Kriegerjahrtag am Kriegerdenkmal

Kriegerjahrtag in Riding: „Um Frieden zu verstehen, muss man wissen, was Krieg bedeutet“

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Am Ridinger Kriegerdenkmal wurde mit Pfarrvikar Edward Stupak (vorne) an die gefallenen und vermissten Kameraden der Pfarrei aus dem 1. und 2. Weltkrieg gedacht

Riding – Der Krieger- und Soldatenverein Riding gedachte der Corona-Krise geschuldet in abgespeckter Version an die gefallenen und vermissten Kameraden aus dem 1. und 2. Weltkrieg aus der Pfarrei Riding. An diesem Ehrentag auch noch bei schönstem Herbstwetter fehlten deshalb die benachbarten Kriegervereine aus Fraunberg, Reichenkirchen und Wartenberg sowie Fahnenabordnungen der Fraunberger Feuerwehr und der Fraunberger Hubertus Schützen. Beim feierlichen Gottesdienst mit Pfarrvikar Edward Stupak, der in seiner Predigt an die Gläubigen appellierte, den „Optimismus in die Zukunft nicht zu verlieren“, wurde an die ehemaligen Soldaten aus der Pfarrei Riding erinnert. 

Musikalisch umrahmt wurde das Gedenken am Mahnmal von Anton Zollner und Rudi Ernst von der Wartenberger Marktkapelle auf den Trompeten mit dem Alten Kameraden. Der Vorsitzende Hermann Eschbaumer sprach mahnende Worte zu der Sinnlosigkeit der Kriege früher und heute. „Um Frieden zu verstehen, muss man wissen, was Krieg bedeutet“, sagte er. 

Bürgermeister Hans Wiesmaier: „Wir haben eine Zeit, die uns zum Nachdenken verpflichtet. Wir wollen keinen Krieg mehr. Wir tragen unsere Konflikte in menschliche Art uns Weise aus. Wir haben Jahrzehnte gelebt ohne Einschränkungen, immer weiter, immer weiter, alles mehr als Gottesgeschenk. Wir sehen aber auch, dass die Natur – die Welt – irgendwann die Bremse ziehen kann. Genauso wie wir die Gesundheit erst schätzen, wenn wir sie nicht mehr haben, genauso ist es mit dem Frieden, der für uns jeden Tag selbstverstandlich ist, weil der Krieg schon lange aus der deutschen, bayerrischen Heimat verschwunden ist, nicht aus der Welt. Wir schalten dann um im Fernsehen, wenn wir die Flüchtlinge nicht mehr sehen wollen. Aber der Frieden geht auch von diesen Tagen wie heute aus dieser Ortsgemeinschaft aus, wo wir uns am Gotteshaus versammeln. Das sind all diese kleinen Bausteine in Gedanken und Worten und Werken, die wir in den Frieden hineinbringen. Ich möchte Vergeltsgott sagen und appelliere, dass wir neue Formen suchen, damit Vereine nicht aufzuhören in den schwierigen Zeiten, diese Botschaften weiterzutragen. Wir werden eh immer weniger, diese Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen, auch mal den Kopf hinzuhalten und eine Entscheidung zu treffen, die vielleicht nicht richtig ist, viele tun sich das ja nicht mehr an.“ 

Nach den Ansprachen und der Kranzniederlegung sowie der Bayernhymne ging es diesmal nicht zum gemeinsamen Frühschoppen ins Gasthaus Klug nach Auerbach, sondern nach Hause. - to

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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