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UWE fordert parteiübergreifende Klausurtagung zum Wohnungsproblem

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UWE-Ortsvorsitzender Benedikt Hogt und Fraktionssprecherin Petra Bauernfeind (stehend, v.l.) sehen das Problem Wohnungsnot als äuserst prekär an. © Brückner

Positiv wertete Petra Bauernfeind, dass es in Erding jetzt ein Wohnreferat gibt. Geärgert hat sie, dass UWE-Anträge an Stammtischen abgehandelt werden.

Erding  – Auch wenn es nicht Herbert Maiers (Die Grünen) Wunschreferat gewesen sei, freue sie sich dennoch, dass er es innehabe und am UWE-Dialog im Gasthof zur Post teilnehme, sagte die Fraktionssprecherin im Stadtrat. Sie zeigte sich düpiert darüber, dass mehrmalige Anträge der UWE-Fraktion an die Große Kreisstadt Erding an CSU-Stammtischen diskutiert würden, ohne dass sie im Stadtrat auf den Tisch gekommen seien. Ihr Wunsch ist eine parteiübergreifende Klausurtagung, auf der die drängende Thematik besprochen wird. Der Grundstücks- und Wohnungsausschuss sei zwar erweitert worden, aber seit Mai habe es bisher nicht eine Sitzung gegeben – angeblich wegen fehlender Thematik. So- BoN sei zwar ein denkbares Modell, aber dafür müsse die Goldgräberstimmung der Bauträger, die sich preiswerte Grundstücke gesichert hätten, erst einmal aufgeweicht werden. Auch die Mietpreisbindung ist in ihren Augen höchstens ein Puzzlestein, schaffe aber keinen zusätzlichen Quadratmeter Raum. Die Wohnsiedlung am Lodererplatz ist nach wie vor Bauernfeinds Lieblingsobjekt. Sie will dort Wohnraum auf verträgliche Art schaffen – für Familien, Senioren, den Postboten und die Verkäuferin. Wohnungen, die bezahlbar und vor allem beheizbar und pflegbar sind, was sie den 65 Mietobjekten am Lodererplatz abspricht. Dort seien sie wegen der hohen Stromkosten, beispielsweise für die teuren Boiler im Bad, kaum mehr finanzierbar, denn die Nebenkosten würden nicht selten die Miete übersteigen. Sie werde am Tag mehrmals um eine neue Wohnung angebettelt, nicht nur von Kunden der Nachbarschaftshilfe, sondern von ganz normalen Arbeitnehmern. Doch wahrscheinlich sei es leichter, eine Reise zum Mond anzubieten, obwohl das auch keine Lösung sein könne. Maier meldete sich zu Wort und warb um Verständnis für die Stadt. Er klagte aber an, dass es keine Übersicht darüber gebe, welche Grundstücke tatsächlich der Stadt gehören. Als denkbare Lösung sieht er an, dass die Stadt selbst erschließt. Aber dass nur ein Angebot auf ausgeschriebene Leistungen eingeht, gefällt auch ihm nicht – noch dazu wenn es rund 100 Prozent über der Kostenschätzung liegt. Eine Möglichkeit sieht er darin, die Geschoßflächenzahl zu erhöhen, aber dadurch entstünden Baugebäude, „die man nicht will.“ Er plädierte, wie Bauernfeind, dafür, dass man alles offen auf den Tisch lege, durchdenke und überlege, an welcher Schraube man drehen könne. Bauernfeind merkte an, dass sich der Stadtrat jede Menge Geld leiste, um etwa den Kronthaler Weiher umzubauen. Es könne nicht sein, dass das Gremium sich nur mit schönen Dingen beschäftige und die Verwaltung damit überlastet sei. Margot Hoigt gab der Angst Ausdruck, dass Quadratmeter- Preise von 8,20 Euro, wie sie die Baugenossenschaft verlange und wie sie Bauernfeind als beispielgebend dargestellt hatte, nicht unbedingt auf die Zielgruppe gemünzt seien, die die UWE ansprechen wolle. Sie forderte ein Konzept mit Visionen, zum Beispiel für den Lodererplatz, auf das man bauen könne. Dabei erinnerte sie an die Streuobstwiese, die in Altenerding- Süd ein Wohnungsgebiet auflockere. Vor allem aber plädierte sie dafür, die Ideen der UWE nach außen zu tragen. (ab)

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