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Kultur des Helfens & der Hilfe annehmen

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Elvira Stuhlberger, Hans Rasthofer und Katharina Ciomperlik. © til

Generationsübergreifend soll die geplante Nachbarschaftshilfe Fraunberg wirken, das Miteinander und Füreinander stärken

Fraunberg/Reichenkirchen – In der Gemeinde Fraunberg soll es bald eine Nachbarschaftshilfe (NBH) geben. Der Termin für die Gründungsversammlung steht schon fest. Sie findet am Donnerstag, 20. Februar, um 20 Uhr im Pfarrheim in Reichenkirchen statt. Anwesend wird auch Barbara Gaab, Caritas-Geschäftsführerin in Erding, sein. Ein langer Weg liegt hinter den Aktiven, die das Konzept für dieses generationsübergreifende Hilfsangebot erstellt haben. Bei einem Pressegespräch haben drei Mitglieder des Satzungsausschusses, Elvira Stuhlberger, Hans Rasthofer und Katharina Ciomperlik, ihre „Nachbarschaftshilfe Fraunberg – JAa! Jung & Alt aktiv“ vorgestellt. Nicht anwesend war der Motor des Ganzen: Gemeinderätin Anni Gfirtner, die zugleich Koordinatorin der Gemeindeentwicklung ist.Entstanden sei die Idee aus der Gemeindeentwicklung und der späteren Bürgerkommune, erklärte Rasthofer. Ende 2011 wurde die Projektgruppe Sozialarbeit gegründet, die sich anfangs überwiegend um Angebote für Senioren gekümmert habe. Schnell habe man sich für Jedermann geöffnet, so Ciomperlik. Konkrete Ergebnisse waren die Bastelgruppe, ein Lese-Café, Malgruppen, Handarbeiten, aber auch Ausflüge und Tagesfahrten sowie Vorträge. Begleitet hat diesen Prozess Soziologe Dr. Klaus Zeitler. Ein Name für das Ganze war schnell gefunden: „JAa! Jung und Alt aktiv“. Beim Weihnachtsmarkt 2012 in Reichenkirchen wurde auf Initiative von Zeitler und Fraunbergs Bürgermeister Hans Wieser eine Umfrage gestartet, um den Bedarf für eine Nachbarschaftshilfe zu klären. „Der größte Teil war sehr erfreut über diese Idee“, erinnert sich Rasthofer.Die Projektgruppe sammelte sofort Ideen. Ein Jahr lang nahmen sich die Ehrenamtlichen Zeit, um festzustellen, wo es hingehen soll und um die rechtliche Basis zu schaffen. Ein erster Katalog von Hilfsleistungen wurde bereits erstellt. Gruppensprecherin Ciomperlik, die aus der Pflege kommt, betont, die Fraunberger Nachbarschaftshilfe werde keine Pflegeleistungen anbieten. Dafür stehen Besuchsdienste bei älteren oder hilfsbedürftigen Personen oder die Entlastung pflegender Angehöriger auf der Liste. Weitere Angebote könnten die Begleitung bei Behörden- oder Spaziergängen und bei Arztbesuchen sein. Auch Hilfe bei Schreibarbeiten, etwa beim Ausfüllen von Formularen, Hilfe im Haushalt oder Hilfe im Krankheitsfall stehen auf der Agenda. Angedacht seien zudem Familienhilfe und Kinderbetreuung bei Krankheit oder in Notfällen, kleinere Reparaturhilfen im Haushalt, Hilfe bei Gartenarbeiten oder der Grabpflege, Fahrdienste, Einkaufshilfen und Hausaufgabenbetreuung für Schüler. Ziel sei es, generationsübergreifend ein Hilfsangebot für alle Bürger der Gemeinde zu bieten, die Hilfe benötigen. Parallel dazu sollen das Miteinander und Füreinander in der Gemeinde gestärkt und durch die NBH Kontakte gefördert und die Lebensqualität der Bürger verbessert werden.Der Leistungskatalog könne jederzeit ergänzt werden, so Rasthofer „Es braucht Helfer und Bedarf.“ Es sei gut möglich, dass nur ein Bruchteil der Angebote nachgefragt werde. Aber das werde sich zeigen. Mit diesen Ideen wollen die Mitglieder des Satzungsausschusses in die Gründungsversammlung gehen. Sie hoffen, dass möglichst viele interessierte Bürger kommen und sich zugleich möglichst viele aktive Helfer finden werden. „Wir wollen und werden in unserer NBH Fraunberg JAa! auch mit Jugendlichen als Helfer sehr gerne arbeiten“, betont Ciomperlik. Bei der Versammlung werde ein kleiner Fragebogen ausgelegt, um Helfer, Hilfsangebote und Bedarf zu konkretisieren.Es müsse erst eine „Kultur des Helfens und eine Kultur des Hilfeannehmens“ entstehen, so Ciomperlik. Keiner brauche ein schlechtes Gewissen haben, wenn er Hilfe in Anspruch nehme, fügt Rasthofer hinzu. Deshalb müsse der Verein auch immer dran bleiben und sich positiv darstellen, erklären die beiden. Es gebe schon konkrete Anfragen. Die Nachbarschaftshilfe wolle nicht in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen treten, sagt die Gruppensprecherin. Die Zusammenarbeit mit allen Organisationen werde angestrebt. Gegebenenfalls werde man Anfragen auch gerne weitergeben. Über die Krankenkasse wolle man nicht abrechnen. Die Leistungen sollen zwischen fünf und acht Euro pro Stunde kosten, plus Kilometergeld, falls nötig. Der Mitgliedsbeitrag werde bei 20 Euro liegen. Neben vielen aktiven, sind auch fördernde Mitglieder und Sponsoren gefragt. Der gemeinnützige Verein kann auch, so Ciomperlik, Spendenquittungen ausstellen.til

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