Fotoausstellung im Frauenkircherl

Fotoausstellung im Frauenkircherl Erding über die extravagante Bewegung der Sapeurs im Afrika der 70er Jahre

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Ganz schön extravagant wird es mit den Sapeurs

Erding – In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist in den ehemaligen französischen und belgischen Kolonien, die seit ihrer Unabhängigkeit die Staaten Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo bilden, eine kulturelle Bewegung entstanden, die unter dem Namen „Sapeurs“ weltweit Aufmerksamkeit gefunden hat. Das Wort „Sapeurs“ bezeichnet eine Gesellschaft von Männern, die ihr Leben ausschließlich der Eleganz widmen. Zentrum der Bewegung ist Bacongo, ein Vorort von Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. 

Dort findet sonntäglich ein bizarres Spektakel statt. Gruppen auffallend gekleideter Männer paradieren durch die Straßen und versuchen sich vor anfeuerndem Publikum gegenseitig an Extravaganz zu übertreffen. Ihr modischer Stil macht keine Anleihen bei afrikanischer Tracht, sondern ist ausschließlich von westlicher Designerkleidung geprägt. Sie parodieren und imitieren mit ihrer demonstrativen Zurschaustellung von europäischen Luxusprodukten den Lebensstil der ehemaligen weißen Oberschicht. Es sind Männer aus armen Verhältnissen, die unter der Woche einer harten Arbeit nachgehen. Den Verdienst verwenden sie auf den Erwerb von Kleidung, Schuhwerk und Accessoires berühmter Modemarken. Sie bevorzugen grelle, knallige Farben und extravagante Kombinationen. Führende Modemagazine sind längst auf sie aufmerksam geworden. Diese Männer sind keine politischen Revolutionäre. Sie sind Rebellen des Stils und behaupten inmitten eines trostlosen Umfeldes die Haltung des urbanen Gentleman. Sie wollen durch ihr Outfit ein Stück Würde zurückgewinnen. 

Damit stehen sie in der Tradition des schwarzen Dandytums, das bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und im Showbusiness und verschiedenen Stilarten der Popmusik, zum Beispiel im Hip Hop, bis heute überlebt hat. Der international gefeierte Fotograf Baudouin Mouanda hat die Performance-Kunst der Dandys der Republik Kongo in faszinierenden Bildern dokumentiert. Seine Werke werden hier erstmals in Bayern mit freundlicher Unterstützung des Flughafen München gezeigt. Die Eröffnung findet am 15.Februar um 20 Uhr statt. Bereits um 18.30 Uhr wird Prof. Erbe (Berlin) einen Einführungsvortrag zu den Sapeurs im Museum Erding halten und auf die historisch-sozialen Hintergründe der Bewegung eingehen. Der Eintritt ist frei. - cl

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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