Ehrung für Jubilar

Gemeinde Eitting ehrt Alt-Bürgermeister mit Stehempfang

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Geburtstagsfoto mit Damen. Unser Bild zeigt (v.l.) Pfarrer Philipp Kielbassa, Hans Wiesmaier, Prof. Dr. Hans Zehetmair, Jakob Schwimmer, Enkelin Theresa, den Jubilar, Sohn Wolfgang, Alt-Landrat Xaver Bauer, Gattin Mathilde und Bürgermeister Georg Wiester.

Matthias Kammerbauer feiert 80. Geburtstag

Zahlreiche Weggefährten und Freunde von Alt-Bürgermeister Matthias Kammerbauer trafen sich am Freitagabend im Mehrzweckraum der Grundschule, um dem Ehrenbürger der Gemeinde und Träger der Goldenen Bürgermedaille zum 80. Geburtstag zu gratulieren. Die Gemeinde hatte zu der Feier eingeladen und viele Gäste kamen, trotz der unwirtlichen Wetters. Laudator war neben Bürgermeister Georg Wiester auch Jakob Schwimmer, MdL a.D. und Stellvertreter des Landrats von Erding. Der Jubilar selbst ließ keinen Zweifel daran, dass er sich aufgrund seiner glücksbetonten Vita als der „reichste Mensch“ fühlt. Wiester konnte neben dem Jubilar dessen Gattin Hilde sowie Sohn Wolfgang und Enkelin Theresa begrüßen, alle „mit Begleitung“. Tochter Christine konnte aufgrund des Streiks des Flughafen-Sicherheitspersonals nicht persönlich anwesend sein. 

An der Spitze der Ehrengäste, die darüber hinaus persönlich willkommen geheißen wurden, standen Staatsminister d. D. Professor Dr. Hans Zehetmair, Jakob Schwimmer, er vertrat Landrat Martin Bayerstorfer, der seinerseits den Landkreis Erding beim Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten in München repräsentierte, und Alt-Landrat Xaver Bauer. Pfarrer Philipp Kielbassa war gekommen, Eittings Vizebürgermeister Reinhard Huber, aktive Mitglieder des Gemeinderates sowie „Gemeinderäte, die den Jubilar in dessen 36-jährigen Amtszeit begleitet haben“. Zahlreiche Träger der Bürgermedaille in Bronze waren in den Mehrzweckraum geströmt, genauso Bernhard Mücke, der Bürgermeister aus Oberding, Hans Wiesmaier, Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages, Kreisverband Erding, und „Sprecher“ der Bürgermeister, sowie amtierende und ehemalige Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberding/Eitting. Für die musikalische Umrahmung sorgten flott Erdings Musikschuldirektor Bernd Scheumeier (Ziach) mit seiner Tochter Susanne an der Harfe.

In seiner Laudatio blickte der Bürgermeister dann noch einmal auf das Leben seines Vorgängers im Amt zurück, beginnend mit der Kindheit „zusammen mit fünf Geschwistern in einer kleinen Landwirtschaft“, Kammerbauers Zeit im Internat der Salesianer, wo er auf „einem sehr hohen Bildungsstandart“ den Beruf des Starkstromelektrikers erlernte und schließlich den Umzug nach Eitting (1961), wo Mathilde und Matthias die Kinder Wolfgang und Christine geboren wurden. Der Jubilar hatte eine Stelle im Kraftwerk Eitting bekommen, legte die Meisterprüfung ab, wurde Mitte der 60er-Jahre Vertreter des Werksleiters in Eitting, später sogar in Eitting und Aufkirchen. Von Anfang der 80er bis zum Übergang in den Vorruhestand war Kammerbauer Werkmeister im Kraftwerk Finsing. Zusätzlich bekleidete der Jubilar den Posten eines Mitglieds im Aufsichtsrat „der seinerzeitigen Bayernwerks AG“ und war „stellvertretender Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender“. Und Wiester resümierte: „Beim Bayernwerk hatte sich damals wohl schnell herumgesprochen, dass Du auf vielen Gebieten ein großes Fachwissen hast!“

Die ehrenamtliche Karriere in der Kommunalpolitik war nicht weniger rasant: Kammerbauer wurde „als (Bayern-)`Werkler´, als einer aus der `Kolonie´ (Wohnsiedlung des Bayernwerkes in Eitting), auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt“, und das auch noch mit „einer sehr beachtlichen Platzierung“, wusste Wiester. Als Nicht-Landwirt in einer Gemeinde, in der damals „circa 90 Prozent der Gemeinderäte Landwirte waren!“, begann 1972 der Aufstieg: Gemeinderat, 2. Bürgermeister, 1. Bürgermeister – Wiester musste sich „auf ein paar Wegmarken“ in der Schilderung vom Matthias Kammerbauers „reichen (politischen) Lebens“ beschränken. Noch als Gemeinderat war er 1973 „Initiator zur Einführung eines Kindergartens in der Gemeinde“, der Schulhausumbau für 2,7 Millionen, die Sicherung des Fortbestands der Schule als Grundschule mit den Schülern auch aus Aufkirchen und Niederding (2006), die Ausweisung von Baugebieten, „viele im Einheimischenmodell“, die 36 Jahre, in denen der Jubilar Mitglied des Gemeinderates war (18), die sechs Jahre als Vizebürgermeister und die zwölf Jahre, in denen Kammerbauer als ehrenamtlicher 1. Bürgermeister tätig war, waren ein Erfolgsmodell. 

