Aus dem Zornedinger Gemeinderat

Rotorblätter im Zornedinger Süden?

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Das Windrat in Hamberg

In Zorneding wird wieder über Windkraft diskutiert. Für die Gemeinderäte kommt wenn überhaupt nur eine Anlage mit Bürgerbeteiligung in Frage

Zorneding – Laut Bayerischem Windatlas gibt es in der Gemeinde Zorneding im Vergleich zum Durchschnittswert im Landkreis Ebersberg verhältnismäßig große Gebiete mit hoher Windgeschwindigkeit. Gute Voraussetzungen also für den möglichen Betrieb von Windrädern. Diese Form der Energieerzeugung war zwar vor vielen Jahren bereits thematisiert worden, ist aber unter anderem wegen der Einführung der 10-H-Regelung (Abstand zu Wohngebäuden muss das Zehnfache der Windradhöhe betragen) im November 2014 wieder eingeschlafen.

Aktuell scheinen die Bedingungen wieder günstiger, was Wolfgang Poschenrieder, Sprecher vom Energieforum Zorneding, bei seinem dringenden Appell in der jüngsten Sitzung des Arbeiskreises Energiewende entgegen kam: „Der Klimawandel wird zur Klimakatastrophe und wir tun nix“, mahnte er. Im Sachvortrag stand dazu: „Die Gemeinde Zorneding wie auch der gesamte Landkreis Ebersberg wird das Ziel, bis 2030 die Energieversorgung vollständig auf regenerative Quellen umzustellen, sehr deutlich verfehlen, wenn nicht umgehend die regenerative Stromerzeugung ausgebaut wird“. Poschenrieder zeigte Zahlen und Diagramme zu Erderwärmung und CO²-Ausstoß. Etwa: 250 Milliarden Tonnen Eis schmelzen pro Jahr in der Arktis. 

An seinem Anliegen bestanden im Sitzungsrund schon nach kurzer Zeit keine Zweifel. Auch, weil Hans Zäuner, Geschäftsführer der Windenergie Osterkling Verwaltungs GmbH, die Vorteile und den Ertrag der Windkraftanlage Hamberg, der einzigen im Landkreis Ebersberg, erläuterte. Der Arbeitskreis hatte im Beschlussvorschlag der Ausschusssitzung empfohlen, für die Windkraft-Konzentrationsflächen im Süden des Gemeindegebiets einen Teilflächennutzungsplan aufzustellen. Letztlich wurde noch diskutiert, ob man zuerst die Einstellung der Zornedinger bezüglich Windräder einholen oder zuvor die in Frage kommenden Grundbesitzer befragen sollte. Letzteres empfahl Gemeinderat Robert Strobl (CSU), der auf einen Grundstückseigentümer im Süden des Gemeindegebiets verwies, der auf seinem Grund kein Windrad haben möchte. Mehrheitlich sprach man sich für eine Anlage von Zornedinger für Zornedingern aus, also eine Windenergieanlage mit Bürgerbeteiligung - wie etwa in Hamberg. Um dies zu gewährleisten und Konzerne daran zu hindern, auf möglichen Grundstücken eigene Anlagen zu erstellen, will sich Bürgermeister Piet Mayr beim bayerischen Gemeindetag erkundigen, welche Auflagen zu schaffen sind, damit „wir in Zorneding die Hand darauf halten können.“ 

Zäuser empfahl, zuerst mit den Grundstückseigentümern zu reden, dass von Außenstehenden nichts gebaut werden darf. Poschenrieder informierte, dass das Energieforum Zorneding ab Ostern eine Bürgerinitiative starten möchte, um herauszufinden: Windräder wohin und wie viele... Abschließendes Fazit: Zwei große und moderne Windräder würden genügen, um Zornedings Einwohner und das Gewerbe komplett mit Strom zu versorgen. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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