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Halloween Ends: Das Finale der Horrorsaga verspricht den ultimativen Abschluss. Lohnt sich der Kinobesuch?

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Von: Philip Heggmair

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Das letzte Zusammentreffen steht bevor: Wird Laurie Strode ihren ewigen Verfolger Michael Myers endgültig zur Strecke bringen?
Das letzte Zusammentreffen steht bevor: Wird Laurie Strode ihren ewigen Verfolger Michael Myers endgültig zur Strecke bringen? © Universal Studios

Erding – Halloween und der Name Michael Myers scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein. Seit 1978 sucht der Mörder mit dem weißen Maskengesicht zur Halloweennacht arglose Opfer heim. Dieses Mal zum endgültig letzten Mal. Mit ‚Halloween Ends‘ legt Regisseur David Gordon Green den finalen Akt seiner Sequel-Trilogie vor, die 2018 mit ‚Halloween‘ begann, 2021 mit ‚Halloween Kills‘ fortgeführt wurde und nun, wie großspurig angekündigt, ihr definitives Finale erreicht.

Die Frage, die Fans auf der ganzen Welt auf den Nägeln brennt, lautet: Wie verschafft man einer Ikone des Kinos einen zufriedenstellenden Abgang? Die Antwort dürfte für viele ernüchternd ausfallen. ‚Halloween Ends‘ ist ein ambivalenter Film, der sämtliche Erwartungen unterwandert und das Publikum spaltet. Warum? Anders als die beiden Vorgänger ist ‚Halloween Ends‘ kein typischer Slasher-Film. Vielmehr ist es ein düsteres Trauma-Verarbeitungs-Drama geworden, das die überlebenden Opfer von Michaels Terror aus den vorherigen Teilen in den Mittelpunkt stellt und ihre Bemühungen, wieder in ein normales Leben zurückzufinden.

Die Geschichte setzt vier Jahre nach ‚Halloween Kills‘ an. Als ein junger Mechaniker im Ort des Mordes an einem Kind beschuldigt wird, scheinen die beteiligten Charaktere von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden. Wieder geschehen Morde. Und alle fragen sich: Ist Michael Myers zurückgekehrt, um sein Werk zu vollenden?

Fans mokierten, man bekäme zu viel Drama und Langeweile geboten und zu wenig Michael Myers. Tatsächlich lässt sich der Film fast eine Stunde Zeit, ehe die Spannungskurve anzieht. Die typischen Zutaten eines Halloween-Films werden gar erst zum Finale von der Leine gelassen. Dies dürfte viele Zuschauer enttäuschen.

Michael Myers macht seit 1978 das Kino unsicher. Jetzt soll es enden
Michael Myers macht seit 1978 das Kino unsicher. Jetzt soll es enden © Universal Studios

Allerdings hatte Regisseur Green von vornherein angekündigt, dass zum großen Finale eine ruhigere, intimere Gangart zu erwarten ist, die sich mehr am Vorbild des ursprünglichen Halloween-Films von John Carpenter aus dem Jahr 1978 orientiert. Doch Green ist mit seiner Neuauflage noch viel weiter gegangen, als Carpenter es je gewagt hätte. Sein moderner Michael Myers ist mehr als nur ein Mensch. Er ist die Personifizierung des Bösen in all ihrer schlichten Abstraktheit, der Mensch gewordene Alptraum, der uns zeit unseres Lebens verfolgt, wo auch immer wir uns verstecken.

Man kann seinen Ängsten nicht entfliehen – eine Prämisse, die definitiv nicht revolutionär oder neu ist. Aber selten wurde sie derart konsequent angewandt, wie in ‚Halloween Ends.‘ Der Regisseur opfert sämtliche Erwartungen des Publikums seiner Absicht, um keinen Preis einen konventionellen Slasher-Film zu präsentieren. Ein Schachzug, der nur bedingt aufgeht, da Zuschauer, die einen handfesten Horrorfilm mit jeder Menge blutiger Morde erwarten, zwangsweise irritiert werden.

Und doch führen am Ende der Geschichte alle Fäden zusammen und liefern uns das versprochene Finale der Saga, wenn Michael Myers zum letzten Mal auf seine ewige Widersacherin Laurie Strode trifft. Schauspielerin Jamie Lee Curtis bestätigte im Vorfeld, dass mit diesem Film die Geschichte ihres Charakters im Halloween-Universum definitiv abgeschlossen wird.

Es gibt also ein Ende. Nur wird es nicht das sein, das der Zuschauer erwartet. Unsere Wertung: 6/10

‚Halloween Ends‘ läuft jetzt im Cineplex Erding, wie der Vorgänger mit FSK 18 Freigabe. Zu Halloween wird am 31. Oktober ab 18 Uhr ein Triple-Feature mit der Sequel-Trilogie gezeigt.

Philip Heggmair

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