Nominierung für Integrationspreis des DFB

Gelebte Integration

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Integration wird bei der JFG Sempt groß geschrieben Foto: jfgl

Die JFG Sempt Erding wurde als einziger Fußballverein Bayerns für den Integrationspreis des DFB nominiert

Erding – Weltmeister-Trikots und komplette Sets vom FC Bayern, Trainingsanzüge und Schuhe wanderten in die Kiste. Die Buben und Mädchen der Jugendfördergemeinschaft (JFG) Sempt Erding hatten zur Weihnachtsfeier in der Stadthalle ihre Fußballsachen mitgebracht. „Wir stellen das den Flüchtlingskindern zur Verfügung“, sagt John Fitzpatrick, schnürt das vierte große Paket zu und fügt hinzu: „Sie können das gut brauchen, wenn wir mit ihnen Fußball spielen.“ Mit Trainingsterminen im Januar will die JFG da anknüpfen, wo sie 2014 so gute Arbeit geleistet hat: in Sachen Integrationsarbeit. Jetzt hat sie es schriftlich, dass sie in diesem Bereich heuer landesweit die Nummer eins war. Als einziger Verein Bayerns wurde die JFG Sempt, ein Zusammenschluss der fünf Stammvereine FC Erding, SpVgg Eichenkofen, FC Langengeisling sowie Türk Gücü und FC Erding, für den Integrationspreis des Deutschen Fußballbundes (DFB) nominiert. Bundesweit haben sich 190 Clubs beworben, zehn sind nun in der letzten Auswahl. Darauf ist auch Vorsitzender Hans Egger stolz: „Es ist schön, dass unsere Arbeit so anerkannt wird“, sagt er und blickt dann voraus. „Jetzt wäre es natürlich der Hammer, wenn wir deutschlandweit ganz oben stehen würden.“ Denn das würde sich für den Verein, bei dem rund 300 Junioren und Juniorinnen im Alter von 12 bis 19 Jahren Fußball spielen, auch finanziell auszahlen. 5000 beziehungsweise 10.000 Euro gibt es für den Dritt- und Zweitplatzierten. Der Sieger bekommt einen Mercedes Vito.„So einen Mannschaftsbus könnten wir natürlich super brauchen“, sagt Egger und erinnert an die über 100 Kilometer weiten Fahrten, die die Jungkicker zu ihren Auswärtsspielen unternehmen müssen. „Träumen darf man ja“, sagt er, „aber es wird nicht leicht, denn die Vereine aus den anderen Bundesländern haben sicher auch eine tolle Arbeit in Sachen Integration geleistet.“ DFB und Mercedes-Benz vergeben den Integrationspreis seit 2007. Sie zeichnen damit soziales Engagement aus, das Kindern und Jugendlichen und besonders Mädchen mit Migrationshintergrund zu Gute kommt. Preise gibt es in den Kategorien Schule, freie und kommunale Träger und eben Fußballvereine. „Die Aktivitäten sollten die Solidarität, Toleranz und den interkulturellen Austausch fördern“, heißt es in der Ausschreibung. In der Kategorie Fußballverein steht „die Einbindung von Spielern, Trainern, Betreuern, Schiedsrichtern und anderen Funktionsträgern verschiedener Herkunft im Verein, mit Rücksicht auf kulturelle Besonderheiten“ im Vordergrund.Die JFG Sempt ist laut Frank Schweizerhof ein Musterbeispiel dafür. Er betreut den Wettbewerb um den Integrationspreis für den Bayerischen Fußballverband und zählt auf, warum die Erdinger so weit vorne liegen. Da wäre das Projekt Sport nach 1, das der Verein mit seinem Übungsleiter Norbert Göbeler bereits an drei Grundschulen in der Stadt durchführt oder durchgeführt hat. Sehr viele Mädchen mit Migrationshintergrund profitierten von dieser Schularbeitsgemeinschaft, sagt Schweizerhof. Auch das Training für Flüchtlingskinder, um das sich insbesondere Marco Zehner kümmert, nennt er. Als herausragende Leistung nennt Schweizerhof die Aufnahme des FC Türk Gücü als fünften Stammverein. „Mir wurde gesagt, dass wir der erste Verein mit Migrationshintergrund sind, der in eine JFG aufgenommen wurde“, sagt Gücü-Vorsitzender Ismet Dogan. Schweizerhof beeindruckt, wie „natürlich die JFG bei der Einbindung der türkischen Spieler und Funktionäre umgeht“. Da werde nichts künstlich gebastelt. Vielmehr sei es wie selbstverständlich gewesen, dass zum Beispiel Sülo Gül die sportliche Leitung bei den C-Junioren übernimmt oder Ismet Dogan sich im JFG-Vorstand einbringt.Die Aufgabe des BFV-Mannes ist es nun, „die Arbeit der JFG gegenüber der Jury lebhaft darzustellen“. Oliver Bierhoff sitzt zum Beispiel in dem Gremium, das sich nun die Unterlagen aller zehn Finalteilnehmer genauer anschaut. Die Entscheidung fällt dann am 19. Januar.„Ein Platz unter den ersten Drei wäre natürlich der Wahnsinn“, sagt JFG-Chef Egger. Das sei aber schon deshalb schwer, weil sich andere Vereine schon seit Jahren bewerben und vielleicht auch deshalb mal dran sind. Würde die JFG also 2015 einen neuen Anlauf unternehmen? Egger: „Na klar. Wir hören ja jetzt nicht mit der Integrationsarbeit auf.“ priglmeir

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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