Politik

Langenpreisings neue „Grüne“

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Die neue Gruppierung mit (v.li.) Gertraud Steiner, Michael Ehren, Robert Buckenmaier, Toni Wollschläger, Bernhard Lanzinger und Michael Brandt

Die drei Leitgedanken der Gruppierung sind: die Gemeindeentwicklung, die kommunale Demokratie, sowie Finanzen mit nachhaltigem Wirtschaften

Langenpreising – Die neue politische Gruppierung „B90/Die Grünen – Offene Bürgerliste“, die auch zur Kommunalwahl antreten will, stellte sich am Mittwochabend im Gasthaus Oberwirt bei einem Pressegespräch vor. Dazu waren Toni Wollschläger, Michael Brandt, Bernhard Lanzinger, Gertraud Steiner, Robert Buckenmaier und Michael Ehren gekommen. 

Wollschläger sagte, die Gründung eines grünen Ortsverbandes sei nicht vorgesehen. Er war sich dabei aber sicher, dass man die 14 Listenplätze zur Kommunalwahl voll bringen werde.

Die Gruppierung sei dabei nicht parteigebunden und wolle mit einer offenen Liste ins Rennen gehen. Voraussichtlich werde man auch einen Bürgermeisterkandidaten stellen. Die Gruppe informierte über ihre programatischen Leitgedanken, ihre Beweggründe und die angedachte Zukunftsentwicklung. 

Die drei Leitgedanken der Gruppierung sind: die Gemeindeentwicklung, die kommunale Demokratie, sowie Finanzen mit nachhaltigem Wirtschaften. Toni Wollschläger sagte, bei der Gemeindeentwicklung wolle man dafür sorgen, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. 

So wurde in vielen Sitzungen zusammen mit dem Büro Kurz ein Gemeinde-Entwicklungskonzept entwickelt und daran müsste man sich nun endlich auch orientieren und verbindliche Leitlinien machen. Michael Brandt: „Man dürfe diese Leitlinien dann auch nicht ändern, nur weil gerade Jemand anklopfe und etwas Anderes wolle.“ 

Es gelte sich an den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung von maximal 5 ha Flächenverbrauch pro Tag in Bayern zu orientieren, was für Langenpreising 0,4 ha /Jahr bedeute. So seien Schutzgebiete zu erhalten, das heißt keine Logistikhallen im Außenbereich. 

Man wolle im Gewerbegebiet keine Entwicklung wie in anderen Gemeinden wie Langenbach, Berglern oder Moosburg. Es solle ein maßvolles Wachstum mit Betrieben angestrebt werden, die zur Gemeinde passen. In Sachen Wohnbebauung stelle sich die Frage „wie viel Wachstum wollen wir?“ und dabei seien vor allem auch die Folgekosten, wie Schulen, Kindergärten usw. zu beachten. So sollen keine ausufernden Wohngebiete mit Einzelhäusern entstehen.

Die Gemeinde solle so lang wie möglich die Hand auf den Grundstücken haben und nicht einfach nur an Bauträger vergeben. Das heiße weg von der klassischen Vergabepolitik, weg von einseitiger Profitmaximierung. Dazu sollten neue Formen des Bauens wie genossenschaftliches Bauen und Beteiligungen an Wohnbaugesellschaften für bezahlbares Wohnen geprüft werden. 

Zudem gelte es Nachhaltigkeitsregeln bei Energie und Verkehr zu beachten. Vor allem sollte die Gemeinde darauf achten, die wenig vorhandenen Flächen nicht zu verschleudern. Brandt bezeichnete dabei die Leerstände in der Langenpreisinger Ortsmitte als eine Schande. Dann kam Wollschläger zur kommunalen Demokratie. 

Hier müssen anders als bisher grundsätzliche Entwicklungen, langfristige Projekte und entscheidende Änderungen in der Gemeinde offen, transparent unter Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger diskutiert werden. 

Hierbei ist die bayerische Gemeindeordnung grundsätzlich einzuhalten und es dürfe keine rechtswidrigen nichtöffentlichen Diskussionen im Gemeinderat mehr geben. Der Dorfentwicklungsprozess sollte vom Gemeinderat angenommen und gemeinsam mit den Arbeitskreisen lösungsorientiert fortgesetzt werden. 

Bei dem letzten der drei Hauptpunkte, der Finanzen, wurde vor allem nachhaltiges Wirtschaften angemahnt. So wurde der hohe Schuldenstand in der Vergangenheit nicht abgebaut sondern vermehrt. Es müssen hier zukünftig Ansätze gefunden werden, besser zu wirtschaften. 

Das heiße, Folgekosten von Planungen und Entwicklungen zu beachten, bessere Vermarktung von Grundstücken und bessere Nutzung von Fördergeldern. Hier, so Wollschläger, sollte man sich an anderen Gemeinden orientieren, die ohne starkes Wachstum nachhaltige Finanzen aufweisen. Brandt fügte an, dass es bisher nachhaltige Energie fast nur durch Privatinitiative im Ort gebe. 

Es gebe noch viele weitere Punkte, wie Dorfladen, Energieversorgung, Anbindung ÖPNV, zu denen man Stellung beziehen werde. Der nächste Schritt sei nun eine Infoveranstaltung am 26. September um 20 Uhr beim Oberwirt, bei der man weitere Verbündete gewinnen wolle. bs

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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