Ein junger Songwriter geht seinen Weg: Interview mit Oliver Totzauer aus Erding

Felix Räuber (li.) mit Oliver Totzauer
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Felix Räuber (li.) mit Oliver Totzauer

Erding – Oliver Totzauer. Ein Name, den man sich merken darf. Nicht, weil er bereits Weltruhm erreicht hätte. Den hat er noch vor sich. Was beeindruckt, ist die Art, wie er seinen Weg geht. Gerade und unbeirrt. Begnadet, weil er zur rechten Zeit die rechten Menschen trifft, die sein Potential erkennen und fördern.

Begonnen hat alles mit dem sechsten Lebensjahr, als der heute 25-Jährige auf Wunsch der Mama mit dem Gitarrenunterricht begann.

Ihr zuliebe blieb er dran, lernte je nach Vorlieben seiner Lehrer Pop oder Klassik, aber richtig interessant wurde es ab seinem 16. Lebensjahr, als er bei Sebastian Hofreiter Unterricht nahm, dem ersten Lehrer, der auf ihn als Person und seine Musikvorlieben einging. In dieser Zeit brachte sich Oliver, motiviert durch sein Vorbild „Coldplay“, Klavierspielen und das Singen selbst bei. Ganz klassisch in der Dusche oder beim Radfahren.

Besonders gerne erinnert sich Olli, wie er von seinen Freunden genannt wird, an die Zeit in der Schülerband der Fachoberschule in Erding, denn durch die Förderung seines Lehrers, Matthias Schultheiß, gelang ihm 2018 der Sprung von der zweiten zur ersten Stimme in der Schülerband. Trotz dieses Erfolgs verfestigte sich sein Wunsch, das Talent im Songwriting auszubauen, das der junge Musiker 2014 bei einem Aufenthalt in Südafrika entdeckt hatte. Losgelöst vom Alltag hatte er dort seinen ersten Song geschrieben. „Nicht gut“, wie er lachend gesteht, „aber es war, als ob eine Tür aufgegangen sei“.

Allerdings sah es für ihn zu Beginn seines Studiums 2016 in Berlin an der Hochschule für populäre Künste zunächst keineswegs mehr danach aus, „das war eine ganz andere Hausnummer“, erinnert er sich. Trotz dieses ordentlichen Dämpfers fand der aufgeschlossene Erdinger sehr schnell Anbindung, gründete die Band Elliot und blieb einfach dran, gepuscht von Robert Keßler, seinem Dozenten im Gitarrenunterricht, der Olivers professionelle Stimme und Fähigkeit als Frontmann erkannte. Ein Uni Workshop mit Felix Räuber, dem Frontmann der ehemaligen Band Polarkreis 18 (Hit „Allein allein“) brachte Neues ins das Leben von Oliver, denn etwa ein Jahr später fragte er Felix für ein Praktikum an … und bekam es.

An den 1. Februar 2019 erinnert sich Oliver gut: „Das war mein erster Arbeitstag bei Felix, der bei einem riesen Sportevent in der ausverkauften Mercedes Benz Arena auftrat. „Ich sollte Felix bei seinem Auftritt begleiten und Fotos schießen. Das war mega!“ Inzwischen schreibt der Student, der kurz vor seiner Bachelor Arbeit steht, schon mal den einen oder anderen Song für Felix. Einer davon, „Colors“, hatte einen exzellenten Start auf YouTube.

Zusammen mit Marlene Becher, einer Kommilitonin, hatte Oliver den Auftrag von Felix, innerhalb von vier Stunden eine Rohversion nur mit Gitarre und Gesang zu liefern. Während Marlene am Synthesizer probierte, verzog sich Olli mit einer alten Gitarre von Felix in einen Nebenraum und hatte nach zwanzig Minuten den Song parat. „Songwriting musst du psychisch und physisch zulassen können. Der Refrain „You even control the colors in my head“, kam wie aus dem Unterbewusstsein und ich war mit dieser perfekten Momentaufnahme total im Flow“ . Marlene lieferte in kurzer Zeit den Text zu diesem Musikstück, das die toxische Abhängigkeit einer Person beschreibt. Nach einem Jahr Produktionsarbeit wurde der Song Ende 2020 veröffentlicht.

Zu hören ist er auf youtube unter dem Link: www.youtube.com/watch?v=K7a5jPS2KIc

Aktuelle Pläne sind neben der Social Media Arbeit für Felix und dem Schreiben von Songs, die anstehende Bachelorarbeit und ein ganz persönliches Projekt mit dem Namen 18-19-20-21, in das Oliver persönliche Erlebnisse, aber auch die Auswirkungen der Pandemie, einfließen lässt. Wir dürfen gespannt bleiben. - Claudia Kruppa

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