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Aufgaben wachsen stetig

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Immer im Dienst am Menschen sind die Caritas-Mitarbeiter (v.l.) Maria Irl, Angelika Nitsche, Manuela Ziegler, Alfons Kühnstetter, Brigitte Fischer, Kathrin Hartmann, Barbara Gaab, Ralf Lohrberg und Sonja Eilks. © Brückner

5300 Landkreisbürger nahmen 2013 die Angebote des Caritas Zentrums in Anspruch. Zwölf Prozent mehr als im Vorjahr – die Tendenz ist steigend.

Erding – Kreisgeschäftsführerin Barbara Gaab und die Leiter der einzelnen Fachbereiche stellten den Bericht für das abgelaufene Jahr vor. Sie griffen heraus, was neu und wichtig ist. Eine Tendenz mache allen Sorge, sagten sie: die zunehmende Armut, die auch in Familien Einzug hält. Dazu kommt mangelnder bezahlbarer Wohnraum, den alle einschlägigen Organisationen derzeit anprangern. Das Geld reiche hinten und vorne nicht, vor allem, wenn Ersatzbeschaffungen für kaputte Geräte oder Autos notwendig werden. Immer öfter müssten Antrage an Stiftungen oder Organisationen gestellt werden, um Geld für individuelle Notlagen zu erhalten. Fast 40.000 Euro liefen 2013 bei der Caritas auf.Lange Wartelisten auf Therapieplätze beklagte der Sozialpsychiatrische Dienst. Psychisch Kranke, die dringenden Bedarf hätten, täten sich schwer, das Angebot an niedergelassenen Therapeuten sei zu gering. Bis zu einem Jahr dauere es, bis sie in geeignete Behandlung kämen, obwohl krisenhafte Situationen vorlägen, die dringen Entlastung und Stabilität erfordern würden. Die Caritas könne die Hilfesuchenden aus eigenen Ressourcen heraus nicht betreuen, sondern höchstens eine Art Krisenintervention anbieten. Die Schuldnerberatung stieß ins gleiche Horn. Bis zu neun Monate dauere es, ehe Antragsteller einen Termin bekämen. Ein Drittel der 360 Haushalte, die 2013 Beratungsbedarf angemeldet hatten, seien in die Insolvenz gegangen. Die Zahlen sind zwar ungefähr konstant, doch das heiße nicht, dass es nicht mehr Bedarf gebe. Trotz zusätzlich genehmigter fünf Stunden für ein drängendes Problem konnte keine Entlastung auf dem Sektor Wohnungsbeschaffung verkündet werden.Gaab erklärte, dass die Schuldenfalle schnell zuschnappe, hohe Mieten, niedrige Löhne und hohe Lebenshaltungskosten würden dazu beitragen. Die Caritas versucht alles, um hier präventiv zu wirken. So gehen die Mitarbeiter schon in Schulen, um die jungen Menschen aufs richtige Gleis zu stellen. Gezielte Förderprogramme sollen die Kinder, die in der Kinderburg betreut werden, unterstützen. Ein neuer Aufgabenkreis sind auch die Asylbewerber, denen Ämterlotsen vor allem bei Stiftungsmittelanträgen helfen und deren Jugend in einem Intensivdeutschkurs sprachlich soweit gefördert wurde, dass sie nach fünf Monaten intensiven Paukens Schulangebote, die zum Quali führen, meistern konnte. Im Mehrgenerationenhaus Taufkirchen wurde eine lokale Ambulanz für Menschen mit Demenz eingerichtet. Ziel ist es neben der Beratung für sie und deren Angehörige, die Sensibilität in der Gesellschaft zu fördern und die Ausgrenzung dieses Personenkreises zu vermeiden. Inklusion wurde 2013 sogar zum Thema der Mitgliederversammlung gemacht. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die dazu führte, dass sich soziale Einrichtungen, Kommunen und Pfarrgemeinden vernetzten und so vor Ort besser agieren können. Noch abzuwarten bleibt, wie sich das Pflege-Neuordnungs-Gesetz (PNG) auswirkt. Es war gut gedacht, doch erste Verhandlungen über die Festlegung der Sätze sind gescheitert. Die 172 Mitarbeiter der Caritas versuchen alles, um Betroffenen das Leben zu erleichtern. Das hat natürlich seinen Preis. 4,8 Millionen Euro waren dafür 2013 nötig, sieben Prozent oder 342.000 Euro hat die Caritas aus Eigenmitteln finanziert, der Rest kommt durch Zuschüsse, Leistungsentgelte und Spenden in die Kasse. Dazu ist die Caritas noch dringend auf die Hilfe der inzwischen nahezu 200 Ehrenamtlichen und 15 Freiwilligen angewiesen, ohne die es unmöglich wäre, die Aufgaben zu bewältigen.ab

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