Natur & Umwelt

Blühflächenbegehung in Buch am Buchrain

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Mit dabei waren (vordere Reihe, v.l.): Landrat Martin Bayerstorfer, BBV-Kreisobmann Jakob Maier, stellvertretender Kreisobmann und Blühbotschafter Michael Hamburger und Kreisbäuerin Irmgard Posch. Hintere Reihe (v.l.): Ortsobmann Michael Rappold und Bürgermeister von Buch am Buchrain Ferdinand Geisberger.

Bei der Schleppertour „Bayern blüht auf“ des BBV lädt Michael Hamburger nach Buch am Buchrain zur Blühflächenbegehung

Buch am Buchrain – Mit der Schleppertour „Bayern blüht auf“ macht der Bayerische Bauernverband (BBV) in diesem Sommer auf das Engagement der Landwirtschaft für die Artenvielfalt aufmerksam. Stellvertretender Kreisobmann und Blühbotschafter Michael Hamburger hat zur BBV-Schleppertour hat dazu auf seinen eigenen Hof nach Buch am Buchrain eingeladen.

Dort konnten die Gäste die fünfjährige Blühfläche und die Gewässerrandstreifen des Betriebes in Augenschein genommen werden. „Der Vorteil der fünfjährigen Blühfläche ist, dass jedes Jahr andere Pflanzen angepflanzt werden und so verschiedene Insekten und Tiere ihre Heimat finden können,“ so Hamburger. 

So habe er im ersten Jahr vorwiegend Sonnen,- Mohn - und Kornblumen angesät.Im zweiten Jahr entschied sich der Blühbotschafter für Malve, Schafgarbe und Wilde Möhre. Dieses Jahr hat er Raps angepflanzt, da das Gewächs mitunter am wichtigsten für Bienen ist. „Bis zu 75 Prozent des Honigertrags stammt von der Rapsblüte. Im Frühjahr gibt es für Bienen eigentlich nur Rapspflanzen zur Honiggewinnung,“ erklärte er. 

Die Aktion des BBV „Buach bliahd“ ist im Rahmen des Volksbegehren Artenvielfalt entstanden. Ortsobmann Michael Rappold hat sich damals Gedanken darüber gemacht, wie sich die Landwirte für den Artenschutz einsetzen können.

So sei er auf die Idee gekommen, Saatgut an Privatbürger auszugeben. „Die Resonanz war überwältigend. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hatte für 5.000 Quadratmeter Saatgut besorgt, das hat bei weitem nicht gereicht,“ resümiert Rappold. 

Für nächstes Jahr hat er deswegen ausreichend ein- und mehrjähriges Saatgut besorgt und hofft auf zahlreiche Bürger, die kräftig Blühflächen anbauen. „Es ist wichtig, dass wir naturnahe Räume schaffen, sodass die Biene wieder ihren Platz hat. 

Es gibt in der Natur keinen Reset-Knopf, wie beim Computer. Was wir heute planen, trägt eben erst in mehreren Jahren Früchte,“ verdeutlicht Bürgermeister Ferdinand Geisberger. Die Schwierigkeiten für die Bienen würden darin bestehen, dass die Insekten in den besonders heißen Sommermonaten wie Juli und August keine Nahrung mehr finden würden.

Mit dem Spätanbau von Grünpflanzen hätten die Landwirte dem Nahrungsmangel der Bienen entgegengewirkt, so Geisberger. Landrat Martin Bayerstorfer verdeutlicht den großen Wert, den die Landwirtschaft im Landkreis Erding einnimmt: „Blühflächen sind wichtig, keine Frage – optisch, nutzbar und sinnvoll. Aber nach wie vor hat die Landwirtschaft den entscheidenden Punkt: Nahrungsmittelgewinnung.“ Hier sei der Landkreis Erding der Vorreiter. Fast 70 Prozent der Fläche werde landwirtschaftlich genutzt.

Fakten und Zahlen 

117.000 Hektar Blühflächen haben die deutschen Landwirte 2019 angelegt, das entspricht einem 1.500 Meter langen Streifen von Flensburg (Schleswig-Holstein) nach Füssen (Allgäu). Es gibt rund 900.000 Bienenvölker in Deutschland, die wiederum von 135.000 Imkern versorgt werden. Ein Bienenvolk erzeugt jährlich 25 bis 35 Kilo Honig. Dafür müssen die emsigen Insekten bis zu 400.000 ausfliegen und bestäuben dabei bis zu zwei Millionen Blüten.ale

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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