Der Jahresrückblick von Landrat Martin Bayerstorfer

Martin Bayerstorfer
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Martin Bayerstorfer

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein weiteres Jahr unter den Vorzeichen der Coronapandemie ist vergangen, das uns alle auf das Äußerste gefordert hat. Im beruflichen und im privaten Bereich mussten wir erneut bedeutende Einschränkungen hinnehmen und vielfach Herausforderungen begegnen, die aus der Pandemie resultieren.

Mehr als 10 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen Monaten mit dem Virus infiziert. Mehr als 150 Menschen sind bisher bedauerlicherweise der Krankheit erlegen. Den Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl.

Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang all jenen, die an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Virus in unserem Landkreis kämpfen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Führungsgruppe Katastrophenschutz, des Gesundheitsamts und der Kliniken, der Pflegeeinrichtungen, der Polizei, der Feuerwehr, der Rettungsdienste, der Hilfsorganisationen, des Impfzentrums, der Testzentren, der niedergelassenen Arztpraxen und der Apotheken, ohne deren Engagement die Bewältigung dieser großen Herausforderung nicht möglich wäre.

Aber auch über die Pandemie hinaus haben wir im Landkreis Erding gemeinsam einiges bewegen können. Zu den Meilensteinen zählen für mich unter anderem die Etablierung des Pflegekrisendienstes, der der Bevölkerung in bestimmten Gemeinden innerhalb des Landkreises Erding unentgeltlich zur Verfügung. Er kümmert sich temporär um zu Pflegende, wenn kein anderer Pflegedienst oder ehrenamtliche Helfer die Tätigkeit übernehmen können.

Auch die Ausstattung unserer Schulen war ein großes Thema: Mit CO2-Ampeln und Luftreinigungsgeräten wurden die bestmöglichen Voraussetzungen für den Präsenzunterricht an den Schulen des Landkreises geschaffen. Alle Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises wurden mit leistungsfähigem WLAN ausgestattet und es wurden zusätzliche Geräte im Bereich der Digitalausstattung beschafft. Die FOS/BOS wurde zwischenzeitlich mit modernsten Touch-Displays ausgerüstet, die nun auch für die weiteren Schulen verwendet werden sollen. Der Landkreis Erding beantragt dazu Fördermittel i.H.v. 1,6 Mio € aus dem Projekt „Digitalpakt Schule“.

Verdient wurde der Landkreis Erding für diese stetigen Fortschritte im Bereich der Nutzung bereits bestehender Netzwerke und Strukturen, um zukunftsorientiert die digitale Bildung noch stärker in den Blickpunkt zu rücken, von Kultusminister Michael Piazolo mit dem Qualitätssiegel „Digitale Bildungsregion in Bayern“ ausgezeichnet.

Eine höchst erfreuliche Nachricht erreichte den Landkreis im Juni. Ab dem Schuljahr 2022/23 eine Kinderpflegeschule im Landkreis Erding etabliert. Das Kultus- und das Sozialministerium haben Grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das an der Dr. Herbert-Weinberger-Berufsschule umgesetzt werden soll.

Im Rahmen einer Investitionsoffensive wird nach einem Beschluss des Krankenhausausschusses das Klinikum Landkreis Erding in den kommenden Jahren strategisch und räumlich zukunftsgerichtet aufgestellt. Dabei sollen am Standort Erding insgesamt rund 55 Millionen Euro investiert werden. Dazu gehören zwei Neubauten: einen, in dem eine neue Notaufnahme ihren Platz finden soll, sowie einen, in dem eine psychiatrische Tagesklinik sowie die Schmerztherapie des Klinikums ziehen soll. Für die Räumlichkeiten im Klinikum, die durch diese Maßnahmen frei werden, gibt es ebenfalls bereits Planungen. So soll im Klinikum ein neues, ambulantes OP-Zentrum entstehen, das den modernsten Anforderungen entspricht und durch das der Haupt-OP entlastet werden wird. Darüber hinaus sollen Neubauten für eine Strahlentherapie und ein Dialysezentrum entstehen, die beide durch externe Kooperationspartner betrieben werden sollen. Der Krankenhausausschuss hat außerdem ebenfalls beschlossen, dass die chirurgischen Ambulanzen der Unfallchirurgie und der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie in Räumlichkeiten ins Gartengeschoss ziehen soll.

