‚Halloween Kills‘ - Lohnt sich der Kinobesuch des ultrabrutalen Horrorfilms?

Er wird für erhöhten Blutdruck sorgen: Michael Myers ist zurück!
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Er wird für erhöhten Blutdruck sorgen: Michael Myers ist zurück!

Mit ‚HALLOWEEN KILLS‘ wird der diesjährige Halloween-Horror pünktlich zur gruseligen Jahreszeit auf die Zuschauer losgelassen. Lohnt sich der Kinobesuch?

Kino – Nicht viele Filme können von sich behaupten, ein ganzes Genre geprägt zu haben. Als Psychiatrie-Häftling Michael Myers 1978 erstmals mit gezücktem Messer und weißer Maske Jagd auf Teenager machte, war das Sub-Genre des Slasherfilms mitsamt seinen bis heute charakteristischen Spielregeln geboren. Mit minimalistischen Mitteln, sparsamer Musik und kreischenden Teenager-Mädchen kam das Grauen seinerzeit in die bis dato friedlichen Vorstädte.

40 Jahre und unzählige Fortsetzungen später, wurde die Reihe mit HALLOWEEN 2018 von Grund auf neubelebt. HALLOWEEN KILLS schließt nahtlos daran an. Wiederholt sich der beispiellose Erfolg des einst maßstabsetzenden Halloween-Phänomens?

Eine Nacht, eine Stadt: Michael Myers zieht eine Schneise der Verwüstung durch das Städtchen Haddonfield. Subtiler Spannungsaufbau wie noch 1978 ist passé – von Anfang an dreht der Film die Kreisch-Skala bis zum Anschlag und reiht die blutigen Schauwerte aneinander. Während die ersten Opfer über die Klinge springen, rottet sich eine nach Selbstjustiz lechzende Bürgerwehr zusammen, die Haddonfield endgültig ins unübersichtliche Chaos stürzt. Sozial relevante Themen wie Herdenverhalten, Zusammenhalt und Gruppendynamik werden allerdings nur oberflächlich angeschnitten.

Die ewigen Fehlentscheidungen der Hauptpersonen

Es ist typisch im Horror-Genre, sich als Zuschauer über die mitunter zum Himmel schreienden Fehlentscheidungen der Charaktere aufzuregen. Auch HALLOWEEN KILLS zelebriert dieses Phänomen – und liefert in der Mega-Ebene sogar eine Erklärung dafür: Michael wird als personifizierte Inkarnation der dunkelsten Abgründe aller Menschen inszeniert; eine rohe, unerklärliche Naturgewalt des Terrors, in deren Präsenz sich niemand rational verhalten kann.

So verzeiht man den Filmemachern auch, wenn ein vermeintliches (natürlich weibliches) Opfer sich, anstatt in die Freiheit zu laufen, lieber vor Angst zitternd unter einer Baumwurzel versteckt, damit Michael Myers (der sich grundsätzlich nur entschleunigt gehend fortbewegt) wieder aufholen kann und die Szene spannend bleibt.

Das neben Michael Myers prägende Gesicht des Halloween-Franchises, Jamie Lee Curtis, spielt im jüngsten Teil indes kaum eine Rolle. Sie erholt sich im Krankenhaus von ihren in Teil 1 erlittenen Verletzungen, an der Front kämpft diesmal ihre Film-Tochter, mitsamt deren Nachwuchs. Curtis´ Part dürfte im Abschluss der neuen Trilogie, HALLOWEEN ENDS (Release wohl Halloween 2022), wieder größer ausfallen.

Ultrabrutale Kills - Wirklich unheimlich aber vor allem in ruhigen Momenten

Wann immer Michaels Messer zum Einsatz kommt, geht es buchstäblich ans Eingemachte. HALLOWEEN KILLS ist der bislang härteste Film des Franchises und agiert auf einer Brutalitäts-Skala, die noch vor wenigen Jahren im Mainstream-Kino unvorstellbar gewesen wäre. Man blickt dem Serienkiller bei der Arbeit quasi über die Schulter. Horror-Fans werden begeistert sein, Neulinge überfordert.

All dem Lärm, Trubel und Blut zum Trotz: Seine stärkste Karte spielt der Film immer dann, wenn es ganz still wird. Wenn Michael Myers mit geschmolzener Maske, blitzender Klinge und stoischer Ruhe durch die dunklen Straßen streift und dazu die vom Schöpfer John Carpenter persönlich eingespielte Halloween-Musik erklingt, ist Gänsehaut garantiert. Mehr Halloween geht nicht. Dafür gibt´s auf unserer Horror-Skala Fünf von Fünf ermordete Kürbisse!

HALLOWEEN KILLS läuft ab sofort im Cineplex Erding und Vilsbiburg! - phi

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