Kunst

Museum Erding bereichert Landesausstellung

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Der spätmittelalterliche Pfarrschatzschrank gehört zu den wertvollsten Objekten des Erdinger Museums. Deutschlandweit gibt es nur noch zwei Exemplare

Ein wertvoller Pfarrschatzschrank und eine Helmbarte auf dem Weg zum Wittelsbacher Schloss Friedberg

Erding – Mit zwei Leihgaben – dem Pfarrschatzschrank aus Reichenkirchen und einer Helmbarte – beteiligt sich das Museum Erding an der diesjährigen bayerischen Landesausstellung über die (alt-)bayerischen Städtegründungen der Wittelsbacher im 13. Jahrhundert. Dazu zählt auch Erding. Das Thema ist also „absolut Erding-relevant“, so Museumsleiter Harald Krause. 

Etwa 150 Leihgaben aus dem In- und Ausland werden bis zur Eröffnung in die Ausstellungsräume gebracht. Das Museum Erding freut sich, unter den Leihgebern zu sein und eines seiner wertvollsten Objekte im Friedberger Schloss zu präsentieren: den so genannten Pfarrschatzschrank aus Reichenkirchen, hergestellt im Spätmittelalter. 

Als Einbaumschrank (aus einem Stück Eichenstamm gefertigt) stand er bis 1948 in der Sakristei der dortigen Kirche St. Michael, um den Kirchenschatz zu verwahren. Nur ein weiterer, ähnlicher Schrank ist in Deutschland (Sachsen) noch erhalten. Die Eiche für das Erdinger Exemplar wurde laut einer Holz-Jahrring-Analyse um 1330 gefällt. Auch eine Helmbarte des 16. Jahrhunderts wird nach Friedberg verliehen. 

Ob sie tatsächlich noch aus der Erdinger Rüstkammer stammt und somit für die Stadtverteidigung vorgesehen war, lässt sich heute jedoch nicht mehr nachweisen. Die vom Haus der bayerischen Geschichte organisierte Schau mit dem Titel „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ beschreibt den Aufstieg der Wittelsbacher, nachdem das aufstrebende Geschlecht mit Otto I. im Jahr 1180 die Herzogswürde über das bayerische Territorium erlangte, obwohl ihre eigenen Besitztümer zu dieser Zeit nicht sehr umfänglich waren. Mit Geschick und einer Portion Glück erlangten die Wittelsbacher in den nachfolgenden Jahrzehnten große Gebietsgewinne und festigten mit zahlreichen Stadt- (und Markt-)Gründungen ihre Macht. 

In nur gut 100 Jahren – von etwa 1200 bis 1300 – entstanden so zahlreiche Städte, zum Teil als Neugründungen (zum Beispiel Landshut 1204), zum Teil direkt bei bereits vorhandenen Altsiedlungen (zum Beispiel Straubing 1218 oder Erding, wohl 1230er Jahre). Die Landesausstellung wird heuer im Wittelsbacher Schloss in Friedberg und im FeuerHaus in Aichach gezeigt und ist täglich bis 8. November von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Corona-bedingt wurde der eigentliche Eröffnungstermin von 28. April auf 10. Juni verschoben - cw

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