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Brücken bauen für Insekten: Landkreis Erding startet Naturschutzprojekt für Artenvielfalt

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Auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten: die Helm-Azurjungfer. Durch das Projekt des Landkreises soll auch sie neue Lebensräume erhalten.
Auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten: die Helm-Azurjungfer. Durch das Projekt des Landkreises soll auch sie neue Lebensräume erhalten. © Wikipedia

Ein Naturschutzprojekt des Landkreises soll mehr Fortpflanzungs- und Nahrungslebensräume für vom Aussterben bedrohte Tiere schaffen. Unterstützt wird das Ganze unter anderem vom Freistaat.

Landkreis – Im Landkreis Erding sind zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten beheimatet. Zu ihnen gehören insbesondere einzigartige Libellen, zum Beispiel die schillernde Helm-Azurjungfer, filigrane Schmetterlinge, wie etwa der wunderschöne Wiesenkopf-Ameisenbläuling, zirpende Heuschrecken und der im Raum München fast ausgestorbene Feld-Grashüpfer. Um die seltenen und stark gefährdeten Insektenarten zu schützen, hat der Landkreis Erding ein Naturschutzprojekt zur Förderung der besonderen Artenvielfalt ins Leben gerufen.

Aufgrund des Populationsrückganges besteht hier dringender Handlungsbedarf. „Das fünfjährige Naturschutzprojekt ‚Infrastruktur für Insekten – Brücken bauen für Bläulinge & Co.‘ erhält überlebenswichtige Fortpflanzungs- und Nahrungslebensräume für vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Insekten oder schafft diese neu“, erklärt Landrat Martin Bayerstorfer. Da die bestehenden Lebensräume teilweise inselartig verstreut liegen, sollen sie im Rahmen des Projekts durch die Sicherung und Wiederherstellung von blütenreichen Korridorflächen, die als Lebensraum und Nahrungshabitat für zahlreiche Insekten dienen, wieder vernetzt werden.

Die Projektträgerschaft erfolgt durch den Landkreis Erding, gemeinsam mittels Unterstützung des Freistaats Bayern, des Bezirks Oberbayern und des Bayerischen Naturschutzfonds, in Zusammenarbeit mit dem Büro H&S aus Freising. Mit der Umsetzung des Projektes leistet der Landkreis Erding einen Beitrag zur Bayerischen Biodiversitätsstrategie, die der Ministerrat beschlossen hat. Das Projekt ist zudem ein wichtiger Baustein für den „Blühpakt Bayern“.

Das im Arten- und Biotopschutzprogramm als überregional bedeutsam eingestufte Gebiet umfasst etwa 5.000 Hektar und befindet sich im Norden und Westen des Landkreises, überwiegend in den Gadener Isarauen und in Teilen der angrenzenden Niedermoor-Gebiete. „Die Verbesserung der Lebensbedingungen ist eine der Kernaufgaben des Naturschutzprojektes, um eine langfristige Sicherung der Artenvielfalt der hier beheimateten Tier- und Pflanzenarten zu gewährleisten“, erklärt Landrat Bayerstorfer.

Zur Sicherstellung dieser werden bereits in diesem Winter erste Maßnahmen zur Entfernung übermäßig wuchernder Gehölze auf Streuwiesen und entlang von Gräben durchgeführt. Die Maßnahmen erfolgen vorerst in kleinem Umfang, um zu prüfen, wie die Flächen auf die Freistellungen reagieren, um dadurch eine ideale Bewirtschaftung im Sinne der Insekten zu gewährleisten. Später werden Maßnahmen in größerem Ausmaß umgesetzt. Eine Besonderheit im Landkreis Erding ist, dass sich sehr große Areale im Eigentum von Unternehmen der öffentlichen Hand befinden, wie zum Beispiel den Bayerischen Staatsforsten oder der Flughafen München GmbH. Mittels einer intensiven Abstimmung bei der Entwicklung von Maßnahmen und einer Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis können auf vielen Flächen bald schon große Verbesserungen erreich werden.

„Um der Landkreisbevölkerung das Naturschutzprojekt zur Förderung der besonderen Artenvielfalt in unserem schönen Landkreis Erding näher zu bringen und um die Landkreiseinwohner für dieses Herzensprojekte zu sensibilisieren, sind Führungen im Projektgebiet angedacht“, weist Bayerstorfer hin. Hierzu wird das Landratsamt zu gegebener Zeit informieren.

Nicole Tietze

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