Interview

Der Kinostart von „Ausgrissn! – In Lederhosen nach Las Vegas“ steht bevor: Wir haben die Wittmann-Brüder im Interview

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Die Wittmann-Brüder Thomas und Julian fahren mit ihren Zündapps über die Manhattan Bridge in New York

Der Kinostart von „Ausgrissn! – In Lederhosen nach Las Vegas“ steht bevor. Wir haben die Wittmann-Brüder im Interview

Erding – Die Brüder Julian und Thomas Wittmann wollen raus aus dem Alltag in ihrem bayerischen Dorf – und reißen aus. Um die große Freiheit, das Abenteuer und das Glück in der Ferne zu suchen. 12.000 km auf zwei alten Mopeds, die sie von Bayern an die Nordsee, über den großen Teich nach New York und weiter durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten führen. In Lederhosen nach Las Vegas! Und mit jedem Kilometer, jedem Abenteuer und jeder Herausforderung kommen sie sich und ihrer Suche nach Freiheit ein Stück näher.

Wie kamt Ihr eigentlich auf die Idee zu diesem Projekt?

Julian und Thomas Wittmann: Wir sind beide wahnsinnig reisebegeistert und lieben das Filmemachen. Es war an der Zeit, ein größeres Projekt anzugehen, und wir wollten da unbedingt unsere beiden Leidenschaften miteinander verbinden. Wir dachten, warum „mach ma ned moi a bisserl einen anderen Reisefilm“ – wir fahren mit uralten Mopeds, filmen uns ned selber, reden bayerisch, bauen Spielfilmszenen ein … Da Anfangsgedanke war aber auch immer, ob damals live während der Reise oder jetzt beim Film, all diejenigen mitzunehmen, die nicht die Möglichkeit haben, aus ihrem Alltag auszubrechen. – A moi de Möglichkeit, a bisserl Entschleunigung, sich mit uns aufs Moped zu setzen und dabei Gedanken über Heimat, Ferne und eigenen Freiheiten machen. Zunächst haben wir überlegt, mit dem Bulldog zu fahren – viel zu kompliziert! Deswegen sind wir a recht schnell auf die Zündapp-Mopeds gekommen. Quasi als Symbol für Freiheit, Entschleunigung und bayerisches Lebengfühl.

Und warum Las Vegas?

Die filmische Erklärung ist, dass wir den gesamten Roadtrip mit zwei so gegensätzlichen Orten einklammern wollten: vom kleinstmöglichsten bayerischen Dorf in die Welt- und Dekadenzmetropole Las Vegas.

12.000 Kilometer mit maximal Tempo 40 – was waren auf der Strecke die größten Herausforderungen?

Eine Riesenherausforderung war gleich zu Beginn die ganze Organisation und der logistische Aufwand. Und zwar nicht für unsere Reise mit den Mopeds, sondern für den Filmdreh an sich … Die Verantwortung für ein dreiköpfiges Team, das Tag und Nacht bei uns war. Was da alles an Organisation hinter der Kamera stattfand, kann man sich nicht vorstellen. Einfuhrbestimmungen, Equipment, Visum, Übernachtungsplätze. Tatsächlich haben wir für unsere Reise an sich – bis auf die Überfahrt mit dem Containerschiff und das Visum – nichts geplant. Das war für uns auch immer der Sinn der Sache, dass wir so frei wie möglich sein wollten. Natürlich kamen aber dann all die Hürden, von denen man hoffte, dass sie nicht kommen würden, aber wusste, dass es irgendwann an der Zeit ist: Zu Anfang hatten wir in den USA gleich zwei Unfälle und dabei einiges an Glück, dass wir weiterfahren konnten. Mit einem kaputten Anhänger während der Rushhour auf der Manhattan-Bridge zu stehen, „is ned so megageil“. Nach und nach kamen dann gerissene Bautenzüge und Platten dazu. Und mit fortgeschrittener Jahreszeit wurde für uns das Wetter zu einem der größten Probleme. Wir hatten uns ja in den Kopf gesetzt, die Reise nur mit Lederhose, Trachtenjanker und für den Notfall mit einem Jäger-Poncho zu machen. Allerdings haben wir uns dafür ganz schee oft verflucht. B`sonders wie uns Ausläufer vom Hurricane Michael erwischt haben. Aber dafür war`s nie langweilig. Es war nie schwer, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Unsre Aufmachung war da scheinbar a super Kommunikationsangebot.

Was waren die schönsten und was die anstrengendsten Momente Eurer Reise? Gab es irgendwann mal den Moment, wo Ihr aufgeben wolltet?

Ein krasser Moment, an den man sich gern zurückerinnert, war, als wir nach der zweiwöchigen Überfahrt mit dem Containerschiff plötzlich mit unseren Mopeds in New York standen. Und natürlich die Fahrt entlang der Route 66 und durchs Monument Valley. Alles mit den alten Zündapp-Mopeds. Für solche Momente haben sich die wochenlangen Strapazen davor schon wieder hundertmal rentiert. Besonders cool waren aber die Begegnungen mit den Menschen während der gesamten Reise, die immer extrem gastfreundlich und herzlich waren – uns Tipps und Erkenntnisse auf unseren Weg mitgegeben haben, für die wir heute noch dankbar sind. Wir kamen relativ schnell an den Point of no Return, wie‘s so schön heißt. Aufgeben kam für uns nie in Frage – zu keinem Zeitpunkt. Während der Reise nicht und auch nicht während der Fertigstellung des Films.

Würdet Ihr es noch einmal machen wollen?

Auf jeden Fall! Der Trip war im Hinblick auf so viel eine enorme Erfahrung für uns … und unsere Mopeds. Irgendwann ist es einfach an der Zeit, das zu machen, was man wirklich will – auch wenn‘s noch so utopisch ist. Wenn ma wos wirklich wui, schafft ma des a. Seine Zündapp anschmeißen muass aber jeder selber … auch im übertragenen Sinne.

Majestic Sunseitn wird „AUSGRISSN!“ am 13. August in die Kinos bringen – auch in Erding. Den Trailer gibt es auf Youtube

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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