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Neue Eingangshalle des Bauernhausmuseums eingeweiht

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Von: Mayls Majurani

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Eine Roteiche vor dem neuen Marktgebäude pflanzten (v. li.) OB Max Gotz, 3. Landrat Rainer Mehringer, Landrat Martin Bayerstorfer, Landkreis-Dekan Michael Bayer und Monika Mayr vom Bauernmarkt-Team.
Eine Roteiche vor dem neuen Marktgebäude pflanzten (v. li.) OB Max Gotz, 3. Landrat Rainer Mehringer, Landrat Martin Bayerstorfer, Landkreis-Dekan Michael Bayer und Monika Mayr vom Bauernmarkt-Team. © Mayls Majurani

Das Bauernhausmuseum in Erding hat eine neue Eingangshalle, in der der Bauernmarkt unterkommt und die teilweise fast 400 Jahre alt ist

Erding – Der Erdinger Bauernmarkt hat schon sehr bald ein neues Zuhause. Am Mittwochvormittag wurde das neue Eingangsgebäude des Bauernhausmuseums eingeweiht. Wobei neu nicht ganz zutreffend ist: für den Bau wurde das womöglich älteste Wohnhaus des Landkreises transloziert.

Seit 1627 stand das nach aktuellem Kenntnisstand älteste Profangebäude des Landkreises in Pesenlern. Im Herbst 2018 begann der Abbau und die Einlagerung aller wiederverwendbaren Materialien, wie Hölzer, Türen und Fenster. Ab Herbst 2019 wurde das Haus schließlich an der Taufkirchener Straße in Erding am Bauernhausmuseum wiedererrichtet und durch einen modernen Holzbau erweitert.

„Der Vergangenheit eine Zukunft geben“, sagte Landrat Martin Bayerstorfer in seinem Grußwort deshalb. Und er verwies auch auf eine Parallele: Damals, um 1627, wütete in Europa der Dreißigjährige Krieg und die Pest. Nun wurde das Gebäude wiedererrichtet, mitten in einer Pandemie.

„Geschichte, Bodenständigkeit und Heimatgefühl“

Das Bauernhausmuseum am Erdinger Stadtrand sei eines der Schmuckstücke des Landkreises, sagte Landrat Martin Bayerstorfer in seinem Grußwort. Es lasse die ländliche und bäuerliche Geschichte der Region nicht in Vergessenheit geraten und erkläre nun mit der neuen, teils 400 Jahre alten Eingangshalle, wie die Menschen früher gelebt und gearbeitet haben: „Das Bauernhausmuseum des Landkreises vereint mit seinem Bauernmarkt all das: Geschichte, Bodenständigkeit und Heimatgefühl.“

Auch Erdings Oberbürgermeister Max Gotz sprach von einem „unheimlich wichtigen Gebäude“ und von einem Leuchtturmprojekt, das die Menschen zusammenbringt, sei es beim Bauernmarkt oder bei diversen Veranstaltungen, die in den neuen Räumlichkeiten stattfinden sollen. „Hier wird Erdings kraftvoller Vergangenheit der Weg in die Zukunft gewiesen.“

Ein barrierefreier Bauernmarkt

Die Errichtung dieses Bauwerks war aber gar nicht so einfach, wie später auch Architekt Frieder Lohmann in seinem Grußwort anmerkte. Zum einen galt es ein uraltes Gebäude an einem neuen Standort wiederzuerrichten. Dazu musste ein Anbau her, der auch optisch passt. Und: Das Ganze musste barrierefrei gestaltet werden.

Im Haushalt 2021 waren für dieses Mammutprojekt 2,95 Millionen Euro eingeplant. Los ging alles aber schon 2017 mit einer Machbarkeitsstudie und einem Nutzungskonzept. Im März 2018 wurde schließlich der Bauauftrag vergeben.

Der Vergangenheit eine Zukunft geben: Der vordere weiße Teil des neuen Eingangsgebäudes ist fast 400 Jahre alt. Dazu gab es den modernen Holzanbau links im Bild.
Der Vergangenheit eine Zukunft geben: Der vordere weiße Teil des neuen Eingangsgebäudes ist fast 400 Jahre alt. Dazu gab es den modernen Holzanbau links im Bild. © Mayls Majurani

Im Vorfeld der Bebauung musste auch das Baufeld untersucht werden. Laut dem Bayerischen Denkmalpflegeamt waren hier Bodendenkmäler zu vermuten. Schließlich fand man aber nichts archäologisch interessantes.

Der Spatenstich erfolgte im Herbst 2019, im Frühjahr 2020 begann der Wiederaufbau des historischen Blockbaus und die Rekonstruktion des historischen Dachstuhls. In den Neubau integriert werden konnten natürlich nicht so viele Elemente, wie anfangs erhofft. Doch die markante Optik des Gebäudes aus 1627 ist weiterhin prägend für das gesamte Gebäude. Vor rund einem Jahr konnte schließlich Richtfest gefeiert werden.

410 Quadratmeter Nutzfläche

Die neue Eingangshalle hat eine Nutzfläche von 410 Quadratmetern. 145 m2 dienen als Verkaufsfläche im modernen Holztrakt, das von außen an einen Stall erinnert. Hier findet man moderne Verkaufstresen und Ringleuchten und viel helles Holz. 65 der 145 m2 sind Gasträume, verteilt auf das Erdgeschoss (21 m2) und auf die Empore im Obergeschoss (44 m2). Hier haben 52 Bürgerinnen und Bürger Platz – die obere Etage ist auch mit einem Treppenlift erreichbar. Dort gibt es auch einen Balkon, der entlang der Süd- und Ostseite verläuft.

Für den Holzanbau waren anfangs 220.000 Euro kalkuliert. Gebraucht wurden nur 80.000 Euro – weil die Schreinerklasse der Berufsschule Erding ihr Können unter Beweis stellte.

Die Segnung der neuen Halle übernahm Landkreis-Dekan Michael Bayer, der schmunzelnd anmerkte, dass auch der Petersdom in Rom etwa zur selben Zeit entstand, wie das ursprüngliche Pesenlerner Gebäude. Im Anschluss wurde noch eine Roteiche vor der Halle gepflanzt.

mama

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