Bürgerversammlung

In Klettham funktioniert das Zusammenleben

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Oberbürgermeister Max Gotz (m. stehend) konnte zur Bürgerversammlung im Gasthaus Wanderer viele Kletthamer begrüßen.

Die Bürgerversammlung in Klettham ist seit jeher gut besucht. Das Gasthaus Wanderer, das endlich wieder einen Pächter hat, platzte fast aus allen Nähten

Klettham – Oberbürgermeister Max Gotz sagte eingangs, dass die Große Kreisstadt Erding gerade in Klettham vieles erreicht habe. Das begann mit der Schulsanierung und reichte über die Sanierung des Sportplatzes bis hin zur Bücherei St. Vinzenz. Es gehöre zum Zusammenleben in einem Ortsteil, dass ein Wirt und auch ein funktionierendes Pfarramt vorhanden seien, sagte er. Für die schlechte Grundwassersituation, vor allem in der Sandgrubensiedlung, wo Hans Ott aus der Thomastraße genau dokumentiert hatte, wie die Pegelstände aussehen, stellte er entsprechende Untersuchungen in Aussicht. 67 Messstellen seien bereits erfasst und kartiert, Gotz geht davon aus, dass es im Fliegerhorst weitere 44 gibt, 15 neue seien vorgeschlagen. Ein Datennetz mit automatischer Erfassung ist in Planung. Die Zukunft des Gewerbes soll festgestellt werden und ist für Ende 2015/Anfang 2016 geplant. Gotz war etwas enttäuscht darüber, dass von 2.000 Fragebögen, die an Betriebe versandt worden seien, bisher nur 250 zurückgekommen seien. Er rechnet mit insgesamt 300 Antworten, mit denen man zur Not aber auskommen könne. Eventuell werde noch eine Unternehmerkonferenz durchgeführt. Man dürfe aber nicht übersehen, dass die Immobilien- und Grundstückseigentümer eine wesentliche Rolle spielten. Er kam nicht umhin, die sehr gute finanzielle Situation der Stadt darzustellen. Natürlich ging er auch auf die Flüchtlingssituation in Erding ein. Ein Oberst der Bundeswehr in München habe gesagt „das ist uns wurscht“, als die Flächen, auf die man im Rahmen der Konversion des Fliegerhorstes wegen der Wiesenbrüter extra geachtet habe, bei Errichtung des Camps Shelterschleife zusammengetrampelt worden seien. Mit dem „Tsunami“ aus Flüchtlingen habe keiner rechnen können. Natürlich sei das ärgerlich, mit dem Schmutz, aber es könne auch nicht sein, dass die Lager überlaufen würden, vor vermeintlich milden Gaben. „Die brachen kein Aquarium, sondern Zeit und Zuwendung“, forderte der OB. Er sei dankbar, dass in Erding eine sachliche Behandlung gelinge. „Das ist fast wie nach dem Krieg, nur dass wir damals mehr Flüchtlinge als Einheimische hatten“, stellte er fest. Der Unterschied sei lediglich, dass damals keiner Reichtümer besessen habe. Der Schuh freilich drückt die Kletthamer anderswo. Ott hatte diesmal nur leichte Kritik im Gepäck. Er wollte, dass zumindest ein Ansprechpartner von Flüchtlingen, der deutsch oder englisch spreche, genannt werde und man die Nachbarn informiere, wenn etwa Afghanen einzögen und diese nicht in einer Nacht- und Nebelaktion einquartiere. Jakob Wanderer sprach das Problem der städtischen Parkplätze an. Er schlug vor, den Schrannenplatz zu unterkellern, dann seien genügend Parkplätze vorhanden. Gotz glaubt nicht daran, dass es die beste Idee ist, im Zentrum eine Tiefgarage zu schaffen, allein schon wegen der erfolgten Sanierung. Er stellte aber in Aussicht, dass zentrumsnahe Parkdecks Abhilfe schaffen könnten. Freilich, dem Problem in der Thomas-Wimmer- und der Almfeldstraße, wo wegen geparkter Lastwagen und Falschparkern kaum ein Durchkommen für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr ist, wird dies kaum Abhilfe schaffen. Es sei entstanden, weil man in früheren Jahren hochgeschossigen Wohnungsbau genehmigt habe, ohne auf die Fahrzeuge zu achten, die nach kommen würden, so der Stadtchef. Er stellte „Riesenärger“ in Aussicht, wenn man, ähnlich wie in der Parksiedlung, mittels auf der Straße markierter Zonen die Situation in den Griff bekommen wolle. Anliegen der Bewohner aus der Siedlung am Erdbeerfeld, die wohl zu den eifrigsten Radfahrern und Fußgängern der Stadt zählen, nahm Gotz zwar ernst, konnte aber einige Wünsche gleich ablehnen. So wird der Zaun um das Gewerbegebiet West nicht geöffnet werden und auch einen Fußgängerüberweg am Kreisel dort wird es nicht geben. Die Situation am Wertstoffhof am Bauhof, wo man kaum ein- und ausfahren könne, wie Karlheinz Wagner bemängelte, will Gotz ebenfalls nicht entschärfen. Er stellte jedoch in Aussicht, dem Stadtrat bald eine Alternativplanung für ein neues Gelände zu präsentieren, weil sich ja gegen das an der ED 19 Widerstände ergeben hätten. Zudem müsse man in neuen Wohngebieten auch Raum für einen Recyclinghof schaffen, forderte er. Für einen Kreisel an der Kreuzung Sigwolfstraße/Rennweg gibt es zwar Planungen, doch auf Anregung von Klaus Deisel will Gotz sie erneut aufs Tapet bringen und eine Lösung herbeiführen.

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