Nächtliche Ruhephasen für die Tiere

Die Umgestaltung im Erdinger Stadtpark läuft an Foto: Scharl

Erding – Im Erdinger Stadtpark haben die Bauarbeiten zur Umgestaltung begonnen. Ein Bauzaun umfasst derzeit weite Teile des Parks und ist für die Öffentlichkeit vorübergehend gesperrt. In der ersten Phase des Umbaus stehen Vegetationsarbeiten auf dem Programm. Rund 2,2 Millionen Euro kommen in der ersten Phase auf die Stadt zu. Die Vegetationsarbeiten sind mit Kosten von 1,5 Millionen veranschlagt. Der Spielplatz erhält für knapp 600.000 Euro ein komplett neues Gesicht: ein keltisches Dorf mit Seilbahn, Kletterwand, einem Turm und Ruhehütten wird dort entstehen. Das grüne Klassenzimmer auf dem ehemaligen Mayr-Wirt-Gelände ist mit knapp 130.000 Euro veranschlagt. Das Grundkonzept des ersten Teilabschnittes wurde vergangene Woche im Planungs- und Umweltausschuss einstimmig beschlossen. Von einem „durchaus anspruchsvollem und ansprechendem Kurs“ sprach Jakob Mittermeier (CSU). Natürlich sei es viel Geld, aber „die grüne Lunge der Stadt ist es wert, auf Vordermann gebracht zu werden.“ Kontroversen gab es lediglich im Bezug auf einen der beiden geplanten Türme, die drei Hütten auf dem keltischen Spielplatz und die Beleuchtung im Park. Fraktionsübergreifende Bedenken zeigten die Ausschussmitglieder gegenüber der geplanten Beleuchtung auf allen Hauptwegen. „Eine Beleuchtung des Stadtparks werden wir nicht befürworten“, erklärte Jakob Mittermeier, Fraktionsvorsitzender der CSU. „Der Park sollte lieber in seiner jetzigen Form bestehen bleiben und eine gewisse Ruhephase für die Tiere beeinhalten.“ Innerhalb der SPD-Fraktion sei man sich zunächst uneinig gewesen. „Aus Tierschutzgründen haben wir uns jedoch auch gegen die nächtliche Beleuchtung des Stadtparks geeinigt“, bestätigte Eva Kolenda. Bürgermeister Max Gotz schlug schließlich vor, zumindest Leerrohre anzubringen. So könnten für den Fall einer späteren Umentscheidung kostengünstig Lichter eingesetzt werden. Nicht ganz überzeugt zeigte sich Fraktionssprecher Jakob Mittermeier von der CSU über die drei geplanten Hütten auf dem keltischen Spielplatz. „Vorallem nachts weiß man nicht, was sich in den Hütten abspielt.“ Das Thema Vandalismus könne jedoch an keiner Stelle ausgeschlossen werden, setzte der Bürgermeister dem entgegen. Landschaftsarchitekt Martin Rist konnte die Bedenken der Ausschussmitglieder zerstreuen. Vertagt werden musste jedoch die Frage, ob die Hütten mit einem Reetdach oder wesentlich billigeren Holzschindeln ausgestattet werden. Skeptisch zeigte sich vor allem Petra Bauernfeind (UWE), da ein Reetdach ihrer Meinung nach ­– gerade im Hinblick auf die Folgekosten – wesentlich teurer ausfalle. Ein letztes Projekt des ersten Teilabschnittes, das auf Uneinigkeit in den Fraktionen stieß, ist der Spielturm im grünen Klassenzimmer. Auch hier äußerte Petra Bauernfeind ihren Unmut. „Ursprünglich war eine Sichtbeziehung zwischen den beiden Türmen geplant gewesen. Da diese nun wegfällt, sehen wir die Notwendigkeit eines zweiten Turmes nicht gegeben.“ Schade hingegen fände es Jakob Mittermeier (CSU), wenn der pädagogische Effekt mit dem zweiten Turm wegfalle. „Eben dort können die Kinder außerhalb des Klassenzimmers etwas von der Natur erleben.“ Auch Bürgermeister Max Gotz stellte die erlebnis- und pädagogische Idee allem voran. In einer Einzelabstimmung entschieden sich die Mitglieder schließlich für einen zweiten Turm. Der 15 Meter hohe Turm wird auf dem ehemaligen Mayr-Wirt-Gelände im Zuge des grünen Klassenzimmers verwirklicht. Dadurch sollen Erdinger Kinder in Zukunft die Möglichkeit haben, Unterricht in der freien Natur zu erleben. Nachdem das Grundkonzept im ersten Abschnitt einstimmig beschlossen wurde, könne nun „mit aller Energie und Leidenschaft“ die Umsetzung beginnen, erklärte der Bürgermeister. Es ist geplant, die gesamten Maßnahmen zum Stadtpark Erding von Januar 2012 bis Herbst 2012 umzusetzen. sabs

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