Bienensaison 2020

Erträge im Landkreis Erding nicht zufriedenstellend

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Laut Imkerschaft fiel die Honigernte fiel in diesem Jahr eher bescheiden aus. 

Die Bienensaison 2020 ist seit Ende Juli zu Ende – Dank der Blühpflanze Silphie ist eine gute Futterversorgung über die Wintermonate gewährleistet

Landkreis Erding – Die Überwinterung 2019/20 der Bienenvölker im Landkreis Erding war überwiegend positiv, so dass den Imkern im Frühjahr vitale Völker zur Verfügung standen. Für eine stete Aufwärtsentwicklung der Völker sorgte das sonnige blütenreiche Frühjahr. Der April war durchgehend trocken, fast zu trocken. Doch der wenige Niederschlag reichte, damit die Pflanzen Nektar und Pollen produzieren konnten. Im Mai ging es sonnig und trocken weiter, hier war die Nektarproduktion zum Teil etwas eingeschränkt, trotzdem konnten die meisten der circa 550 Imkereibetriebe im Landkreis beim Blütenhonig eine befriedigende bis gute Ernte einbringen. 

Gute Ernten gab es aber meist nur da, wo Rapsfelder in der Nähe der Völker waren. Durch die stetige Aufwärtsentwicklung der Bienenvölker und gutes Flugwetter war der Schwarmtrieb dieses Jahr nicht ganz so stark ausgeprägt wie die letzten Jahre. Ende Mai begann dann eine lange, andauernde Schlechtwetterphase mit sehr viel Niederschlag und kühlen Temperaturen. Diese Phase dauerte bis zum Juli an, so dass der im Landkreis so beliebte Waldhonig sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist. Die Sommerhonigernte mit den Haupttrachten Himbeer-, Brombeer und Kleeblüte fiel sehr bescheiden aus. An manchen Orten mussten die Völker sogar schon im Juni zugefüttert werden. Hier konnten sie den Eigenbedarf nicht selbst einbringen. 

Der Juli brachte zwar eine Wetterbesserung, dennoch kam von den Linden kaum Honig. Bis auf wenige Ausnahmen gab es beim Abschleudern, Ende Juli, kaum nennenswerte Erträge. Ausnahmen gab es in der Regel dort, wo der Weißklee über längere Zeit blühen durfte. Meist wurde er aber viel zu früh gemäht. Die jetzt noch kommenden Einträge von Weißklee und Springkraut gehören den Bienen als Herbst- und Winterfutter und werden von den Imkern nicht mehr angetastet. Inzwischen gibt es auch im Landkreis ein paar Felder mit Silphie, einer Blühpflanze, die den Mais in den Agrargasanlagen ergänzen kann. Die Silphie ist ein wertvoller Pollenspender und die Insekten laben sich an den blühenden Pflanzen in den Feldern. Damit ist eine gute Futterversorgung über die Wintermonate gewährleistet. Aktuell läuft bei den meisten Völkern die Varroabehandlung. Diese dauert noch bis zum September. Insgesamt können die IImker mit den unterdurchschnittlichen Erträgen aus diesem Jahr nicht zufrieden sein. Jeder Imker muss gute und schlechte Honigjahre selbst ausgleichen. Da es für die Imkerei keine staatlichen Direkthilfen gibt, ist die Imkerschaft auf einen fairen Honigpreis angewiesen.

Ein Jahr Volksbegehren zum Artenschutz

Inzwischen hat das Volksbegehren zum Artenschutz seinen ersten Geburtstag gefeiert. Für eine Zwischenbilanz ist es sicher noch zu früh, aber die Imker merken, dass Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist. Viele Kommunen haben reagiert und haben bereits Blühflächen auf öffentlichen Flächen angelegt. Anderenorts beschäftigt man sich mit der Planung fürs kommende Jahr. Aber auch Privatpersonen sind sensibilisiert. Gärtnereien berichten von deutlich gestiegener Nachfrage an nützlichen Pflanzen für Insekten. Von staatlicher Seite sind nach Auskunft der Initiatoren des erfolgreichen Volksbegehrens noch viele Aufgaben zu leisten. Sei es beim Schutz von Streuobstwiesen und Gewässerrandstreifen oder bei der Aufgabe, den Ökolandbau in Bayern nach vorne zu bringen. Dennoch sind die Imker den Initiatoren und allen Unterstützern sehr dankbar, dass der Insektenschutz eine deutlich höhere Bedeutung gewonnen hat - Herbert Schwarzer

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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