Vereinsjubiläum

40 Jahre Heimatverein Gaden

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Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden von Stefan Eicher (r.) geehrt (v.l.): Marlene Heigl, Herbert Thaler, Adelheid Reinsch, Hartmut „Hart“ Kappler, Helmut Thaler, „Miche“ Obermeier, Marlene Seisenberger, Hans Niedermayer, Eduard „Edi“ Kerger und Alois Fischer.

Gottesdienst, Ehrungen, Rückblick

Mit einem Gottesdienst, Ehrungen und einem Rückblick auf frühere Theatervorstellungen und Heimatabende beging der „Heimatverein Gaden e.V.“ am Freitagabend im Bürgersaal des Feuerwehrhauses sein Gründungsfest. Am 28. Dezember 1978 hatten rund ein Dutzend junge Gadener den Verein aus der Taufe gehoben. Entstanden war der bis heute erfolgreiche Verein aus den „Godna Buam“, einer Schuhplattler-Gruppe um den sogenannten „Bone Sepp“. 

Begonnen wurde die Jubiläumsfeier mit einem Gottesdienst in der Filialkirche St. Jakob der Ältere. Dabei ging Pfarrer Julian Tokarski zunächst auf den liturgischen Kalender ein, der am 28. Dezember das Fest „Unschuldige Kinder“ ausweist und damit auf die Ermordung aller Knaben bis zum Alter von zwei Jahren hin, die Herodes in Bethlehem und der ganzen Umgebung angeordnet hatte, um den „neugeborenen König der Juden“ zu vernichten (Mt 2, 16). Der liturgische Gedenktag wird seit dem 5. Jahrhundert begangen. Herodes sei ein Mann gewesen, erklärte der Pfarrer, der in seinem Machtstreben „über Leichen“ gegangen sei. Das Gedenken zeige auch, dass „Weihnachten keine Idylle“, dass „Krippe eng mit dem Kreuz verbunden sei. Aber die christliche Lehre verlange: „Liebt einander, so wie ich euch lieb habe!“ So könne „jede Familie ein echtes Bethlehem werden“, wusste der Pfarrer in seiner Statio. Deshalb flehte Tokarski auch den Segen Gottes auf Eltern, Kinder und Großeltern herab – gerade an Weihnachten, dem Fest der Familien.

Der Pfarrer beschäftigte sich aber auch mit „Heimat“. Heimat sei „das Schönste, was ich mir vorstellen kann“, präzisierte der Geistliche, „wo ich liebe Menschen um mich herum habe“. Und zu Heimat gehöre auch das Christentum, dazu gehörten Menschen, „die bereit sind für das Land etwas Positives zu tun, auch für die anderen“. In diesem Zusammenhang äußerte der Prediger „die Hoffnung, dass dieser Verein noch weiter leben kann“. Dazu müsse man dafür sorgen, dass auch die „Kinder den Weg dazu finden“. Es gebe ja kaum noch Ortschaften, „wo der Heimatverein noch am Leben ist“, wusste Tokarski. Und wieder mahnte er: „Verbindet alles, was ihr tut mit dem Glauben!“ Es sei deshalb „schön, dass ihr den Gottesdienst bestellt habt. Das sollte „Tradition“ werden! Schön sei es auch, „dass ihr Theater spielt. Manchmal mit deftigen Worten“, stellte der Pfarrer fest. Das mache jedoch nichts, fügte Tokarski unter Applaus hinzu. Tokarski schloss mit einem Dank an Anni Schröcker, die Mesnerin, die im Alleingang die Kirche mit Krippe, Christbaum und Kirchenschmuck wieder prächtig herausgeputzt hatte. 

