Corona-Sommer am Thenner Weiher

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Naherholungsgebiet in idyllischer Lage: der Thenner Weiher

Viele verzichten auf den Besuch im Freibad und gehen zum Badeweiher - hier sind die Kontrollen nicht ganz so stringent

Wartenberg – Im Zuge der rückgängigen Corona-Infektionszahlen greifen mehr und mehr Lockerungen, so wie das Öffnen von Kinos, Theatern und Museen oder die Aufhebung von Reisebeschränkungen innerhalb Europas. Saisonal passend ziehen Städte und Gemeinden nach und ermöglichen wieder den Besuch der Freibäder. Doch wer in den Genuss eines erfrischenden Bades kommen möchte, muss sich auch hier den regulären Vorgaben unterwerfen, die manchen eventuell das Vergnügen am kühlen Nass vermiesen. 

Weniger stringent ist da der Besuch eines Badeweihers. Auch hier gelten die Mindestabstände, doch die Begrenzung der Besucherzahlen und Kontrollen sind nicht vergleichbar mit denen der öffentlichen Einrichtungen. „Wenn die Leute baden gehen, dann lieber zum Weiher wegen der Auflagen in den Freibädern“, bestätigt auch Jürgen Hartmann, Vorstand der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ortsverband Wartenberg. Hinweisschilder informieren die Besucher über die Regelungen, aber Aufgabe der DLRGler sei es letztlich, das Badeverhalten zu kontrollieren und nicht die Größe der Gruppen oder das Einhalten der Mindestabstände. 

Laut Landratsamt Erding hätte man zwar die Befugnisse, die Gäste auf eventuelles Fehlverhalten anzusprechen, aber es werde nicht mit Vorsatz kontrolliert. Das sei nach Rücksprache mit dem Landratsamt Aufgabe des Ordnungsamtes, welches aber trotz Personalaufstockung nicht jeden Weiher ständig überprüfen könne, so Hartmann. Innerhalb des Teams sehe die Situation jedoch ganz anders aus. Hier werden die Vorgaben im Rahmen der jeweiligen Einsatzsituation strikt befolgt. So stehen den Wachdienst-Teams zehn Schutzanzüge mit Komplettausstattung zu Verfügung neben zusätzlichen, Masken, Handschuhen und Desinfektionsmitteln. 

Doch glücklicherweise musste das Equipment in Gänze noch nicht zum Einsatz kommen. „Der Thenner Weiher ist einer der ruhigeren Badeseen im Landkreis im Gegensatz zum Kronthaler Weiher,“ berichtet der Ortsverbandsvorsitzende. Bisher seien nur Insektenstiche, Hautabschürfungen oder leichte Sturzverletzungen zu behandeln gewesen. Dennoch ist der Wachdienst bei Badewetter regelmäßig vor Ort an den Wochenenden und Feiertagen. Samstags von 13 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, und wird bei stark frequentiertem Badebetrieb bis 19 Uhr verlängert. Bedingt durch Corona wurde das Team jedoch durch Vorgaben über das Präsidium des DLRG Bundesverbandes in zwei Gruppen aufgeteilt, damit im Falle einer Infektion nicht der komplette Wachdienst ausfällt. Fünf bis sieben ehrenamtliche Mitglieder stehen somit im Wechsel bereit, bestehend aus jeweils einem Wachleiter, einem Bootsführer für das DLRG-Motorboot mit zwei weiteren Personen als Besatzung, einem Sanitäter mit einem Helfer sowie ein bis zwei Springern für Streifengänge und Kontrollaufgaben. 

Bedauerlich ist für Jürgen Hartmann, der seit 1982 den Vereinsvorsitz innehat, dass aufgrund der Corona-Pandemie nicht nur das DLRG-Ferienprogramm nicht stattfindet sondern auch keine Schwimm- und Rettungsschwimmerkurse stattfinden. Bei den Kleinen könne einfach die Abstandsregelung nicht eingehalten werden. Dasselbe betreffe bestimmte Trainingseinheiten bei den Rettungsschwimmern. Das Üben von Befreiungsgriffen, wenn sich ein Ertrinkender an den Retter klammert, funktioniere halt nicht mit einer Puppe oder in bloßer Theorie. Letztlich seien für die Kurse von den Freibädern aufgrund der Coronavorgaben auch noch keine Wasserflächen freigegeben worden, so Jürgen Hartmann. Seit 22. Juni wurden für die verschiedenen Organisationen im Freibad Erding wieder Schwimmbahnen für das Training und Ausbildung freigegeben, coronabedingt natürlich mit starken Einschränkungen. 

Aber das Schwimmen im Thenner Weiher, der mit einer Wasserfläche von rund 160.000 Quadratmetern der zweitgrößte Badeweiher im Landkreis Erding ist, sei auf jeden Fall eine erholsame und erfrischende Alternative. „Die Wasserqualität entspricht der eines EU-Gewässers und wird regelmäßig von den Hygienebeamten des Gesundheitsamtes Erding überprüft“, betont der DLRG-Vorsitzende, was auch durch die zahlreichen Bewohner, wie zum Beispiel Aale, Barsche, Schleie, Hechte, Graskarpen und Welse bestätigt werde. Aber die monströs großen Fische, die laut Gerüchten im Thenner Weiher herumschwimmen, gebe es wohl eher nicht. „In meinen 46 Jahren als DLRGler in Wartenberg, in denen ich bestimmt 500 mal den Weiher durchschwommen und rund 100 Tauchgänge unternommen habe, habe ich außer einen großen Schwanzflosse keinen außergewöhnlich großen Fisch gesehen.“and

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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