Bienenzuchtverein bringt 30 Jahre altes Insektenhotel in Erdings Kleingartenbiotop auf Vordermann

Michael Walter (li.) und Thomas Weichenberger am Insektenhotel
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Michael Walter (li.) und Thomas Weichenberger am Insektenhotel

Erding – Kurz nach Ostern war es soweit: Nach einigen Jahren der Nichtnutzung nahmen sich einige Mitglieder des Bienenzuchtvereins Erding an, das bestehende Insektenhotel im Feuchtbiotop des Kleingärtnervereins-Erding neu aufzubauen. Schon im Jahr 2020 wurde durch die fleißigen Hände einiger Mitglieder und durch das handwerkliche Geschick des Vereinsmitglieds Michael Walter das Insektenhotel instandgesetzt.

„Vor gut 30 Jahren war ich schon bei der Konstruktion und dem Bau von diesem Insektenhotel dabei“, erinnert sich Walter. Wind und Wetter hatten dem Insektenhotel über die Jahre zugesetzt, es war eingewachsen und Schieflage geraten.

Auf weitere Unterstützung brauchte 1. Vereinsvorsitzender Maik Ortscheid nicht lange warten. Mit Thomas Weichenberger, einem der Bienensachverständigen im Landkreis Erding, konnte ein begeisterter und interessierter Bastler für die Neugestaltung gewonnen werden. Mit seinem Engagement konnte er die unentgeltliche Unterstützung der Firma Scherl-Werbetechnik aus Hallbergmoos sichern, welche mit Fräsarbeiten, Druck und Bereitstellung des Nistmaterials eine Herberge für Marienkäfer und anderes Getier geschaffen hat. Im mittleren Bereich gibt es eine große Menge Schilfrohr und für mögliche erdnistende Insekten eine Biene aus einem Sand-Lehm-Gemisch. „3-9mm Durchmesser sollen die Brut- und Nisthilfen im Schilfrohr haben“, hatte Weichenberger aus Fachbüchern herausgelesen. „Größere Durchmesser werden schlechter angenommen“, so Weichenberger weiter.

Für den Rand wurden verschiedene Bohrdesigns zur Verfügung gestellt. Als pensionierter Schreinermeister und langjähriger Bienenzüchter steuerte Walter (Schreinerei Walter aus Neukirchen) das „Nisthilfen-Gesicht“ aus Holz bei. Er riet auch dazu, diese Bohrungen nicht in die Stirnseite von Baumstämmen zu bohren, sondern ins Längsholz (dort, wo vorher die Rinde war). „Da reist das Holz und sieht dann irgendwann nicht mehr schön aus.“ Ferner würde es von den Insekten auch nicht wirklich angenommen.

„Durch eine kleine Sammelaktion, aufgerufen in den sozialen Medien des Vereins konnten Schilfrohr, Tannenzapfen, Holz und ein Gitter bereitgestellt werden“, so Ortscheid. „Da im Juni hoffentlich schon erste, neue Insekten hier einziehen werden, mussten wir auf Rat von Thomas rasch handeln. Daher möchte ich mich nochmals bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken und freue mich, dass wir das Insektenhotel wieder zu neuem Leben erwecken konnten. Wir als Imker hegen, pflegen und züchten zwar unsere eigenen Honigbienen hier in der Stadt und im Landkreis Erding, doch so können wir auch anderen Insekten wieder einen kleinen „Über-Lebensraum“ geben.“

Bei wem jetzt Interesse am Leben der Insekten und besonders an dem der Honigbiene entstanden ist, der kann sich jederzeit unter www.erdinger-imker.lvbi.de beim Bienenzuchtverein Erding und Umgebung informieren. Der Bienenzuchtverein Erding und Umgebung führt aktuell seinen „Imkern für Einsteiger-Kurs“ an der VHS-Erding durch, plant für Ende April einen online Königinnenzuchtkurs und steht für alle Interessierten offen. - M.Ortscheid

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