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Mit Blaulicht und Martinshorn sicher ans Ziel

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Bild links: Innenminister Gerhard Eck, BRK-Präsident Theo Zellner, Oberbürgermeister Max Gotz , Jochen Lau und BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden machten „den Weg frei“. Bild rechts: Oberbürgermeister Max Gotz, Kreisvorsitzender des BRK, testet im Fahrsimulator, wie er sich im Alarmfall verhalten würde. © brückner

Bayerns einziger Blaulicht-Fahrsimulator steht beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Erding. Hier wird trainiert,wie man sich mit „Alarmpsychose“ verhält.

Erding – 17 Mal so hoch ist das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, wenn man mit Blaulicht und Martinshorn fährt. Das liegt zum einen mit an der Vorrangstellung, die die Fahrer haben, was Geschwindigkeit und Vorfahrtsregeln betrifft, zum anderen an der Unsicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Denn, so Zellner, „Blaulichtfahrten befreien nicht vom Unfallrisiko, sie erhöhen es sogar“. Wer glaube, er liege im Rettungswagen und sei damit sicher, irre gewaltig. Vier der teuren Übungsgeräte gibt es in ganz Deutschland. In Erding rechnet das BRK mit 3000 Seminarteilnehmern pro Jahr aus dem Bereich der Rettungskräfte. „Unter der Devise „alle kommen an, keiner kommt um“, sollen sie trainieren, unter dem Einsatzstress zu fahren. Das Klinikum der Universität München überwacht, welche Auswirkung das Training auf das Fahrverhalten hat. Die wissenschaftliche Untersuchung läuft über gut zwei Jahre und wird an 100 ausgewählten Personen durchgeführt. Zur Einweihung waren zahlreiche Gäste der Blaulichtorganisationen, BRK-Präsident Theo Zellner, Innenstaatssekretär Gerhard Eck sowie Oberbürgermeister Max Gotz gekommen. Er und Zellner durchschnitten symbolisch ein Band, das den Zugang zum Fahrsimulator versperrt hatte. BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden moderierte zwischen den einzelnen Grußworten von Zellner, Eck, Gotz und Jochen Lau, dem Referatsleiter Unfallprävention, Wege und Dienstwege, sowie Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Gotz sagte, der Simulator sei zwar ein wichtiger Baustein, doch könne man bauen und herstellen was man wolle, wenn man die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die fast die gleiche Anzahl wie die Hauptamtlichen ausmachten, nicht habe. Denn wenn man junge Menschen interessieren wolle, bedürfe es zeitgemäßer, moderner Rahmenbedingungen. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, zitierte er ein bekanntes Sprichwort. Er bedankte sich für das Vertrauen, das dem BRK Erding entgegengebracht werde, indem man den Simulator hier aufstelle. Als der Zugang frei gegeben war, probten Eck, Zellner und Gotz, wie sie sich im Ernstfall verhalten würden. Sie erzielten gar nicht so schlechte Ergebnisse, doch fuhren sie eingedenk der Zuschauer auch eher langsam.ab

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