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Ein Glanzstück, wenn es einmal fertig ist

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Sanieren will die Stadt endlich das altehrwürdige „Loderer-Haus“  am Rätschenbach, doch ist es nicht für alle Verwendungszwecke geeignet. © Brückner

Mit dem Lodererhaus, den Erdingern besser bekannt als „Tilly-Eck“, befasste sich der Stadtrat erneut. Die Planung nimmt nun, nach 2007, wieder Gestalt an.

Erding – Am Rätschenbach 12 steht das marode Gebäude, das sich im Eigentum der Großen Kreisstadt befindet. Diplom Ingenieur (univ.) Udo Rieger, von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern öffentlich bestellt und vereidigt als Sachverständiger für Historische Bausubstanz, hat sich aufgrund der Bestandsuntersuchungen des Architekturbüros Werner Irl, des Kirchenmalers Wilhelm Böck und des Ingenieurbüros von Georg Wastl und Andreas Lippacher aus dem Jahr 2007 an die Arbeit gemacht. Er hat sich mit der restauratorischen Voruntersuchung befasst und zusätzlich ein verformungsgetreues Aufmaß, eine dendrochronologische Untersuchung sowie ein Konzept für die statischen Instandsetzungsarbeiten erstellt. Die Belange des Denkmalschutzes wurden ebenfalls bereits abgestimmt. „Jeder kennt das Gebäude, es ist ortsbildprägend.“ Der Einbau eines Aufzuges sei nicht möglich, so Stadtbaumeister Sebastian Henrich. Doch im ersten Obergeschoß könne man einen fast höhengleichen Übergang zur Bücherei schaffen, sagte er, obwohl die Bücherei ihrerseits im Dach selbst noch Kapazitäten und keinerlei Interesse hat, das Gebäude zu nutzen. Reinhard Böhm, geschäftsführender Beamter des Rathauses, erklärte, dass man darüber nachdenken müsse, das Gebäude für das Rathaus zu verwenden, weil dieses von der Kapazität her langsam aber sicher an seine Grenzen stoße. „Für die Zukunft wird es mit Neueinstellungen problematisch, wir brauchen Räume zur Entlastung“, sagte er. Zwar nehme die Apotheke momentan ein wenig Druck, aber, „das langt nicht“, warnte Böhm. Allerdings ist es mit dem Haus nicht so einfach. Es handelt sich um ein Einzeldenkmal. „Aus der Denkmalnummer kommen wir nicht raus“, warnte Henrich. Die Raumhöhe beträgt zwischen 2,20 und 2,40 Meter maximal. „Man muss den Nutzer an das Gebäude anpassen, nicht das Gebäude an den Nutzer“, sagt er. Jutta Harrer (SPD), die an einen Antrag ihrer Partei erinnerte, das Gebäude als Bürgerhaus, als Begegnungsstätte, umzubauen, entgegnete Oberbürgermeister Max Gotz: „Sie tun uns und sich selber damit keinen Gefallen.“ Für Büronutzung sei das Gebäude denkbar, aber für alle anderen Zwecke schwierig geeignet. Burkhard Köppen (CSU) wollte Berechnungen und Schätzungen der Kosten haben. Er wisse, das könne erst erfolgen, wenn im Haushaltsplan entsprechende Summen eingestellt würden. In jedem Jahr seien aber bereits 2,5Millionen Euro für Sanierung und Umbau des Gebäudes vorgesehen, ob man die nicht aktivieren könne?, fragte er. Einig war sich der Stadtrat mit Dr. Markus Marschall (SPD). Er sah ein, dass das Gebäude nicht für ein Kulturbürgerhaus geeignet sei, aber sicherlich in der Innenstadt glänze, wenn es einmal hergerichtet sei. ab

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