Portrait

Interview mit Giorgio Zolyniak-Patuelli - Eventorganisator im Schloss Aufhausen

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Giorgio Zolyniak-Patuelli, Eventorganisator im Schloss Aufhausen

Giorgio Zolyniak-Patuelli arbeitet als Eventorganisator im Schloss Aufhausen. Seminare, Empfänge, Hochzeiten oder Geburtstage – nahezu 300 Events hat er bereits organisiert. Unterschiedlichste Überraschungen inklusive.

Portrait über Giorgio Zolyniak-Patuelli, Eventorganisator im Schloss Aufhausen

Herr Zolyniak, wie fühlt man sich, an einem solch geschichtsträchtigen Ort zu sein? 

Es ist unbeschreiblich schön und ich liebe den Geist, der hier zwischen uns allen auf dem Areal des Schlossgeländes herrscht.

Die Menschen, die hier wohnen und leben, haben ein ganz besonderes Verständnis für den achtsamen Umgang untereinander, mit den Tieren und der Natur, allen voran sowohl die früheren Schlossherren Baron und Baronin von Hammerstein als auch der jetzige Inhaber, Freiherr Georg von Hammerstein.

Und das Schloss öffnet seine Tore auch nach außen? 

Ja richtig, denn glücklicherweise hatten die Hausherren Friederun Baronin von Hammerstein und ihr Mann Alexander schon vor über dreißig Jahren den Grundstein gelegt, das Schloss und auch den Schlossgarten für Veranstaltungen zugänglich zu machen.So finden dort seit langem schon Seminare, Präsentationen, Empfänge, Geburtstage, Jubiläen oder Konzerte statt. 

Kapelle, Hochzeitsbaum, Hühner, Enten und ein balzender Pfau.... verträgt sich diese Idylle denn mit den immer wechselnden Besuchern? 

Ja, defintiv, denn genau das macht unter anderem auch die Besonderheit dieses Platzes aus. Wer immer uns besucht, nimmt sehr schnell die Ausstrahlung dieses Ortes auf, findet sich mit Leichtigkeit darin zurecht und lässt sich verzaubern.

Sicher erleben Sie dabei die eine oder andere amüsante Begebenheit? 

Oh ja, gerade auch bei Hochzeiten. Ich denke gerade an ein Hochzeitspaar, das mit dem Rolls Royce anreiste. Es musste schnell gehen und der Trauzeuge eilte schon einmal vor in die Kapelle und nahm den Autoschlüssel mit sich. Dass er den Wagen beim Verlassen auch abgesperrt hatte, war ihm nicht bewusst und das Bautpaar saß im Wagen und kam nicht heraus. Das Paar im Wagen schwitzte Blut und Wasser, bis der Trauzeuge unauffällig auf sein Versäumnis aufmerksam gemacht werden konnte. 

Während einer anderen Trauung, die ein Pfarrer aus Wörth mit einem Gehilfen hielt, wurde zweiterer ziemlich unruhig, weil ihn ein menschliches Bedürfnis plagte, worauf hin der Pfarrer ihn entließ und die Wartezeit, die übrigens ziemlich lange war, mit einer Reihe von Witzen überbrückte.

Es finden auch sehr exotische Feste auf dem Schlossgelände statt? 

Auch das, ja! Beispielsweise der Botschafter von Singapur, der seine Hochzeit insgesamt dreimal an drei verschiedenen Orten auf der Welt in unterschiedlichen Trachten feierte. So eben auch bei uns. Die Hochzeitsnacht verbrachte er mit seiner Frau in der Hochzeit­suite. 

Eine auch ziemlich beeindruckende Veranstaltung hatten wir mit einer schamanischen Hochzeit, in der alle geladenen Gäste der Trauung im Kreis beiwohnten, der von einem Blütenteppich geziert war.

Das klingt nach aufwändigen Vorbereitungsarbeiten. 

Ja, Kreativität und Fantasie sind absolut gefragt. Logistisch haben wir uns ausgezeichnet aufgestellt, um möglichst alle Wünsche unserer Gäste erfüllen zu können.

Und natürlich braucht es auch einige Manpower für die Technik, für das Arrangieren, Dekorieren , Eindecken und so vieles mehr. Doch es macht unglaublich Spaß, vor allem, wenn wir noch mit ganz besonderen Überraschungen aufwarten können.

Noch weitere Überraschungen?

Im Sommer hatten wir ein junges Brautpaar, für deren Hochzeit die Eltern der Braut die Hochzeitsschaukel des Sat 1 Frühstücksfernsehens bei dem Moderatorenteam Alina und Matthias ausgeliehen hatten. 

Die beiden ließen es sich nicht nehmen, persönlich zur Hochzeit zu kommen und Braut und Bräutigam diese Schaukel als Geschenk zu überreichen. Das war ein großes Hallo und eine Riesenfreude. 

Wie sieht der ganz normale Alltag auf dem Schloss aus?

Ich würde sagen, so wie in jedem ganz normalen Haushalt mit Wohnung oder Haus und Garten, die zu versorgen sind, mit Familienmitgliedern und Tieren, nur mit dem Unterschied, dass dieser „Schloss-Haushalt“ ein wenig größer ist. 

Hier leben neben einem guten Dutzend Familien mit ihren Kindern die ehemaligen Schlossherren Frei­frau Friederun und Freiherr Alexander von Hammerstein, der jetzige Inhaber Georg Freiherr mit Gemahlin Freifrau René von Hammerstein und Kindern sowie ein ehemaliger und zwei aktive Mitarbeiter Seite an Seite mit Pfauen, Enten, Zwerghühnern, Gänsen, Pferden und Bienenvölkern.

Aber dennoch macht das Leben auch hier nicht halt vor unerwarteten Ereignissen? 

So ist es, doch jedes einzelne Ereignis stärkt die Gemeinschaft und den sozialen Zusammenhalt noch ein Stück mehr. Vor kurzem ist unser ehemaliger Mitarbeiter mit seinem Rollstuhl auf eine offenstehende Schuppentüre aufmerksam geworden und meinte, diese schließen zu wollen. 

Dabei kippte sein Rollstuhl und klemmte ihn auf der Höhe der Halsschlagader ein. Dies sah unser Mitarbeiter Mohammed aus Syrien, der vor ein paar Jahren mit der Flüchlingswelle nach Erding kam, und eilte sofort zu Hilfe. Tatsächlich hat er damit das Leben seines Kollegen gerettet.

Was macht die Schlossherren besonders stolz? 

Seitdem das Schloss 1985 als Erbe an Freifrau Friederun von Hammerstein fiel, hat sich das Ehepaar von Hammerstein ohne jedwede Zuschüsse eigenständig um die sukzessive Renovierung des Schlosses und seiner Anlagen gekümmert und dafür gesorgt, dass junge Familien hier ein Zuhause finden, Menschen eine Arbeit und Tiere einen Ort, den sie durch ihre Anwesenheit bereichern. 

Ich denke, darüber freuen sie sich ganz besonders. Durch ihre Liebe und das Bewusstsein für die Natur sorgen sie dafür, dass das Landgut auf natürlichem Weg bewirtschaftet wird. Jährlich werden Unmengen von Saaten für die Blumenwiesen ausgebracht, damit die Bienenvölker Nahrung finden und am Schloss gibt es uralte Apfelsorten. 

Ich weiß, dass der jetzige Inhaber, Georg Freiherr von Hammerstein, darauf sehr stolz ist und unter anderem sehr glücklich über den wunderbaren Baumbestand im Schlosspark.

Das Interview führte Claudia Kruppa

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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