Stadtratssitzung

Parkplätze am Kronthaler Weiher ab sofort kostenpflichtig

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Ab sofort sind die Parkplätze am Kronthaler Weiher kostenpflichtig

Kontroverse Themen in der Erdinger Stadtratssitzung: Parkplätze am Kronthaler Weiher ab sofort kostenpflichtig, Hochwasserschutz und die Auswirkungen von Corona auf die Wirtschaft Erdings

Erding – Tourismus und Übernachtungen im Keller; der Einzelhandel zunächst stabil – dies ist das vorläufige Fazit nach drei Monaten Lockdown im Erdinger Landkreis, wie Günther Pech vom Stadtmarketing vorstellte. Er präsentierte die Zahlen von März bis Juni. So stürzten mit Beginn der Pandemie die Zahl der Tagesübernachtungen bis zu 92 Prozent im Vergleich zu den 2 Millionen im Vorjahr ab. Von März bis Juni verursachte Corona damit etwa 30 Millionen Euro Umsatzverlust für Erding. Als Wirtschaftsstandort für den Einzelhandel hingegen ist Erding noch genauso attraktiv, wie vor der Pandemie. Der sogenannte Einzelhandels-Kaufkraft-Index ist in den letzten Monaten im Landkreis sogar angestiegen. Pro Kopf werden in Erding durchschnittlich 11.400 Euro jährlich im Einzelhandel ausgegeben. Ein großer Teil des Erdinger Tourismus fällt auf die Therme zurück, die seit der Wiedereröffnung Ende Juni wieder auf einem guten Weg ist. Nach zunächst 12.000 Gästen im Juni, sind es im Juli bereits wieder knapp über 100.000 Gäste. Für das Gesamtjahr rechnet die Therme mit etwa 1 Million Gästen. Zum Vergleich: 2019 waren es 1,85 Millionen. Die Therme könnte ab 2022 wieder an alte Werte anknüpfen.

Bürgersprechstunde im Stadtrat – oder doch nicht?

Für Verwirrung sorgte ein von Herbert Maier vorgetragener Antrag der Grünen. Dieser sah vor, künftig die ersten 15 Minuten jeder Stadtratssitzung das Wort an die Bürger zu erteilen – als Fragestunde direkt an den Oberbürgermeister. Wie Reinhard Böhm (Geschäftsführer der Verwaltung) allerdings herausstellte, kollidieren in diesem Fall zwei Zuständigkeitsbereiche, nämlich der des Oberbürgermeisters und der des Stadtrates. Dies schließe eine Bürger-Fragestunde im Stadtrat prinzipiell kategorisch aus. Allerdings blieben nach dieser Erklärung noch Zweifel im Raum bestehen; Ludwig Kirmair (CSU) wollte den Antrag der Grünen gar als Anwurf an den Oberbürgermeister verstanden sehen, dass Gotz sich vor einem Bürgerdialog drücken möchte. Dies räumten die Grünen allerdings aus. Hans Egger (Erding Jetzt) schaltete sich ein und bekundete seine Zustimmung für den Antrag der Grünen, den er als „rechtlich und moralisch einwandfrei“ erachtete. Ehe es letztendlich tatsächlich zu einer Abstimmung über die Bürgersprechstunde kommen konnte, räumte Helga Stieglmeier ein, den Antrag bereits zurückgezogen und zu einer Empfehlung umgewandelt zu haben.

Gab es in der Corona-Zeit Stromabstellungen im Landkreis?

Walter Koppe (Die Linke) fragte an, wie vielen zahlungsunfähigen Haushalten im Landkreis seit Beginn der Pandemie der Strom abgestellt wurde. Schließlich seien auch bei uns viele in die Kurzarbeit oder in finanzielle Engpässe gerutscht. Zudem erfragte Koppe Vergleichszahlen von 2019. Gotz versicherte, die Stadtwerke Erding hätten während der Corona-Zeit niemandem den Strom abgestellt. Man müsse es „schon sehr weit treiben“, ehe die Stadtwerke, die höchst kulant seien, diesen Schritt unternehmen, so der OB.

Hochwasserschutz – ­lineares Modell sorgt für Skepsis

Kontrovers diskutiert wurden die vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) München in Kooperation mit dem Ingenieurbüro SKI vorgetragenen Modelle eines Erdinger Hochwasserschutzes entlang der Sempt. Von vier vorgeschlagenen Modellen wurde der lineare Hochwasserschutz als präferierte, da wirtschaftlichste, Methode präsentiert. Das lineare Modell sieht vor, an allen betroffenen Grundstücken jeweils individuelle Hochwasserschutzmaßnahmen zu ergreifen. Dies bedeute in der Regel das Aufschichten von Mauern, Baumfällungen und ähnlichen Maßnahmen. Laut dem WWA habe man bereits Kontakt zu allen betroffenen Grundstückseigentümern aufgenommen. Als Richtwert nehme man das Hochwasser 2013, das vor allem in Altenerding enorme Flutschäden angerichtet hatte (bereits 1920 gab es in Erding ein sogenanntes Jahrhundert-Hochwasserereignis). Alternativ wäre das Modell eines massiven Hochwasser-Rückhaltebeckens in Niederwörth im Raum gestanden, sowie Vorschläge einer Kombination aus beiden Modellen. Bestürzt zeigten die Stadträte sich allerdings über das Vorgehen des WWA, die Wirtschaftlichkeit als ausschlaggebendes Kriterium herangezogen zu haben und nicht etwa den Schutz von Menschenleben. Auch müsse in die Berechnungen mit einfließen, dass der Grundwasserspiegel im Norden Erdings erheblich höher liege. Es dauert also noch, ehe eine Einigung zum Thema Hochwasserschutz in Sicht ist.

Parkplätze am Kronthaler Weiher jetzt kostenpflichtig

Die Stellplätze am Weiher sind ab sofort kostenpflichtig in der Zeit von 8 bis 20 Uhr, von Mai bis September. Zu zahlen sind, je nach Länge der Parkdauer, 2, 3 oder 5 Euro. Darauf einigte sich der Stadtrat einstimmig. Ab 2021 wird eine Saisonkarte für Vielnutzer erhältlich sein, die sich im Kostenbereich um 70 Euro befinden wird. Zweite Bürgermeisterin Petra Bauernfeind (Freie Wähler) fragte an, ob man nicht für Vereine eine Ausnahme machen könne; so sei es unter anderem für Senioren-Gruppierungen unzumutbar, für jeden Weiherbesuch zahlen zu müssen. Gotz stellte heraus, dass es gewiss nicht bei dieser einen Ausnahme bleiben würde – versprach aber gleichsam, dass sich sicher eine Lösung finden lasse.phi

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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