Erding aus der Luft – Ein fotografischer Rundflug mit Hans Seeholzer

Erding

(til) – “Erding kocht” war letztes Jahr der Renner. Innerhalb von nur drei Wochen war das Kochbuch mit prominenten Erdinger Köchen ausverkauft. Jetzt ist es “Erding aus der Luft”, ein Bildband mit 160 großformatigen Luftaufnahmen von Hans Seeholzer, der unter keinem Christbaum in der Herzogstadt fehlen wird. Mit 14 Jahren fing Hans Seeholzer mit dem Segelfliegen an. Seither hat ihn die Leidenschaft nicht mehr losgelassen. Dann kam das Fotografieren hinzu. Die meisten Fotos in “Erding aus der Luft” entstanden in den vergangenen vier Jahren. Seeholzer fotografierte meist aus Motorflugzeugen, die für ihn Kollegen vom Fliegerclub Erding flogen. Über Erding und den ganzen Außenbereich, also Altenerding, Aufhausen, Bergham, Langengeisling und Pretzen kreisten sie, um die Stadt und die umliegenden Orte, damit er aus möglichst allen Perspektiven fotografieren konnte. Wie in einem Rundflug wird dem Leser dies alles systematisch erschlossen. “90 Prozent aller Erdinger Bürger müssten ihre Häuser in dem Buch finden”, sagt der Autor. Faszinierend sei für ihn und auch den Betrachter, dass Erding jeden Tag und bei jeder Witterung etwas anders aussehe und eine “unwahrscheinlich grüne Stadt” sei, “wahnsinnig erfrischend und wunderbar erhalten, insbesondere der Stadtkern, trotz einiger weniger architektonischer Großbausünden”. Deutlich werde auch „wie Erding in den letzten Jahren explodiert und trotzdem eine herrliche Stadt geblieben ist nach meinem Geschmack“, sagt Seeholzer. Dies unterstreicht er anhand alter Aufnahmen. Diesen Schwarz- Weiß-Fotografien aus den Jahren 1928 und 1935 stellt Seeholzer aktuelle Fotos aus der gleichen Perspektive fotografiert gegenüber. Auch seltene, von Oberst Herbert Hardt genehmigte Luftaufnahmen vom Fliegerhorst sind im Buch zu sehen. Auf die Idee einen Bildband zu erstellen brachten ihn die vielen Besucher seiner beiden Foto-Ausstellungen diesen Herbst, zuerst im Frauenkircherl, wo an einem Wochenende 2500 Besucher hineinströmten, um seine 50 Bilder zu bestaunen, und dann im Krankenhaus, wo sie die mittlerweile 70 großformatigen Farbfotos auch nach eineinhalb Monaten garnicht mehr abnehmen wollten. Wegen dieses großen Erfolges bat ihn nicht zuletzt auch Erdings Bürgermeister Max Gotz einen Bildband zu veröffentlichen. Gesagt, getan. Herausgeber des 302-seitigem Bandes ist seine Tochter Tina Hecht, die auch schon das Kochbuch verlegt hat. “Wir saßen vier Wochen Tag und Nacht zusammen. Es war purer Stress, aber auch absolute Freude.” Das Kreative, aber auch ein bisschen “das Irre” und vor allem die Liebe zu Erding liegt allen Familienmitgliedern im Blut. Auch Künstler Harry S., Seeholzer’s kleiner Bruder, gehört zum Clan. Seiner Mutter Gretl hat der Erdinger Hobbyflieger, der seine Brötchen als Kieferothopäde verdient, sein Erstlingswerk gewidmet. “Erding ist die schönste Stadt der Welt hat sie uns eingebläut und da hast gleich a Watschn aa kriagt, wennst es nicht geglaubt hast.” Aber das ist lange her. Und Gretl hat ihr Erziehungsziel bestens erreicht und ist mächtig stolz auf ihren Nachwuchs. “Ich möchte mit dem Buch möglichst vielen eine große Freude machen”, sagt Seeholzer. Die Begeisterung, die er bis dato erkennen konnte, sei sehr groß gewesen. Und wer Erding selber einmal aus der Vogelperspektive entdecken möchte, könne mit dem Fliegerclub, der Flüge zum Selbstkostenpreis anbiete, jederzeit in die Luft steigen. Infos Fliegerclub unter Tel. 0179/9 47 82 14.

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