Erding rüstet sich für den Coronavirus

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Rüsten den Landkreis auf (v.li.): Dr. Markus Marschall (Leiter Ärztlicher Kreisverband), Ärztlicher Direktor Dr. Lorenz Bott-Flügel, Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last, Landrat Martin Bayerstorfer sowie Andreas Münsch und Dr. Kathrin Mariß-Heinrich vom Gesundheitsamt

Das Landratsamt hat eine Screening-Stelle im Foyer eingerichtet 

Erding – Der Coronavirus hat den Landkreis Erding erreicht. Als Reaktion hierauf wurde diese Woche eine zentrale Screening-Stelle im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG) in der Bajuwarenstraße 9 eingerichtet, wie das Landratsamt Erding mitteilte. 

Die Screening-Stelle im Foyer ist täglich von 9-17 Uhr besetzt. Das Vorgehen müsse allerdings wie folgt ablaufen: Bei Beschwerden oder Verdachtsfällen wendet man sich zunächst telefonisch an seinen Hausarzt; dieser gibt dann bei Bedarf grünes Licht für einen Besuch in der Screening-Stelle im BZG und meldet die betreffende Person dort an. 

Ein Ansturm aus Eigeninitiative auf das BZG wäre schließlich kontraproduktiv – es ist jeweils nur ein Verdachtsfall im Foyer erlaubt. Nach dem Abstrich dauert es einen Tag, bis man das Testergebnis erfährt. „Wir wollen bestmögliche Vorsorge und Sicherheit bieten“, sagt Landrat Martin Bayerstorfer. 

Derzeit gibt es laut Gesundheitsamt im Landkreis Erding zwischen 30 und 40 Verdachts- und vier bestätigte Fälle. Die betroffenen Familien befinden sich in häuslicher Quarantäne. Auch das Klinikum Landkreis Erding rüstet sich für einen bevorstehenden Ausbruch. „Wir haben zehn Beatmungsmaschinen und drei weitere bestellt“, informiert Direktor Dirk Last. „Ein OP kann jederzeit sofort für einen Corona-Patienten genutzt werden. Zwar sind wir bereits jetzt – ohne Corona – zu 93 Prozent ausgelastet, doch wir werden weitere Kapazitäten bereitstellen.“ 

Unser Vorteil in Deutschland sei es, dass wir dem überbordenden Virusausbruch in Italien etwa drei Wochen voraus sind. Die Todesfälle in Italien gehen zum größten Teil darauf zurück, dass es zu viele Infizierte in zu kurzer Zeit gab, die sämtliche Kapazitäten des italienischen Gesundheitssystems schlagartig überlasteten.

Die schnelle Verbreitung stellt das größte Risiko des Coronavirus dar, plus die lange Inkubationszeit von zwei Wochen. Der Virus an sich verläuft in etwa 80 Prozent aller Fälle mild und äußert sich in einem Kratzen im Hals, Kopfweh, Gliederschmerzen, leichtem Fieber (das nach 1-2 Tagen bereits wieder abklingt) und in ähnlichen, Grippe-typischen Symptomen. 

13 Prozent erleben einen schweren Verlauf, der bis zu 4 Wochen andauern kann. Nur in etwa 6 Prozent aller Fälle nimmt der Virus einen lebensbedrohlichen Verlauf. Zu den Risikogruppen gehören ältere Menschen, speziell mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herzens. 

Weltweit rechnet man damit, dass die wärmeren Temperaturen des anbrechenden Frühjahrs den Virus eindämmen könnten. Momentan wird empfohlen, Veranstaltungen mit über 1000 Personen abzusagen. 

Essentielles Element zum Schutz sind gewissenhafte Hygiene beim Händewaschen und darauf zu achten, sich so selten wie möglich ins Gesicht zu fassen. Als ansteckungsgefährdet gilt man, sobald man zehn bis 15 Minuten direkten „Gesicht zu Gesicht“-Kontakt mit einem Infizierten hatte. phi

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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