Hilarius und Florentino: Maria Thalheims Heilige werden erstmals restauriert

Skelett Maria Thalheim Wallfahrtskirche Fraunberg
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Fast schon etwas gruselig, der Hl. Hilarius von 1708 (vorne) und der Hl. Florentino von 1756. Sie wurden in der Maria Thalheimer Wallfahrtskirche für eine Restauration transportfertig gemacht, mit (v.li.) Judith Schekulin (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege), Irmgard Schnell-Stöger (Fachleitung Restaurierung), Andreas Scheuch (Möbelrestaurator), Uta Ludwig (Restaurierung) und Diakon Christian Pastötter

Die beiden fast 300 Jahren alten Heiligen Leiber aus Rom in der Wallfahrtskirche Maria Thalheim werden erstmals restauriert

Maria Thalheim – Fachpersonal der Denkmalpflege und Restauratoren trafen sich in der Maria Thalheimer Wallfahrtskirche für eine besondere Mission. Zusammen mit Diakon Christian Pastötter waren sie damit beschäftigt, die beiden Jahrhunderte alten Leiber des Hl. Hilarius und des Hl. Florentino erstmals seit 1756 aus den vorderen Seitenaltären für deren Restaurierung aus den gläsernen Schreinen auszubauen. Unser Mitarbeiter Tom Obermeier war bei der besonderen Aktion dabei.

„Es ist heute das Tüpfelchen auf dem i im Gesamtblick der Innenrenovierung“, freut sich Pastötter, der mit großem persönlichem Einsatz und viel Herzblut seit über 10 Jahren die Renovierungen der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt anschiebt.
Die Kosten der Leiber-Restaurierung belaufen sich auf 20.000 Euro. Dankenswerterweise hat die Finanzierung die Bramenkamp Kulturstiftung aus Landau an der Isar übernommen, so der Geistliche. Manfred Stöhr, Geschäftsführer und Chauffeur von der Kunsttransporte Art Handling-Niederlassung München, überführte die beiden Heiligen für etwa zwei Monate nach Unterwössen (Landkreis Traunstein) wo sie von Uta Ludwig restauriert werden. Sie ist Spezialistin für die Restaurierung von Reliquien. Die Stoffe restauriert Johanna von Waldburg aus Fürstenfeldbruck.

Im Jahre 1708 wurde in der Wallfahrtskirche Maria Thalheim am ersten südlichen Seitenaltar, dem Anna-Altar, nach einer acht Tage dauernden Feierlichkeit der Heilige Leib des Hilarius eingesetzt. Nach einem Brand 1726 fanden verschiedene Um- und Ausbauten in der Kirche statt. Im Zuge dieser Erneuerung wurde die heute noch beeindruckende Gesamtausstattung durch die Künstler Mathias Fackler (Kistler), Christian Jorhan der Ältere (Bildhauer) und Franz Xaver Zellner (Faßmaler) geschaffen. Um 1753 wurde als Pendant zum südlichen auch für den nördlichen Seitenaltar ein Heiliger Leib angeschafft – der hl. Florentino, den der örtliche Kramer, Franz Anton Neff aus Rom hatte kommen lassen.

An der Seitenwand des Altares ist heute noch in vergoldetem Rahmen, die dazu gehörige Steinplatte mit Inschrift angebracht. Die Schreine für die beiden heiligen Leiber mit vorgesetzten vergoldeten und ornamentierten Zierrahmen sind identisch gearbeitet und entstammen derselben Werkstatt. Die augenscheinlich vollständig erhaltenen Gebeine der beiden Heiligen sind symmetrisch zueinander und auf nahezu identische Weise in den Reliquienschreinen auf mit Borten und Quasten verzierten Liegen und Kissen gebettet. Als Zeichen ihres Martyriums halten sie je einen goldenen Palmzweig in Händen. Ihre Schädel sind mit Lorbeerkränzen aus Metallblech und Perlen bekrönt. „Unser Wunschgedanke“, so Pastötter, „wäre es, dass die restaurierten Leiber zum Festtag des Kirchenpatrozinium Maria Himmelfahrt am 15. August wieder zurück sind.“ - to

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