Verbraucher wollen mehr Tierwohl

Rupert Staudhammer, die Familie Fürmetz vom Doislhof, Wolfgang Scholz, Caroline Brielmair, Evi Brielmair, Michaela Kaniber, Josef Lohmaier, Martin Bayerstorfer, Michael Hamburger, Dr. Andreas Lenz und Ulrike Scharf (v.l.)
+
Rupert Staudhammer, die Familie Fürmetz vom Doislhof, Wolfgang Scholz, Caroline Brielmair, Evi Brielmair, Michaela Kaniber, Josef Lohmaier, Martin Bayerstorfer, Michael Hamburger, Dr. Andreas Lenz und Ulrike Scharf (v.l.)

Die Milchviehhaltung ist die Säule der bayerischen Landwirtschaft. Deswegen soll von der Anbindehaltung auf Laufstall umgestellt werden. Doch so einfach ist es nicht. Die Vorsitzende der Molkereigenossenschaft Evi Brielmair fordert „echte Lösungen“ für Landwirte

Pretzen/Erding – Die Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ELF) lud zum Gespräch und alle kamen: zum Doislhof nach Pretzen. Betriebsleiter Andreas Fürmetz stellte den Betrieb mit seinem Hofladen als zweites Standbein vor, den er zusammen mit seiner Frau Mariella mit Begeisterung betreibt.

ELF-Bezirksvorsitzender Rupert Staudhammer schilderte die Situation in Bayern mit 10.000 Anbindehaltungs- und 4.000 Kombihaltungs-Milchviehbetriebe. Die gesellschaftliche Forderung nach mehr Tierwohl und weniger Tiere ist eine riesige Herausforderung für die bayerischen Betriebe. Eine Lösung ist nur mit höheren Produktpreisen für die Landwirte zu realisieren. Eine einheitliche Lösung in Europa ist anzustreben. Wolfgang Scholz stellte die Arbeit und Aufgaben des VMB (Verband der Milcherzeuger Bayern) vor. Seiner Meinung nach steigen die Milchpreise für die Landwirte im Verhältnis zu den Kostensteigerungen, durch beispielsweise Futtermittel, viel zu langsam. Die Milchauszahlungspreise waren teils unter Weltmarktniveau, was Scholz an der Macht des Lebensmitteleinzelhandels fest machte. Erfreulich für ihn sind die stabilen Preise für Biomilch. Sein Ziel ist die gleichwertige politische Anerkennung der Kombihaltung neben der Laufstallhaltung.

Die Landwirte mit den kommenden Herausforderungen nicht alleine lassen, das ist das Ziel der Agrarpolitik der Bayerischen Staatsregierung, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bekräftigte. Die gestiegenen Ansprüche aus der Mitte der Gesellschaft und vor allem der Verbraucher dürften nicht ausgeblendet werden. Es handele sich nicht um eine kurzfristige Stimmung, sondern um einen langfristigen Bewusstseinswandel. Schon heute müssten die Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung Abschläge im Preis hinnehmen.

„Wir bekommen eindeutige Signale von Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel, dass die ganzjährige Anbindehaltung keine Zukunft habe. Da kann ich nicht still zusehen und die Milchbetriebe mit der Entwicklung alleine lassen. Das wäre nicht ehrlich, nicht weitsichtig und deshalb keine verantwortungsvolle Politik“, so die Ministerin, „wir setzen auch bei der Anbindehaltung auf Freiwilligkeit und nicht auf Verbote. Wir werden in einer staatlichen Beratungsoffensive mit jedem Betrieb die individuellen Möglichkeiten ausloten. Gemeinsam eine Lösung finden ist unser Ziel.“

Die Tierhaltung und besonders die Milchviehhaltung sei die tragende Säule der bayerischen Landwirtschaft. „Deshalb ist unser Ziel, möglichst keinen Betrieb auf dem Weg aus der Anbindehaltung zu verlieren.

Fakt ist aber: Wer langfristig in der Milchviehhaltung bleiben will, sollte auf einen Laufstall umstellen. Ohne die Akzeptanz der Gesellschaft in Sachen Tierwohl würden wir einen massiven Strukturbruch in der bayerischen Milchviehhaltung erleben. Das wollen wir verhindern“, sagte Kaniber. Vorsitzende der Molkereigenossenschaft Evi Brielmair lobte die lösungsorientierte Herangehensweise Kanibers ans Thema Anbindehaltung. Ihrer Meinung nach wurde es bisher von der Politik versäumt, echte Lösungen für die Anbindehaltungsbetriebe zu finden.

„Besonders im Landkreis Erding ist die Milchviehhaltung ein zentrales Thema für die zahlreichen Milchbauern in der Region. Etwa die Hälfte der Betriebe halten ihre Kühe noch in Anbindehaltung und müssen in den nächsten Jahren für ihren Betrieb passgenaue Lösungen finden“, so der Erdinger BBV Vize-Kreisobmann Michael Hamburger. - Hamburger

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Jugendkulturtage Erding: Zwei Wochenenden volles Programm mit Freaky Friday, Konzert und Theater-Workshop
Erding
Jugendkulturtage Erding: Zwei Wochenenden volles Programm mit Freaky …
Jugendkulturtage Erding: Zwei Wochenenden volles Programm mit Freaky Friday, Konzert und Theater-Workshop
Literatur im Stadtpark für alle
Erding
Literatur im Stadtpark für alle
Literatur im Stadtpark für alle
Nach dem großen Erfolg jetzt auch in Erding: Konzert mit Omnitah & Peter Zörner
Erding
Nach dem großen Erfolg jetzt auch in Erding: Konzert mit Omnitah & …
Nach dem großen Erfolg jetzt auch in Erding: Konzert mit Omnitah & Peter Zörner
Special Olympics mit Sportlern der Nikolausschule und vom Skiclub Erding
Erding
Special Olympics mit Sportlern der Nikolausschule und vom Skiclub …
Special Olympics mit Sportlern der Nikolausschule und vom Skiclub Erding

Kommentare