Drogen im Straßenverkehr

Cannabis am Steuer legal?

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Lehrling wurde am Steuer positiv auf THC getestet. Zwar bekommt er Cannabis auf Rezept verschrieben, aber darf er deshalb „bekifft“ Auto fahren?

Erding – Lange gibt es den Cannabinoid Ausweis in Deutschland noch nicht, der die Einnahme von THC in verordneter Dosis unter ärztlicher Aufsicht legalisiert. Doch wie verhält es sich, wenn man – trotz Ausweis – positiv auf THC im Straßenverkehr getestet wird? Dies geschah am Mittwoch, 15. Februar, in der Münchener Straße. Einem 19-jährigen Erdinger wurde in den Morgenstunden bei einer Routinekontrolle THC-Konsum nachgewiesen. Zwar konnte er seinen Cannabinoid Ausweis vorzeigen, dennoch musste er mit dem Beamten ins Krankenhaus zur Blutentnahme. Denn auch wenn man Cannabis auf Rezept bekommt – ein Freifahrtschein, um berauscht Auto zu fahren, ist dies nicht, so die Polizei. Denn die Beamten können nicht wissen, ob der Patient sich auch an die verordnete Dosierung gehalten habe, und somit noch fahrtauglich ist. Im Falle des getesteten Lehrlings wird nun per Blutanalyse ermittelt, ob die von seinem Arzt verordnete Dosierung eingehalten wurde. Ansonsten wäre der Sachbestand der „relativen Fahruntauglichkeit“ gegeben, was eine Ordnungswidrigkeit darstellt, und mit einem Monat Fahrverbot plus einer Geldstraße geahndet werden kann. 

Ein schwieriger Grat also, auf dem Konsumenten sich bewegen. Einerseits sind sie zur Behandlung ihrer Symptome auf die Einnahme von THC angewiesen, andererseits macht sie das unter Umständen besonders anfällig für Kontrollen durch die Polizei. Auf dem ärztlich verschreibbaren Cannabinoid Ausweis steht Folgendes: „Die Substanz THC wurde bestimmungsgemäß für einen konkreten Krankheitsfall verschrieben, die Eingewöhnungszeit auf das Arzneimittel ist seit dem unten stehenden Zeitpunkt abgeschlossen. Durch die bestimmungsgemäße Einnahme fährt der Cannabispatient nicht unter Rausch. Erst durch Einsatz von Cannabismedizin ist er überhaupt in der Lage, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.“ Dennoch gilt: Wer sich nicht an die verordnete Dosierung hält, riskiert empfindliche Geldbußen, oder noch weitaus Schlimmeres, falls es rauschverschuldet zu einem Unfall im Straßenverkehr kommt. Andererseits lässt es sich für viele Patienten nicht vermeiden, unter Einnahme von THC am Straßenverkehr teilzunehmen. 

Cannabis wird nicht nur bei ADHS, sondern kann auch zur Behandlung chronischer Schmerzen, bei Epilepsie, depressiven Störungen, sowie bei Zwangs- und Angststörungen verschrieben werden. Darüber hinaus können Cannabis-Therapien (zum Beispiel mit Cannabis-Öl) auch bei Kindern eingesetzt werden, um schweren Erkrankungen, wie Krebs, entgegenzuwirken. - phi

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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