheinen, doch die Leute reagieren in der Regel positiv. Vor allem Frauen sind begeistert,“ so erzählt er. „Die Männer hingegen wirken eher skeptisch. Ihren Blicken kann man oft entnehmen, dass sie zwar gern auch solch einen Rock tragen würden, sich aber nicht trauen.“ Und er ergänzt: „Warum sollte sich nicht der Rock bei den Männern durchsetzen, wie einst die Hose bei den Frauen?“ Voller Stolz präsentiert „MacCookie“ seine Sammlung, zu der neben den Röcken alle möglichen Accessoires gehören, wie beispielsweise die zur Zierde des Kleidungsstücks dienenden Kiltspangen. Dann schlägt der Man im Kilt eine dicke Mappe auf. Darin: ausgedruckte Webseiten, Zeitungsartikel und Bilder über den Schottenrock. Auch prominente Zeitgenossen, wie Thomas Gottschalk oder Prinz Charles, sind darin im Kilt abgebildet. 

In Schottland war Sammet nur ein einziges Mal. Vor zehn Jahren hat er gemeinsam mit seiner Frau Gisela eine Kreuzfahrt um das Land gemacht – selbstverständlich im Schottenrock. „Sogar beim Käpt‘ns Dinner habe ich mich so angezogen,“ schwärmt er. Seine Frau unterstützt das Hobby, auch wenn sie selbst, wie sie erzählt, eher dem Orientalischen verfallen ist. In Zorneding betreibt sie sogar eine Bauchtanzschule. Ganz allein ist Sammet mit seiner Leidenschaft aber nicht, auch wenn er in Zorneding niemanden kennt, der Schottenrock trägt. „Doch es gibt im Landkreis so einige Liebhaber.“ Der Preis für so einen Kilt hält sich übrigens in Grenzen. „Er ist nicht teurer als eine Lederhose.“ Zwischen 60 und 300 Euro muss man dafür in etwa berappen. Und dann spricht der Mann noch über seine Kekse, die mit dem Logo des Kilt-Botschafters gestempelt werden. Da Sammet einst Bäcker gelernt hat, überkommt ihm hin und wieder die Lust zu backen. Und dann hat auch das mit seinem großen Hobby zu tun.Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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