Schule und Kultur

Kunstgespräche im Erdinger Museum Franz Xaver Stahl

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Geplant war der Ausflug zum Schuljahresbeginn der 5. Klasse der Mädchenrealschule Hl.Blut als kurze Besichtigung des Museums Franz Xaver Stahl und Aufenthalt mit Picknick und Malen an Staffeleien im Künstlergarten. Dann aber wurden aus dem kurzen Museumsrundgang 90 Minuten Kunstgespräche. Die Schülerinnen waren sehr interessiert an dem Beruf des Tiermalers, den es als Ausbildung an der Kunstakademie München nur bis 1944 gegeben hat. Letzter Lehrer der Tiermalschule war Franz Xaver Stahl. Für sein Leben und seine Person interessierten sich die Mädchen sehr. 

Die Ausbildung an der Tiermalschule der Kunstakademie war sehr anspruchsvoll für junge Malschüler des letzten Jahrhunderts. Nicht nur dass die Studenten nach lebenden Tieren, die ins Klassenzimmer geführt wurden, malen durften, sondern auch die Verpflichtung im Schlachthof und im Tierpark zu malen, beeindruckte die Mädchen. Ein Tiermalschüler musste wie ein Zoologe die Verhaltensweisen, Bewegungen und Anatomie der Tiere studieren.

Franz Xaver Stahl war ein ausgesprochen fleißiger, arbeitsamer Schüler, allerdings malte er in seinem ganzen Leben nie ein Zootier. Er zeichnete sie in flotten Skizzen, weil das sein Lehrer, Professor Heinrich von Zügel, forderte. Ein Ölgemälde eines in Gefangenschaft lebenden Tierpark-Tiers hat Stahl nie gemalt. Er liebte die Bauernhoftiere, die Land- und Nutztiere der heimischen Umgebung. Um sie zu malen fuhr er mit dem Fahrrad im Landkreis umher und suchte die schönen Tiermotive auf Weiden, Wiesen und auf den Bauernhöfen. 

Noch heute gelten die Tiergemälde Franz Xaver Stahls als authentische Dokumente einer lange vergangenen Zeit. Die Schülerinnen wollten viel wissen: Wer hat denn die Tierbilder gekauft? Wie viele Gemälde hat Franz Xaver Stahl in seinem Leben gemalt? Wie teuer waren die Bilder? Warum hat Stahl kaum Porträts gemalt? Nach einer langen Diskussion wollten die Mädchen dann aber bei herrlichem Herbstwetter im Künstlergarten selbst malen. Angeregt vom Gehörten und Gesehenen malten sie Tiere oder fanden im Garten Blumen- und Naturmotive. Viel zu schnell verging dann die Zeit. Als Abschluss gab es für die ganze Klasse die Lieblingssüßigkeit des jungen Franzl Stahl: Zuckerbrot!  - hk

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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