Ein Haus für alle

Zahlreiche Vertreter öffentlicher Einrichtungen waren ins Landratsamt gekommen, um die im Jahr 2011 Eingebürgerten zu empfangen Foto: Brückner

Erding – Landrat Martin Bayerstorfer hatte die 104 neuen Landkreisbürger eingeladen, mit Vertretern des öffentlichen Lebens im Landkreis ihren Entschluss zu feiern, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Etwa 20 von ihnen waren dem Aufruf mit ihren Familien trotz widriger Witterungsverhältnisse gefolgt. Es war das erste Mal, dass Bayerstorfer diese Geste machte und er gab der Hoffnung Ausdruck, hiermit eine schöne Tradition begründet zu haben. Viele Bürgermeister waren gekommen, was der Landrat als Zeichen dafür wertete, dass sie stolz darauf seien, die Neubürger bekommen zu haben. „Die Einbürgerung ist für Sie alle, aber auch für den Landkreis Erding ein Schritt, der es wert ist, gewürdigt und gefeiert zu werden. Wir wollen nicht, dass Sie Ihre Kultur ablegen. Verständigung, Austausch, Verbindung und gegenseitiger Respekt unter dem Dach unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung ist vielmehr das Ziel“, sagte er. Er hoffe, dass alle Erwartungen und Wünsche der Zugewanderten in Erfüllung gingen, sagte er und forderte die Einheimischen auf, den neuen Mitbürgern die Hand zu reichen, sie aktiv zu unterstützen und Klischees, Vorurteile, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Das sei kein Spazierweg, aber ihn zu gehen, lohne sich. Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier richtete in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindetages im Landkreis ein Grußwort an die Gäste. Er freute sich besonders darüber, dass die Neubürger die Kinder mitgebracht hatten. „Nehmt sie mit, bringt sie ein“, bat er. „Alles was Bayern so braucht“, sei zur Begrüßungsfeier gekommen. Die Vertreter der Kommunalpolitik von Banken, des Krankenhauses und der Gerichtsbarkeit seien anwesend. „Die Welt wird nicht kleiner, aber die Entfernungen sind schneller zu überbrücken, es ist wichtig, dass wir näher zusammenrücken, wir sind aufeinander zugegangen“, sagte er. Alle zusammen würden es schaffen, die Welt ein Stück näher aneinander zu bringen. Allein in Fraunberg würden Menschen aus 40 Nationen leben. Alle sollten so wie er sagen können: „I bin der Hans (Vorname austauschbar), und do bin i dahoam“. Eleni Lehner, gebürtige Griechin, Leiterin der Sprachabteilung an der Volkshochschule und unter anderem zuständig für die Prüfungen zum Einbürgerungstest, nahm Bezug auf eine Fabel von Roosevelt Thomas in der es darum geht, wie Giraffe und Elefant in ein Haus passen, das die Giraffe für sich und ihre Familie gebaut hat: hoch und eng. Lehner hat es jedenfalls geschafft. Sie fühlt sich hier wohl und geborgen und ist zuversichtlich, dass der Landkreis das Giraffen-Haus breit genug bauen kann, damit sich auch Elefanten darin wie zu Hause fühlen können. Zum Zeichen dafür schenkte sie Bayerstorfer eine Stoff-Giraffe. Stadthallenwirt Reinhold Dangl hatte sich Gedanken gemacht. Zu Essen gab es Hähnchencurry, Wokgemüse, italienische, gefüllte Gnocchi und Geschnetzeltes. Und der Landrat hatte ein kleines Willkommens-Geschenk für seine Gäste parat: Ein Landkreiswappen aus Schokolade, das nicht nur die Kinder zum Fressen gerne hatten. ab

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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