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Heimatverein mit Familie verglichen

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Eittings Bürgermeister Georg Wiester (r.) nahm den Gottesdienst zum Anlass, eine Spende von 3.000 Euro an Richard Thaler zu übergeben. Der noble Betrag dient der Finanzierung der Kosten, die durch die Restaurierung der außerordentlich wertvollen Gadener Kirchenorgel entstanden sind. © Foto: lex

Dankgottesdienst und Spende der Gemeinde Eitting

Gaden – Zu einem Dankgottesdienst trafen sich die Mitglieder des Heimatverein Gaden e.V. vor kurzem in der Filialkirche St. Jakob. Anlass war der Gründungstag des Vereins am 28. Dezember 1978, der sich heuer zum 35. Mal jährte. Zelebrant war Pfarrer i.R. Ernst Friedrich. Er verglich den Heimatverein mit einer Familie, in der alle zusammenhalten müssen. Eittings Bürgermeister Georg Wiester nahm die Eucharistiefeier zum Anlass, der Kirchenverwaltung den seit langem zugesagten Zuschuss der politischen Gemeinde in Höhe von 3.000 Euro zum Abtrag des Schuldenberges zu überreichen, der durch die Restaurierung der Gadener Barockorgel entstanden ist.Die Kirche war gefüllt wie sonst nur zum Patrozinium, als Pfarrer Ernst Friedrich mit seinem großen Altardienst in St. Jakob einzog. Für die musikalische Gestaltung sorgte Kirchenmusiker Markus Forster an der Gadener Orgel, die in ganz Süddeutschland nahezu einmalig ist, besitzt sie doch eine Windlade aus der Zeit nach 1582. Diese Orgel war in den letzten Jahren grundlegend restauriert worden, was mit Kosten von rund 50.000 Euro zu Buche schlug. Um den Schuldenberg, der auf der Filialkirchengemeinde lastet, abtragen zu helfen, hatte der Eittinger Gemeinderat schon im September 2013 beschlossen, 3.000 Euro locker zu machen. Diesen Betrag übergab Bürgermeister Georg Wiester nun zum Abschluss des Gottesdienstes vor der Gemeinde an Richard Thaler, den Kassier der Kirchenverwaltung Gaden. Der Rathauschef gratulierte in diesem Zusammenhang dem Heimatverein Gaden zu seinem Jubiläum, Wiester dankte aber auch allen, „die mitgeholfen haben, dass die Orgel restauriert werden konnte“. Und das waren nicht wenige kleine und große Spender. Trotzdem fehlen noch einige tausend Euro, um den Schuldenberg verschwinden zu lassen. Die Orgel sei „die Königin der Instrumente“, zitierte Wiester, „und das ist auch in Gaden so“. Und der Gemeindechef hatte sogar noch ein Bonmot dabei. Er wusste, dass die Weber Anni aus Eitting lange Zeit auf der jetzt restaurierten Orgel die Gottesdienste begleitet hatte und dazu bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Gaden gekommen war.Vorher hatte Pfarrer Ernst Friedrich dem Heimatverein seine Glückwünsche ausgesprochen, aber auch die rhetorische Frage gestellt: „Was ist eigentlich Heimat?“ Das sei „das Stück Erde, wo wir aufgewachsen sind und wo wir leben“, war die Antwort, das Dorf, die Häuser, das Wirtshaus, das Feuerwehrhaus, aber eben auch die Kirche. Heimat seien nicht zuletzt „die Werte, die unsere Heimat geformt haben, vor allem aber der Glaube“. Auch „die Menschen, die uns begleiten“ seien Heimat, daran erinnerte Friedrich. Zeichen für Heimat seien deshalb auch die Familien; denn „auf die Familien kommt es an!“ Damit ging der Prediger auf das Evangelium des Sonntags in der Weihnachtsoktav ein, auf das Fest der Heiligen Familie, das mit dem Vorabendgottesdienst gefeiert wurde.Friedrich forderte im Verlauf seiner Ansprache die Gläubigen auf, auf die eigene Familie zu schauen, die Feste, die gemeinsam gefeiert wurden, zu rekapitulieren, die Feiern mit den Eltern und Geschwistern – aber auch an die Freuden und Sorgen mit den Kindern zu denken und sich dann an die Familie des Jesusknaben zu erinnern. An den Stolz der Eltern Josef und Maria auf das neugeborene Kind namens Jesus zu denken, aber auch daran, dass die beiden Schmerzliches erfahren mussten. Und der Geistliche erinnerte an die Worte des greisen Simeon und der alten Tempeldienerin Hanna (Lk 2, 22-40), die Josef und Maria bei der Begegnung im Tempel vermittelt hatten, dass das (Jesus-)Kind erwünscht und willkommen sei und damit Freude bei der Heiligen Familie ausgelöst hätte. Genauso aber sei zum Ausdruck gekommen, dass durch das Kind manche Menschen gestört würden und herausgefordert, was für Josef und Maria schmerzhaft gewesen sei. Natürlich könne man die Situation der Heiligen Familie nicht mit der heutigen Familien vergleichen, gab Friedrich zu. Es sei „großartig“, ein Kind aufwachsen zu sehen, es liebkosen zu können, zu erleben, wie es sprechen und laufen lernt und wie die Großeltern mitbeschenkt werden. Es gebe aber auch die andere Seite, die Sorge, „wie wird sich mein Kind entwickeln?“, welchen Einflüssen werde es nachgeben und wie wird seine Zukunft sein? Wie kann ich ihm den Glauben so vorleben, „dass es den Glauben auch zu schätzen lernt?“ Gerade am Fest der Heiligen Familie sollte man aus dem Leben dieser Familie „Ermutigung“ schöpfen, wusste Friedrich. Am Beispiel von Josef und Maria könne man lernen, Freude, Licht und Schatten anzunehmen und zu bejahen. Bei der Taufe werde ein Kind gesegnet, deshalb dürfe man immer auf den Segen Gottes hoffen, war sich Friedrich sicher. Getaufte Kinder „werden (nämlich) begleitet von der segnenden Hand des liebenden Gottes“, damit könne man immer rechnen.lex

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