Darmkrebs ist durch eine geeignete Vorsorge vermeidbar

Karl Dichtl Internist Darmspezialist

70.000 Menschen erkranken jährlich an Darmkrebs in Deutschland, fast 28.000 sterben daran. Deshalb informieren im März deutschlandweit über 5000 Ärzte, Apotheker und Reformhausbetreiber über Vorsorge und Früherkennung. Zu den Initiatoren der Kampagne gehört auch Dr. Dichtl, Darmspezialist aus Erding

Dr. Dichtl, bei welchen Symptomen sollte man hellhörig werden und wie kann man Darmkrebs am bestenund vor allem rechtzeitig erkennen? Ein bereits manifester Darmkrebs verursacht in seiner Frühform, je nach seiner Lokalisa- tion, keine bis geringgradige Beschwerden.  Je näher die Lokalisation am Darmausgang liegt, desto eher können Warnsymptome frühzeitig wahrgenommen werden. Zwingend klärungsbedürftig ist ein beobachteter Blutabgang mit dem Stuhl. Frühsymptom kann ein Wechsel im Stuhlverhalten sein. Dies kann z.B. das Gefühl einer inkompletten Stuhlentleerung sein, eine Änderung der Form der Stuhlwalze oder auch ungewollter Stuhlabgang bei Abgang von Flatulenzen. Die frühzeitige Koloskopie bei Auftreten solcher Veränderungen ist zur Früherkennung unbestreitbar die Methode der Wahl. „Darmkrebs ist durch eine geeignete Vorsorge vermeidbar“, sagt Dr. Karl Dichtl. Deshalb unterstützt er die Aktion Deutschland gegen Darmkrebs, die jährlich in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung stattfindet. Wie funktioniert eine Darmspiegelung? Eine Darmspiegelung (Koloskopie) dauert ca. 15 bis 20 Minuten und lässt sich im Allge- meinen schmerzfrei durchführen. Sie ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel das Abtragen von Polypen – den möglichen Vorstufen von Darmkrebs – oder die Entnahme von Gewebeproben. Der leere Darm wird dabei mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem untersucht. An der Spitze des sogenannten Koloskops befindet sich eine hochempfindliche Videokamera, welche Bilder aus dem Darminneren auf einen Monitor liefert. Der Arzt kann so die gesamte Darmwand beurteilen. Auf Wunsch kann vor der Untersuchung auch eine Beruhigungsspritze gegeben werden Ist eine Darmspiegelung schmerzhaft oder gefährlich? Und wer übernimmt die Kosten? Die Darmspiegelung kann durch eine entsprechende Medikation zur Sedierung vollkommen schmerzfrei durchgeführt werden. Da die Koloskopie ein invasives Verfahren darstellt, besteht methodisch die Gefahr einer Komplikation, insbesondere wenn im Rahmen der Untersuchung eine Abtragung eines Polypen erfolgt. Die Komplikati- onsrate ist allerdings gering und im Promillebereich. Die Folgen einer Komplikation können individuell aber erheblich sein, z.B. bis zur Notwendigkeit einer Notfalloperation. Die Kosten einer Darmspiegelung werden bei Symptomen altersunabhängig von der Kran- kenkasse übernommen. Bei vollkommener Beschwerdefreiheit kann eine präventive Koloskopie auf Wunsch eines Pa- tienten ab dem 56. Lebensjahr zu Lasten der Krankenkasse durchgeführt werden. Wo finde ich einen guten, erfahrenen Arzt für eine Vorsorgedarmspiegelung? Eine Vorsorgedarmspiegelung darf nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden, die jährlich mindestens 200 solcher Untersuchungen nachweisen kön- nen. Unter www.darmspezialisten.de finden vorsorgeinteressierte Bürger neben wichtigen Informationen rund um das Thema Darmkrebs das einzige bundesweite Verzeichnis solcher Fachärzte. Anhand der Landkreissuche können sich Patienten ganz bequem die entsprechenden Fachärzte in ihrem Landkreis mit der Genehmigung zur Durchführung der Vorsorgedarmspiegelung anzeigen lassen. Wie groß sind die Chancen, dass Darmkrebs rechtzeitig erkannt wird? Das Ziel in der Darmkrebsvorsorge ist nicht nur das frühzeitige Erkennen des Darm- krebses. Ziel ist vielmehr die Verhinderung der Entstehung eines Darmkrebses durch rechtzeitiges Erkennen einer noch gutartigen Vorstufe. Die Darmspie- gelung bietet als einzige Methode der Darmuntersuchung die Möglichkeit, die Vorstufe eines Darmkrebses zu erkennen und in gleicher Untersuchung durch endoskopische Intervention zu beseitigen. Wie kann man Darmkrebs vermeiden? Eine gesunde Lebensweise führt zu einer Verminderung des Darmkrebsrisikos. Neben erhöhtem Alkoholkonsum ist auch das Rauchen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko behaftet. Ballastreiche und vitaminreiche Kost sind mit einer Minderung des Darmkrebsrisikos assoziiert, ebenso eine erhöhte körperliche Aktivität. Da der Darmkrebs, von seltenen Formen einer genetisch bedingten Krankheitsneigung abgesehen, eine Erkrankung des höheren Lebensalters darstellt, wurde vor acht Jahren die Vorsorgekoloskopie in die Reihe der gesetzlichen Früherkennungsmaßnahmen aufgenommen, die ein asymptomatischer Patient ab dem 56. Lebensjahr durchführen lassen kann. Die Wahrnahme der präventiven Koloskopie als Früherkennungsmaßnahme und die frühzeitige Koloskopie bei Frühwarnsymtomenen hat dazu geführt, daß Erkrankungen an Darmkrebs bereits heute nachweislich in einem früheren Stadium mit höheren Heilungschancen erkannt werden. til

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