Zirkuswagen vor dem Vaterstettener Rathaus

Stiller Protest der Landkreiswirte

protest landkreiswirte
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An einem gedeckten Tisch mit leeren Stühlen standen Vaterstettens Bürgermeister Leo Spitzauer (4. von rechts) und Gastronomen aus dem Landkreis.

Der Tisch ist gedeckt, doch die Stühle bleiben leer

Vaterstetten – Vier Monate sind vergangen, seit die Gastronomiebetriebe ihre Pforten erneut schließen mussten. Rechnet man den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 dazu, sind es insgesamt sechs Monate. Was den Unternehmern oft am meisten zu schaffen macht, ist die fehlende Perspektive für die Zukunft.

Deshalb hat der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband DEHOGA kürzlich zu einem stillen Protest aufgerufen: Von der Nordsee bis zur Zugspitze haben deutschlandweit Hoteliers und Gastwirte einen gedeckten Tisch oder ein gemachtes Bett an einem öffentlichen Platz aufgestellt. Im Vaterstetten stand neben der festlich gedeckten Tafel sogar ein ganzer Zirkuswagen vor dem Rathaus.

Normalerweise wird dieser Zirkuswagen vom Vaterstettener Lokal „Zur Landlust“ für besondere Anlässe, Familien- oder Firmenfeiern genutzt – zumindest theoretisch, denn solche Events konnten nun schon lange nicht mehr stattfinden. „Es geht uns nicht um Öffnungen auf Kosten der Gesundheit oder um jeden Preis, es geht um verlässliche Perspektiven und verantwortbare Szenarien, auf die sich die Unternehmer vorbereiten können“, erläutert Anna Link, Wirtin der „Landlust“, die für die Protestaktion elf ihrer Kollegen im Landkreis gewinnen konnte. Neben mehreren Vaterstettener Betrieben sind auch Lokale aus Poing, Parsdorf, Ebersberg und Oberpframmern dabei. „Aber es gab auch welche, die gemeint haben, das bringt doch eh nichts“, erzählt Link.

Zumindest Vaterstettens Bürgermeister Leo Spitzauer nahm die Sorgen der Gastronomen aber ernst und hörte sich ihre Schilderungen an. Im Rathaus gebe es auch schon Überlegungen, wie man die Wirte unterstützen könne, berichtete er: „Wenn schon nicht finanziell, so doch wenigstens ideell.“ Dazu habe der Wirtschaftsbeirat einige Ideen entwickelt, die demnächst mit den Wirten besprochen werden sollen.

Angela Inselkammer, Präsidentin des DEHOGA Bayern, stellt in einer Pressemitteilung zur Protestaktion fest: „Die Maßstäbe und Inzidenzwerte, die für Öffnungen in anderen Branchen gelten, müssen auch für das Gastgewerbe gelten.“ Die Betriebe hätten während der Öffnung von Frühjahr bis Herbst 2020 bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionieren. Inselkammer betont: „Gastronomie und Hotellerie waren und sind keine Pandemietreiber!“ Das habe das Robert-Koch-Institut bestätigt. Se

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