Geburtstag von Hiasl Maier jährt sich zum 120. Mal

Liebe für Bayern, Heimat und Tradition

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Erdings Oberbürgermeister Max Gotz mit Kunsthistorikerin Dr. Heike Kronseder auf der Hiasl-Maier-Ausstellung 2009 im Frauenkircherl.

Zum Gedenken an den Erdinger Kunstmaler Hiasl Maier-Erding anlässlich seines 120. Geburtstags.

Erding – „Ein Hiasl Maier-Erding wird uns nicht alle Tage geschenkt“ - Dieser Ausspruch stammt von einem Münchener Kunstkritiker der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, der in einer Ausstellung die Qualität der Gemälde des jungen Hiasl beurteilte. Aber auch heute haben die historischen Worte Gültigkeit und gerade am 3. Mai 2014 dachten Bewunderer, Sammler und Kunstfreunde an den Sohn der Stadt Erding, den Hiasl Maier: Am 3. Mai jährte sich heuer sein 120. Geburtstag. Man darf auch nicht vergessen, dass Hiasl Maier seine Geburtsstadt Erding so liebte, dass er den Namen seiner Heimat in seiner Künstlersignatur einbrachte. Ab etwa 1909 signierte er mit „Hiasl Maier-Erding“. Um den in Erding geborenen Maler Hiasl Maier (1894-1933) war es einige Jahre still geworden. 1973 fand in Erding eine große Gedächtnisausstellung statt, der Historische Verein Erding gedachte 2009 mit einer umfangreichen Ausstellung im Frauenkircherl an Hiasl Maier, ab und zu taucht ein Gemälde im Kunsthandel auf, Straßen sind nach dem „Jahrhundertmaler“ benannt und in manchen Museen stößt man auf seine Werke. Am 3. Mai 1894 wurde in Erding Mathias Mair geboren – seine Eltern waren Rosina Mair und ihr zweiter Ehemann Mathias Mair. Im Elternhaus des jungen Hiasl waren bereits fünf Kinder – vier davon aus der ersten Ehe Rosinas mit dem durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommenen Josef Kiermaier. Nach dem Tod der Mutter, übernahm Hiasls geliebte Halbschwester Katharina die Mutterstelle und half bei der Erziehung der Kinder. Sie war es auch, die die Leidenschaft des kleinen Hiasl ,alles zu bemalen was er fand, unterstützte und seine Begabung förderte. Nach dem Besuch in der Werkstagsschule in Erding fasste Hiasl 1907 den Entschluss Maler zu werden – nach dem Willen des Vaters allerdings sollte er das Bäckerhandwerk erlernen. Bei Hans Schöberl in Prien fand man schließlich eine Lehrstelle für den Buben als Dekorationsmaler- Lehrling. In den Ferien und in der Freizeit allerdings malte er nach der Natur – Motive fand er am Chiemsee oder eben bei den Besuchen in Erding. 1911 endete die Lehrzeit und der junge Hiasl hatte sich entschieden Kunstmaler zu werden. Zunächst schrieb er sich an der kgl. Kunstgewerbeschule in München ein, dann im Jahre 1912 bei Prof. Karl Raupp an der Kunstakademie. 1913 übernahm Prof. Angelo Jank die Klasse – mit dem Schüler Maier verstand sich der Lehrer nicht sehr gut, da dieser sich lieber am Chiemsee beim Malen aufhielt als in der Akademie beim Modellzeichnen. 1914 wurde er zum Militär gerufen – Bilder aus dieser Zeit existieren. Schon 1915 wurde Hiasl wegen eines schlecht heilenden Knöchelbruchs ausgemustert. Er nahm den Unterricht an der Akademie wieder auf, besuchte aber nur noch selten die Klasse von Angelo Jank, sondern wandte sich dem Lehrer Carl Becker-Gundahl zu. Es folgte die erste Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins München 1916. Mittlerweile wohnte Hiasl Maier wieder in Prien bei Familie Schöberl und hatte ein Atelier beim Glasermeister Mühleisen angemietet. Die Verkäufe seiner Bilder gingen schleppend; erst nach einigen Porträt-Aufträgen wurde der Name Hiasl Maier-Erding bekannt. Sein größter Bewunderer war der Herzog von Mecklenburg, der ihm auch die Möglichkeit eines Holland-Aufenthaltes verschaffte. Dort wurde er in der Gesellschaft herumgereicht und schrieb nach Hause „... ich glaube, ich werde sehr reich an Kenntnissen und an Geld nach Hause kommen.“ 1919 kehrte er nach Prien zurück. Es folgten auch hier Aufträge für Porträts, zum Beispiel der Auftrag, den damaligen Altbürgermeister Michael Ferstl zu porträtieren. Die Prinzessinnen Clara und Pilar von Bayern nahmen bei Hiasl Maier Unterricht. Am Chiemsee führte Hiasl ein geselliges Leben, saß gerne mit Malerkollegen und einheimischen Bauern zusammen. Gemeinsam erinnerte man sich der Künstlerkolonie Frauenchiemsee und gründete die „Frauenwörther Künstlergruppe“. 1921 wurde die erste Ausstellung der „Frauenwörther“ eröffnet. Hiasl Maier war ein gefragter Maler, ein begnadeter Porträtist, einer mit dem man sich gerne unterhielt – seine tief empfundene Liebe für Bayern, für Heimat und Tradition, seine Geselligkeit, sein Humor, seine Ehrlichkeit und sein überaus großes künstlerisches Können brachte ihm die Freundschaft vieler bedeutender Persönlichkeiten, wie auch der einfachen Bauern am Chiemsee ein – und all diese Vorzüge brachten ihm zahlreiche Aufträge ein. Schließlich machte sich Hiasl Maier auf ein Grundstück zu suchen, um ein eigenes Haus zu bauen. Mit Architekt Strobel, Hiasls Verlobter Lily Wilhelm und vielen Freunden wurde 1932 auf der Klosterwiese bei Gstadt das Richtfest gefeiert. Zu dieser Zeit allerdings klagte Hiasl über Augenprobleme und starkem Unwohlsein. Nach immer stärker werdenden Schmerzen ließ er sich ins Ordenskrankenhaus Nymphenburg einweisen wo man eine ernste Nierenentzündung diagnostizierte. Am 30. April 1933 starb Hiasl Maier. Seine letzte Ruhestätte fand er in Erding auf dem Friedhof St. Paul. Hiasl Maiers Werke können beim Mayr-Wirt besichtigt werden. Viele Bilder, persönliche Gegenstände wie Briefe, Urkunden, Fotografien werden im Hiasl-Maier-Archiv Erding verwahrt und manchmal spielt auch das Schicksal bei der Erforschung eines Malerlebens mit. Die Vorsitzende des Historischen Vereins, Dr. Heike Kronseder machte vor drei Jahren die „...hochinteressante und überaus nette Bekanntschaft“ der Tochter von Hiasls ehemaliger Verlobter Lily. „Wir waren uns sofort sympathisch und viele ganz private Geschichten über die Liebe von Hiasl und Lily, die in keinem Buch stehen, sowie über das Künstlerleben von Hiasl Maier durfte ich erfahren“, schwärmt Heike Kronseder.      (hk)

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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