1. meine-anzeigenzeitung
  2. Lokales
  3. Erding

Backofen aus bei Fraunberger Bäckerei Wiesmüller

Erstellt:

Kommentare

null
Die Fraunberger Traditionsbäckerei Wiesmüller in der Fraunberger Dorfmitte hat das Geschäft geschlossen. © Foto: to

Keine Nahversorgung mehr in Fraunberg.

Fraunberg – Nach der überraschenden Geschäftsaufgabe der Bäckerei Wiesmüller fehlt im Hauptort der Gemeinde Fraunberg die Nahversorgung ganz. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen und wegen fehlender Nachfolge hatte das Fraunberger Bäckerehepaar Johann und Christa Wiesmüller für viele Bürger überraschend beschlossen, zum Jahresende mit der Traditionsbäckerei, die sie bereits in der sechsten Generation geführt hatten, aufzuhören. Die Kundschaft wurde am Dienstagmorgen mit einem Zettel (siehe Foto) an der Tür überrascht. „Seit 150 Jahren konnten die Fraunberger Bürger täglich bis auf Sonntag frisch gebackene Waren bei uns kaufen und das war bis zum Schluss so, wir hatten nie einen Froster“, erklärt der 62-jährige Bäckermeister Wiesmüller, der sein Handwerk beim Neumaier Bäck in Erding gelernt hatte. Der Fraunberger Bäckerladen, der 1979 in der Dorfmitte eröffnet wurde, umfasste noch ein Edeka-Sortiment mit den wichtigsten Waren für den täglichen Gebrauch, auch Gemüse und Obst sowie verschiedene Tageszeitungen und Zigaretten wurden angeboten. Fast 45 Jahre lang stand der Fraunberger Bäcker Hans, wie er von allen genannt wird, täglich in der heimischen Backstube, Urlaub kannte er nicht. Unter der Woche von 3 Uhr früh bis 8 Uhr morgens und am Freitag schon ab Mitternacht und seine Frau Christa stand täglich im Laden. Doch die Bäckerei wurde in den letzten Jahren immer schlechter besucht. Die Nachfrage fehlte, viele Einheimische blieben sogar ganz aus und fremde Bäckereien begannen, mit mobilen Fahrzeugen ihre Backwaren in Fraunberg zu verkaufen. „Jeder Supermarkt und jede Metzgerei hat heute schon einen Backshop dabei, da ist das Sterben der kleinen Bäckereien die logische Folge“, sagte Johann Wiesmüller.„Außerdem ist mit unseren beiden Töchtern kein Nachfolger zu erwarten. Caroline betreibt den Pferdehof und Kathrin arbeitet in Hamburg. Deshalb haben wir nun gut überlegt beschlossen, mit der Bäckerei zum Jahresende aufzuhören. Für unsere Stammkunden tut es uns sehr leid, besonders für die älteren Bürger in unserem Dorf, die nun keine Möglichkeit mehr haben, einzukaufen”, so das Bäckerehepaar. Wehmut sei schon dabei nach so vielen Jahren, „doch es war zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung“, ist sich das Paar einig. In Kürze wird schon die Ladeneinrichtung abgeholt. Die Gemeinde Fraunberg hat nun mit der fehlenden Nahversorgung im Hauptort der Gemeinde ein Problem. Bürgermeister Hans Wiesmaier: „Das ist eine völlig neue Situation, die neu geplante Nahversorgung in Fraunbergs Ortsmitte dauert noch drei bis vier Jahre, da müssen wir uns jetzt was einfallen lassen.“to

Auch interessant

Kommentare