Der weltliche Teil begann mit einem gemeinsamen Abendessen, in dessen Verlauf bereits Bilder über eine Leinwand flimmerten, die Szenen aus längst vergangenen Heimatabenden und Theatervorstellungen zeigten, technisch nicht gerade brillant, historisch aber von großer Bedeutung. Nach dem gemeinsamen Abendessen blickte Stefan Eicher, der 1. Vorsitzende des Heimatverein Gaden in die vergangenen 40 Jahre zurück und schilderte das Heranwachsen des Vereins, von der Schuhplattler-Gruppe um den „Bone Sepp“, der schon Anfang der 70er Jahre von Heimatabenden „träumte“, beim „Neuwirt“, der „Hoamad“ der damaligen Dorfjugend. Und er konnte die jungen Leute begeistern, an seiner Seite schon damals „Miche“ Obermeir, später bekannt geworden mit den „Humoristischen Torfsängern“, Anton Eicher, Stefans Vater, der selbst viele Jahre Vorsitzender des Vereins war. Dabei waren Edi Kerger, Herbert Thaler, Hans Niedermayer und auch Alfons Fischer, der Musikant. 1977 plante man im Saal des Gasthof Gumberger einen Heimatabend – aber in dem niedrigen Raum gab es keine Bühne. Also musste erst gebaut werden, mit Hilfe von Sponsoren. Der Heimatabend konnte deshalb erst 1978 stattfinden – und wurde ein voller Erfolg: drei Vorstellungen, dreimal ausverkauft! 

Dieser Erfolg war das Startsignal für den heutigen „Heimatverein“, regelmäßige Veranstaltungen mit Einaktern, Volkstänzen und Couplets folgten. Weil die Burschen damals alle noch nicht 18 Jahre alt waren, suchte man einen älteren Vorsitzenden. Ihn fand man im damaligen Kommandanten der Gadener Freiwilligen Feuerwehr, in Hartmut Kappler. Dass der selbst ein begeisterter und begeisternder Laienschauspieler werden würde, das dachte damals wohl auch nicht jeder. 1986 konnte man dann vom Gasthaus Gumberger, heute Alter Wirt, in das neu errichtete Feuerwehrhaus umziehen, die neue Heimat des Heimatvereins. Die Bühne wird seitdem im Floriansstüberl aufgebaut, das an den Bürgersaal anschließt, in dem die Zuschauer sitzen. Rund 160 Sitzplätze auf drei Ebenen.1988 beschaffte man sich eine Standarte, als man sicher war: „Es konn irgendwie weidageh“, wie Stefan Eicher erklärte. Es ging weiter, in diesen Zeiten sogar prächtig.

In Anerkennung ihrer Verdienste um den Heimatverein zeichnete Eicher dann Hans Niedermayer, Hartmut Kappler, „Miche“ Obermeir, den „Moosmiche“, dessen „Leidenschaft das Theater war“, und Alois Fischer aus, der mit seiner Ziach Volkstänze und die Schuhplattler begleitete. Urkunde und Sekt bekam auch Marlene Heigl, geborene Eicher, überreicht, sie war die erste offizielle Schriftführerin - nachdem sie 18 geworden war. Ebenfalls zur Eicherfamilie gehören als Frauen der ersten Stunde Marlene Seisenberger und ihre Schwester Adelheid Reinsch. Herbert Thaler und Helmut Thaler waren genauso von Anfang an dabei. Noch nicht so lange im Team ist Petra Waldhauser, geborenen Schlottke. Auch ihr überreichte Stefan Eicher ein Präsent, denn sie managt seit Jahren eines der Zugpferde des Heimatvereins, die „Moosspatzen“. Die Musik habe sie nach Gaden geführt, erinnerte sich „die Petra“, damals angeworben vom „Bone Sepp“. 1999 hab sie dann zum ersten Mal Theater gespielt – und ihren Mann Erwin Waldhauser kennengelernt, ebenfalls ein fulminanter Laiendarsteller. Mit den „Moosspatzen“ sei das „total guad losganga“, erinnerte sich Waldhauser. So sei es auch geblieben. „Die Kinder kommen“, so die Lehrerein, auch wenn aus manchen Kindern heute längst junge Erwachsene geworden sind. Nach den Ehrungen liefen dann kurze Ausschnitte aus den Theatervorstellungen der letzten 15 Jahre über die Leinwand, die natürlich für so manchen Lacher sorgten. - lex

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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