Pandemie

Wie geht es uns, wenn das Leben aus der Bahn gerät?

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Trotz allem dürfen wir einen tollen Frühlingsanfang erleben

Gedanken und Anregungen in Zeiten sozialer Isolation

Erding – Ungläubigkeit zuerst? Gedanken wie „Das kann einfach nicht sein. So etwas passiert doch immer nur den anderen, während ich behaglich auf meiner Couch vor dem Bildschirm sitze. Alles ganz weit weg und ich immer auf der sicheren Seite. Doch plötzlich sitzen alle in einem Boot. Ein Virus bringt das Weltgeschehen aus dem Ruder.

Uns, die es doch gewohnt sind, vermeintlich alles im Griff zu haben. Viele haben plötzlich unbegrenzt Freizeit, während andere noch stärker als bisher in die Pflicht genommen werden und extrem viel leisten. Sie sind wie Leuchttürme, die weit in die Gesellschaft hinein wirken und deren Bestehen aufrecht erhalten. Sie sorgen dafür, das das Leben auch für all jene, die zuhause bleiben sollen, weitergehen kann, indem sie mit allem Notwendigen versorgt werden. 

Und endlich!, möchte man sagen, stehen sie im verdienten Rampenlicht, all die Dienstleister aus dem sozialen, versorgenden und zuliefernden Branchen. Endlich! Ärzte, Krankenschwestern Pflegekräfte kommen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Sanitäter, Lieferanten, Lkw-Fahrer, Mitarbeiter in den Lebensmittelgeschäften, Zubringer, Müllmänner, Polizisten, Feuerwehren und die Behörden. Doch es entsteht auch eine Welle der Hilfsbereitschaft. 

Bürger helfen Bürgern und bieten ihre Dienste für Einkäufe und Besorgungen für Senioren und alleinstehende, bedürftige Mitbürger an. Es entsteht eine neue Solidarität, ein Miteinander. In der Gemeinde, den Städten und sogar europaweit. You´ll Never Walk Alone, ein Song von Gerry & The Pacemakers, der freitagmorgens um 8.45 Uhr europaweit von allen Radiosendern gespielt wurde, drückt ebenso, wie landkreisweit läutende Kirchenglocken, das verabredete, gemeinsame Musizieren und Singen aus Fenstern, Aufrufe zu Meditationen oder Gebeten, ein neu erwachendes Bewusstsein aus. 

Wir beginnen, die situationsbedingten, persönlichen Begrenzungen zu akzeptieren und unterstützend mitzuwirken. Wollen durch unser achtsames Verhalten dazu beitragen, den Virus zu begrenzen, ihn an weiterer Verbreitung zu hindern. Ein neuer Umgang in der Öffentlichkeit macht sich bemerkbar. Menschen halten achtungsvoll Abstand. 

Warten geduldig, es gibt kein Drängeln, kein „Ich habe keine Zeit“. Zeit gibt es für einige gerade genug. Zeit, die kreativ genutzt werden kann. Zeit, die aber auch unsere Ängste schüren kann. Ausgedrückt u.a. durch sogenannte Hamsterkäufe, hinter deren (Un)Sinn wir inzwischen schon selbst gekommen sind. Sie allein sind es, die derzeit Engpässe in der Lieferkette einiger Lebens- und Hygieneartikel schaffen. Finanzielle Einschränkungen, Sorgen. Schaffe ich das? Wie geht es dann weiter? Erholt sich unsere Wirtschaft? Wird alles wieder sein, wie vorher? Die Frage ist nur, wollen wir das? Alles wie vorher? Krise bedeutet Chance.

Für jeden einzelnen von uns, für uns als Gesellschaft, als Kollektiv. Welche neuen Wege kann ich ganz persönlich gehen? Welche in mir schlummernden Talente wecken, eben weil nun die Uhren etwas anders laufen.Wir können einmal richtig aus- und wieder einatmen. 

Langsam. Bewusst. Runter kommen. So, wie unsere Natur. Weniger Schadstoffbelastungen zeigen sehr schnell eine Wirkung auf die Qualität der Luft, des Wassers und somit für uns. Wenn sich auch vieles in unser aller Leben gerade wandelt, so hält dennoch der Frühling mit sonnigen Tagen als Konstante in unserem Leben seinen Einzug. Ein guter Grund, dankbar zu sein. Wie für vieles, was wir im derzeitigen Wandel erleben dürfen. Zusammen kommen wir gut durch diese Zeit. Kruppa

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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