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Gegen den Fachkräftemangel: Die Ausbildung für 64 neue Kinderpfleger an der Berufsschule Erding ist gestartet

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Die angehenden Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen
Die angehenden Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen © Hautmann

Erding – Der stellvertretende Landrat Franz-Josef Hofstetter und Familienministerin Ulrike Scharf gaben den Startschuss für den neuen Ausbildungszweig zum Kinderpfleger/zur Kinderpflegerin an der Dr. Herbert-Weinberger Berufsfachschule in Erding. Mit den künftigen Absolventen soll dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel in der frühkindlichen Pädagogik entgegengewirkt werden.

Erfreut zeigte sich Schulleiter Dieter Link über die enorme Nachfrage nach den Ausbildungsplätzen. Mit 64 jungen Interessenten übertraf die Resonanz bei weitem den Erwartungen, so dass sogar eine zweite Klasse eingerichtet werden konnte. Am Ende der zweijährigen Ausbildung erlangen die Schüler den Abschluss „staatlich geprüfter Kinderpfleger“.

Die Ausbildung soll dabei nur den Beginn eines Maßnahmenpakets zur Stärkung des pädagogischen Angebots im Landkreis sein. In einem nächsten Schritt ist eine Aufstiegsfortbildung zum „staatlich anerkannten Erzieher“ geplant. Das von Landrat Martin Bayersdorfer anvisierte Fernziel ist schließlich die Einrichtung einer Fachakademie für Sozialpädagogik als staatliche Schule: „Es ist mir besonders wichtig, dass Ihnen und noch vielen weiteren jungen Menschen, die sich für einen Beruf im Bereich Kinderpflege und Erziehung interessieren, eine Bildungsstätte mit kurzen Entfernungswegen zum Wohnort angeboten werden kann. Und natürlich müssen und wollen wir das Angebot noch weiter ausbauen“, ließ er den jungen Menschen ausrichten.

Dabei ist die frühkindliche Pädagogik keine ausschließliche Frauendomäne mehr, wie Staatsministerin Scharf betonte. Denn immerhin gut zehn Prozent der Azubis sind junge Männer. Eine erfreuliche Entwicklung, die den sich verändernden gesellschaftlichen Rollenbildern Rechnung trägt. Beeindruckt zeigte sie sich von dem mutigen Engagement der angehenden Kinderpfleger: „Ihr seid diejenigen, die die Zukunft bauen für unsere Kinder und Heranwachsenden.“

Und die werden im Landkreis Erding immer mehr. Unter 25-jährige machen fast ein Drittel der Bevölkerung des Landkreises aus. Heute kommen pro Jahr annähernd 300 Kinder mehr auf die Welt als noch vor zehn Jahren, die Zahl der zu betreuenden Kinder unter drei Jahren hat sich seit 2007 mehr als verdreifacht. Diese treffen auf einen steigenden Personalmangel in den erzieherischen Berufen. Zahlreiche Gemeinden haben Schwierigkeiten, den enormen Bedarf zu decken, der sich aufgrund einer verstärkten Nachfrage nach Krippenplätzen, nach Schulkinderbetreuung und nach längeren Öffnungs- und Buchungszeiten zusehends vergrößert. Zudem haben Kinder ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Anerkennung ist ihnen dabei gewiss, wie Franz-Josef Hofstetter den versammelten Schülern angesichts ihrer Berufswahl versicherte: „Dankeschön. Wir brauchen Euch!“

Markus Hautmann

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