Aus dem Zornedinger Gemeinderat

Zwei Windräder sollen´s sein

Vermeintlicher Standort für Windräder: Der Zornedinger Süden
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Vermeintlicher Standort für Windräder: Der Zornedinger Süden

Mit elf zu neun Stimmen spricht sich der Gemeinderat in Zorneding für die Windkraft in der Gemeinde aus

Zorneding – Wie es scheint, war der Bürgerentscheid im Ebersberger Forst erst der Anfang der Debatte über die Windkraft. Zumindest in Zorneding. Dort stimmten jetzt die Ratsmitglieder mit elf zu neun Stimmen für einen Beschluss pro Windräder in der Gemeinde.

Initiiert wurde das Vorhaben durch einen Antrag der Fraktionen SPD, Linke, Freie Wähler und Grüne. Dieser war schon im April gestellt worden und sollte somit Ende des selben Monats im Gemeinderat behandelt werden. Doch Bürgermeister Piet Mayr lehnte dies wegen des damals noch bevorstehenden Bürgerentscheids ab. Dafür wurde jetzt munter über das Thema diskutiert. Durchaus unterhaltsam für einige der zahlreichen Besucher. Diese zeigten sich dann aber teilweise enttäuscht darüber, das nicht zu erfahren war, wo denn die zwei Windräder mit einer Gesamthöhe von 230 Metern genau aufgestellt werden sollten. Und das, obwohl es sich laut Wunsch der antragstellenden Fraktionen ja um „Bürgerkraftwerke“ handeln soll. „Wir dürfen das nicht öffentlich sagen“, so Grünen-Sprecher Helmut Obermaier schon fast entschuldigend zu möglichen Standorten während der Debatte.

In der wurde bekräftigt, dass unter anderem wegen des Abschaltens von OHU II und Grundremmingen im nächsten Jahr neue Stromlieferanten gebraucht würden – auch im Sinne der Energiewende. Ramona Baumgartner (Linke) erklärte, gegen die Windräder im Forst gestimmt zu haben, aber im Landkreis gäbe es nur sehr wenig geeignete Gebiete wie in Zorneding pro Windkraft. Für CSU-Sprecherin Steffi Berndlmeier seien allerdings der Süden Zornedinsg und die dortigen Wälder für Windräder absolut tabu. Immerhin wurde somit bekannt, wo mögliche Standorte sein könnten.

Siad-Matthias Abdin Bey (FDP) wollte gegen den Antrag stimmen, denn ohne genaues Wissen über die zu bebauenden Flächen könne er nicht anders. Martin Lenz (Freie Wähler) zeigte sich überzeugt davon, dass die Mehrheit der Zornedinger für dieses Projekt stimmen würde. Nicht wenige Besucher zeigten sich gerade darüber aber nicht genug einbezogen und wünschten sich tatsächlich einen Entscheid der Bevölkerung, den es aber augenscheinlich nicht geben wird. Ferdinand Glasl (CSU) verwarf den Antrag als zu ideologisch und bezeichnete ihn als Machtdemonstration: „Ich werde mich nicht dem Zeitgeist unterwerfen und somit den Antrag ablehnen.“ Piet Mayr zeigte sich verwundert, über Inhalte des Antrags: Dass mit dem Energieforum Zorneding im Vorfeld nicht gesprochen worden sei, dass es durchaus interessierte Grundstückseigentümer geben würde, die auch mit dem Bürgermeister sprechen wollten. „Das höre ich zum ersten Mal. Ihr hattet eineinhalb Jahre Zeit“, so Mayrs Kritik an die Antragsteller. Auch er war dagegen und gegen den Beschlussvorschlag, in dem er mittels Ratsmehrheit ermächtigt wäre, „das Vorhaben (...) durch persönliche Gespräche mit potenziellen Grundstückseigentümern zu unterstützen“. Es half nichts. Die Abstimmung brachte eine Mehrheit für den Beschluss. osw

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