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Landkreis spielt Vorreiterrolle

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Landrat Martin Bayerstorfer (r.) erläuterte das Müllkonzept des Landkreises bei einer Veranstaltung des AKU der CSU. Vorsitzender Heinrich Förster (2.v.r.) hatte ihn dazu eingeladen. © ab

Froh und zuversichtlich darüber, dass der Landkreis in Sachen Abfallwirtschaft eine Vorreiterrolle hat, ist Landrat Martin Bayerstorfer.

Erding – Heinrich Förster, der Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt (AKU) der CSU, nahm eingangs den Film „Little Big Man“ aus dem Jahr 1970 als Aufhänger. „Wenn du an ein Indianerlager kommst, das erste was du mitbekommst, ist der Gestank“, zitierte er daraus Hauptdarsteller Dustin Hoffman. Wenn es zu arg geworden sei, seien die Indianer einfach weitergezogen, der Müll sei verrottet, und es seien wenig Spuren geblieben. Er hatte Bayerstorfer eingeladen, das Müllkonzept im Landkreis zu erläutern. Der holte weit aus, begann mit dem Jahr 1978, als die Abfallwirtschaft an den Landkreis übertragen worden war. Wenn man den Menschen von damals sagen würde, wie es heute funktioniere, wie sensibilisiert die Leute das Thema angehen würden, sie würden es nicht glauben, vermutete Bayerstorfer. Gemeinden hätten damals Sand und Kies benutzt, um Gruben aufzuschütten und den Abfall möglichst störungsfrei abzudecken. Sie hätten das Thema Müll einfach nicht ernst genommen. „Die Städte waren schon weiter“, erinnerte er sich. Seit 1990 ist der Abfall sein Wegbegleiter. Er betonte, wie wichtig es gewesen sei, die Biotonne als ersten Schritt einzuführen. „Wir haben Glück gehabt und vorausschauend gehandelt“, sagte er. Walter Rauscher, einer der Gründerväter des AKU, erinnerte daran, dass das Konzept einst von Rudi Brandl entwickelt worden sei. „So gut wie das Trennen in Erding organisiert ist, ist es kaum anderswo“, sagte der Landrat. Das sei ein super funktionierendes System, das man nicht ändern dürfe. 1978 habe der Landkreis 95.000 Einwohner gezählt, die 65.000 Tonnen Müll verursacht hätten. Heute lebten 130.000 Menschen im Landkreis, aber es seien nur mehr 20.000 Tonnen Abfall. Bayerstorfer plädierte dafür, kein Bundesgesetz überzustülpen, das nicht überall umzusetzen sei, sondern wenn, dann lediglich Standards festzulegen, wie die Trennung zu erfolgen habe. Er bedankte sich beim AKU für zahlreiche Aufklärungsveranstaltungen. Von den 26 Gemeinden hätten inzwischen alle bis auf eine mindestens einen Recyclinghof. 29 davon gibt es insgesamt im Landkreis. Natürlich seien andere Berechnungen unter Umständen gerechter. Aber neue System würden die kostenintensive Anschaffung neuer Tonnen nach sich ziehen. Der Landkreis sei seit mehr als 20 Jahren mit seinen Müllgebühren unter den günstigsten und habe sie seit dem 1. Januar sogar um elf Prozent senken können. Und das, obwohl heuer zweimal pro Jahr der Sperrmüll nach vorheriger Anmeldung kostenlos abgeholt werde. Es wird Buch darüber geführt, wer welche Mengen weggibt. Bis zu zwei Kubikmeter tatsächliche Menge ohne Luftraum werden gebührenfrei entsorgt. Dies berge vor allem auch für ältere immobile Menschen Vorteile. Zwar war der Raum im Gasthaus Mayr-Wirt nicht brechend voll, doch aus den Reihen der Mitglieder kamen viele brauchbare Vorschläge. So will der Landrat prüfen lassen, ob man nicht eine zentrale Problemmüllsammelstelle installieren solle, die immer besetzt sei. Bei der derzeitigen Lösung mit einigen Stunden an bestimmten Tagen wandere dieser Abfall verstärkt in den Restmüll, so ein Einwand. Auch über stabileres Material für die gelben Säcke, die oftmals über Nacht draußen liegen und zerfetzt werden, wird angeblich nachgedacht. Bayerstorfer räumte außerdem mit dem Unsinn auf, sie würden rationiert. Freilich, zehn Rollen bekomme man nicht, aber eine nach wie vor an den bekannten Abholstellen, wenn man sie brauche. Er erklärte auch, dass es sehr wohl sinnvoll sei, Glas getrennt einzuwerfen, denn es werde allen Unkenrufen zum Trotz auch getrennt entsorgt. Eine Anregung aus dem Publikum hat Bayerstorfer ebenfalls aufgenommen, um sie prüfen zu lassen: Eventuell ist es auch möglich, den Sperrmüll nach vorheriger Anmeldung selbst abzuliefern, dann wäre man unabhängig von den vorgegebenen Terminen zweimal pro Jahr.ab

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