Das Wetter im Blick

Mai kühl und nass anstatt Wonnemonat? Das will wohl keiner … fast keiner!

Blüten umrahmen See
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Diese Aufnahme entstand am Fischweiher nördlich von Siglfing

Der Erdinger Diplom-Forstwirt und Wetter-Mann Christian König befasst sich mit dem Wetter, das uns erwartet

Erding – Aber: nach einem der kältesten Aprilmonate der vergangenen fast 50 (!) Jahre steht nirgendwo geschrieben, dass damit automatisch der so genannte Wonnemonat auch zu selbigem wird. Das Attribut „Wonnemonat“ entspringt mehr dem Wunsch als der Wirklichkeit; oder besser gesagt: der subjektiven Wahrnehmung, dass sich so oder so alles nach mehr Sonne, Licht und Wärme sehnt, wenn endlich die kalte und nachtbetonte Jahreszeit geschafft ist.

Man stelle sich einfach nur mal folgendem Vergleich: der Sonnenstand in den letzten Apriltagen entspricht rein astronomisch auf dem Kalender der gleichen Zeit etwa Mitte August. Ja, richtig gelesen – Mitte August! Also quasi volle Breitseite Sommerferien, Badewetter, verspätete Hundstage mit 30 bis 35 Grad als Potenzial. Stattdessen haben wir noch bestens die morgendlichen Reifdächer und Gänsehauttiraden im Gedächtnis! Aber die Vögel zwitschern morgens um die Wetter, es wird endlich wieder bunt in den Gärten, an Büschen und Obstbäumen – das Leben kehrt auch in unser Gemüt zurück und schüttet Glückshormone aus. Selbst die tagtäglichen Corona-Zahlen wirken irgendwie nicht mehr so tiefgreifend bedrohlich …

Daher kann der Mai eigentlich gar nicht anders, als zum Wonnemonat gekürt zu werden. Und dieses Jahr erst recht, weil er wettertechnisch kaum ungemütlicher ablaufen kann, als der massiv unterkühlte Vormonat. Die Nächte sind inzwischen einfach zu kurz und die Sonne zieht eine derart hohe Bahn, dass Ihr Energie-Input zumindest tagsüber die Luft stark erwärmen kann.

Doch längst nicht vom Tisch ist dagegen das Schreckensgespenst namens „Spätfrost“. Schließlich haben wir ja auch die klassischen Eisheiligen tief im Wetterkalender eingraviert. Nach den Eskapaden seit Januar 2021 muss man einfach davon ausgehen, dass im Laufe des Monats doch wieder ein empfindlicher Rückschlag mit Morgenfrost drin ist.

So sprechen die längerfristigen Wettermodelle eine eindeutig zweideutige Sprache für unsere Region: Man rechnet einigermaßen durchschnittliche Beträge bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenstunden. Kurzum: es könnte ein ganz normaler Mai werden. Seit Corona wissen wir: es gilt, sich mit „neuen Normalitäten“ anzufreunden. Was das übertragen auf unsere aktuellen jahreszeitlichen Witterungsverläufe, auch immer bedeuten mag. Nichts ist unmöglich, heißt es so schön in einem Werbeslogan.

Warum also zur Abwechslung nicht einfach mal ein durchschnittlicher Mai – mit Sonnenschein, aber zwischendurch auch ausreichend Regen für die sprießende Natur – und die vielen Regentonnen … - Christian König

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