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Aktion Erbse braucht neue Schultern

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Die Köpfe steckten Fresings Oberbrügermeister Tobias Eschenbacher (vorne, 6.v.l.) und seine Erdinger Amtskollege Max Gotz, (7.v.l.) beim Neujahrsempfang der Bundeswehr zusammen. © Brückner

Mehr als 50.000 Euro hat die Aktion Erbse 2015 der Bundeswehr eingebracht. „Ich bin stolz auf meine Frauen und Männer“, sagte Oberst Markus Alder

Erding – Den Neujahrsempfang der Bundeswehr nahm der Standortälteste zum Anlass, über die Hilfsaktion der Soldaten in Erding zu berichten, auch wenn andere Einsätze und Themen den festlichen Akt überschatteten. Das Geld wird im Frühjahr an Bedürftige in Stadt und Landkreis verteilt. Zehn Prozent mehr, als im vergangenen Jahr sind mindestens erwirtschaftet worden. Alder wertete den großen Zuspruch beim Neujahrsempfang als Zeichen einer echten und gelebten Verbundenheit sowie als Beweis guter wie ehrlicher Kooperation. Natürlich konkretisierte er auch die Abwanderungspläne aus Erding, selbst wenn die Zahl der Soldaten wieder steigen werde. „Dies kommt einer Zeitenwende gleich und ich habe nicht geglaubt, dass wir hierüber innerhalb so kurzer Zeit wieder öffentlich diskutieren“, so der Fliegerhorst-Kommandeur. Er erinnerte an seine Ansprache vor einem Jahr in der er darauf hingewiesen hatte, „dass wir uns in der Welt insgesamt von einem Zustand des Friedens mit der Anerkennung der Menschenrechte für alle Menschen und einer Angstfreiheit leider weiter entfernt haben“. Dies sei keinesfalls besser sondern eher wesentlich schlechter geworden, resümierte er. Die Kriege und Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in Afrika hätten an Schärfe zugenommen, der furchtbare Terror sei wieder mitten in Europa angekommen. Mit dem rasant ansteigenden Flüchtlingsstrom nach Deutschland könne sich auch die Bevölkerung diesen Entwicklungen nicht mehr entziehen. Selbstverständlich werde dies auch unter den Soldaten sowie den zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr kontrovers diskutiert, was er für richtig und sehr wichtig halte. Für ihn persönlich gelte, dass man immer offen sein müsse für diejenigen, die hier Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen würden. Alder beschwor die humanitäre Verantwortung und warnte davor, alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren. Allerdings dürfe man auch Menschen, die Angst oder Sorgen vor Überfremdung der deutschen Gesellschaft hätten, nicht pauschal in die rechte Ecke stellen. Intoleranz, Hass und Gewalt hätten keinen Platz, egal von wem und gegen wen. Intelligenz und Besonnenheit seien gefragt. Er machte noch einmal deutlich, dass es Ende 2021 werden wird, bis der Fliegerhorst zur Gänze abgezogen ist. Das gelte aber nur für das Instandsetzungszentrum 11 mit seinen Werkstätten und technischen Anlagen im hinteren Bereich des Geländes. Der Stab dagegen, der derzeit im Gebäude rechts der Hauptwache untergebracht ist, werde bereits Anfang 2018, also quasi übermorgen, in Räume einziehen, die bei Airbus in Manching angemietet würden. Auch das Materialdepot halte an der ursprünglichen Planung fest und werde zum Jahresende 2018 aufgelöst. Bis dahin müssten hunderte Tonnen Material auf andere Depots verteilt werden. In diesem Zusammenhang versprach Alder, dass er alles daran setzen wolle, die Aktion Erbse 2016 und 2017 noch zu stemmen, aber 2018 müsse wohl eine andere Form gefunden werden. „Ich durfte erneut die Begeisterung der vielen Aktiven, sei es am Grünen Markt oder als Sammler in der Stadt, hautnah erleben und zolle allen Helfern für ihren herausragenden Einsatz meinen allerhöchsten Respekt“, sagte er. Oberbürgermeister Max Gotz, der zusammen mit seinem Freisinger Amtskollegen Tobias Eschenbacher am Empfang teilnahm, zollte Alder Anerkennung dafür, dass er und sein Team „Unglaubliches“ geleistet hätten. So sei er von Alder in der Frage der Shelterschleife stets auf dem Laufenden gehalten worden und zwar von Anfang an, will heißen, als dieser selbst es wusste. Er appellierte an alle Fraktionen, hinter verschlossenen Türen endlich einen Plan auszuarbeiten, wie man das Thema anpacken und zur Lösung führen könne und dies dann der Bevölkerung mitzuteilen. Europa habe ganz andere Inhalte, als nur die Zusammenführung von Wirtschaftsräumen, so Erdings Oberbürgermeister.

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