Auch die Klinik Dorfen erhält einen Neubau – hier sollen 14 Millionen Euro investiert werden. In den Gebäuden sollen eine psychiatrische sowie eine geriatrische Ambulanz etabliert werden, bei denen Kooperationen mit der Klinik Wartenberg sowie dem kbo-Klinikum Taufkirchen denkbar sind. Weiterhin soll die Rettungswache dort Platz finden sowie Personalwohnungen und eine Tiefgarage mit rund 100 Stellplätzen entstehen.

Einen großen Erfolg konnten wir mit der MVV-Tarifintegration der Bahnstrecke Markt Schwaben-Dorfen erzielen. Damit kommen künftig rund ein Drittel der Landkreisbürgerinnen und -bürger in den Genuss, neben ÖPNV, Buslinien und S-Bahnen, die Bahn im MVV-Tarif ab Dorfen Bahnhof nach München nutzen zu können.

Und auch für das kommende Jahr sind zukunftsweisende Projekte geplant. Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfes beträgt rund 250 Mio. Euro, 196, 9 Mio. Euro im Verwaltungs- und 53,0 Mio. Euro im Vermögenshaushalt. Schwerpunkte setzen wir auf die Themen Familie/Soziales, Bildung und medizinische Versorgung. 20 Mio. Euro davon werden für eine Kreditaufnahme genutzt, die der Landkreis Erding aufgrund der besseren Konditionen für die Wohnungsbaugesellschaft tätigt, um das zukunftsweisende Mietkaufmodell im kommenden Jahr auf den Weg bringen zu können. Denn es muss auch für Durchschnittsverdiener möglich sein, Wohneigentum zu erwerben.

Gemeinsam haben wir das alles geschafft und auf den Weg gebracht! Dass dieser Zusammenhalt, dieses „Wir-Gefühl“ im Landkreis Erding besonders ausgeprägt ist, haben uns die vergangenen Monate der Pandemie und auch das fatale Hochwasserereignis im vergangenen Sommer erneut eindrucksvoll aufgezeigt. Über 100.000 Euro wurden gespendet, mit denen die betroffenen Menschen unterstützt werden können, unzählige freiwillige Helfer haben bei den Aufräumarbeiten geholfen.

Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang als Landrat des Landkreises Erding aber auch persönlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Zeit investieren, helfen oder auch nur einfach ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen ihrer Mitmenschen haben. Ebenso danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrem Ehrenamt unser tägliches Leben schöner, bunter und sicherer machen – seien es die Aktiven der Feuerwehren und Hilfsorganisationen, die Sport- und Schützenvereine, Nachbarschaftshilfen, Musik- und Theatervereine, Kommunalpolitiker oder soziale Organisationen. Ihr Einsatz für das Gemeinwohl ist das wertvolle Fundament unserer Gesellschaft.

Ich wünsche mir und uns allen, dass im kommenden Jahr wieder etwas mehr Normalität einkehren wird und wir ein wenig mehr in unseren gewohnten Alltag zurückfinden werden. Bis dahin müssen wir aber alle Anstrengungen unternehmen, um weitere Ansteckungen mit dem Covid-19-Virus zu vermeiden und die Fallzahlen zu senken. Ich bitte Sie daher, sich auch weiterhin an die aktuell geltenden Regeln zu halten und vor allem Ihre Kontakte zu reduzieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ruhige und besinnliche Weihnachtsfeiertage im engsten Familienkreis. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Ihr Landrat Martin Bayerstorfer

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