Und nicht zuletzt zeigten auch die zusätzlichen Ämter, „mit welch großem Einsatz“, mit welcher Zielstrebigkeit, Kompetenz und mit „welch nachhaltigem Einfluss“ der heutige Alt-Bürgermeister auf die Entwicklung der Gemeinde Einfluss nehmen konnte. So war Kammerbauer Ausschussmitglied in zwei Abwasserzweckverbänden, Mitglied in der Fluglärmkommission und im Nachbarschaftsbeirat. Er war aber auch im religiösen Bereich tätig, 28 Jahre als Pfarrgemeinderatsvorsitzender, er war Mitglied in der Kirchenverwaltung, war Kindergarten-beauftragter. Kammerbauer wirkte drüber hinaus als ehrenamtlicher Richter und Jugendschöffe, nicht zuletzt als Ortsvorsitzender der CSU – und das als Gewerkschafter. Wenige Stationen aus einem erfüllten Leben. 1991 wurde er mit der Kommunalen Dankurkunde ausgezeichnet, 2008 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze, die Gemeinde ehrte ihn mit der Goldenen Bürgermedaille und der Ehrenbürgerwürde. „Du hast bürgerschaftlichem Engagement in der Gemeinde Eitting ein Gesicht gegeben“, lobte Wiester abschließend. Unter Applaus schloss er in seinen Dank auch Kammerbauers Gattin Mathilde ein, die ihrem Mann „in vielem den Rücken frei gehalten“ habe. 

Für den Landkreis Erding sprach Jakob Schwimmer, der Stellvertreter des Landrats und langjähriger Weggefährte Kammerbauers. Vor rund 40 Jahren hatten sie sich im „Kirchlichen Jugendwerk Erding“ kennen „und schätzen gelernt“. Schwimmer lobte Kammerbauers „gerade Linie“, dessen Energie, einfach, dass der Jubilar „ein gschtandns Mannsbild war“. Von 1996 bis 2008 hätten sie „viel miteinander zu tun gehabt“, hätten „tatkräftig zusammengearbeitet“, mit „Respekt“ und in „konstruktiver Art und Weise“. Und bezüglich Kammerbauers Handling in der Flughafenproblematik konnte der Redner nur ausführen: „Wir haben Dich bewundert!“ Für Kammerbauers Zukunft hatte Schwimmer den kurzen Rat: „Lass Dir´s gut gehen und bleib gesund!“ Des Jubilars Erwiderung war typisch: Ernsthaft, aber doch ein wenig ironisch und auch gewohnt witzig. Er bedankte sich bei den Laudatores, merkte an, dass er für den Stehempfang nicht der „Auslöser“ war, sondern die Gemeinde und empfahl, dass jedermann die getätigten „Aussagen selber bewerten“ möge. Kein Hehl machte er daraus, dass ihm die 1050-Jahrfeier der Gemeinde, der ehemaligen Hofmark des Freisinger Fürstbischofs, ein großes Anliegen war. Vor allem auch deswegen, weil „unser Schirmherr Hans Zehetmair“ dabei „zu seinen Leuten gehalten“ habe. 

Es habe aber auch Punkte gegeben, in denen er nicht erfolgreich gewesen sei, meldete Kammerbauer: Es sei ihm z.B. nicht gelungen, in Eitting eine Musikkapelle zu installieren. Und er beklagte den schwindenden Bürgersinn in der Gesellschaft. Früher habe man sich gegenseitig geholfen, jetzt stehe dafür der Ruf nach der Gemeinde, dem Staat. Die heutigen Menschen hätten keine Gemeinschaft mehr, klagte der Jubilar. Er aber habe Glück in seinem Leben gehabt. Das Internat, in dem man sich auch habe durchsetzen müssen, eine Familie. „Leistung lohnt sich“ war Kammerbauers Credo, immer nach dem Grundsatz „Fördern und Fordern“. Gesund an Leib und Seele fühle er sich als „der reichste Mensch“. Und, „es ist schön, wenn man gebraucht wird“. Für seine „gelegentlich lockeren Sprüche“ bat er um Nachsicht, ein „Vergelt´s Gott“ sagte Kammerbauer auch seiner Familie, „auf die bin ich recht stolz“. Dann war das schmackhafte, reichhaltige Buffet freigegeben, private Erlebnisse und Erfahrungen konnten ausgetauscht werden.  - lex

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