Gadener Feuerwehr

Suche nach neuem Einsatzfahrzeug

Männer vor Feuerwehrfahrzeug
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Christian Schröcker (2.v.l.), Stellvertreter Andreas Urban (re.), stellvertretender Zugführer Andreas Fischer (li.), und Christian Loscher, Zugführer des LZ 4 (3.v.l.) bei der Besichtigung.

Wegen des neuen Baugebiets sucht die Gadener Feuerwehr nach einem neuen Einsatzfahrzeug

Eitting/Gaden- Es geht vorwärts im Dorf am Rande des Viehlasmooses: Mit der Ausweisung des Baugebietes „Gaden-Mitte“ wird nun auch die Freiwillige Feuerwehr Gaden ertüchtigt. Geplant ist ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz, ein LF 20 KatS, mit 1.000 Liter Löschwassertank. Mit einer Auslieferung könnte Mitte/Ende 2022 gerechnet werden. Eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Gaden war dieser Tage unter der Leitung von Eittings Bürgermeister Reinhold Huber beim Löschzug 4 (Rennweg) der Feuerwehr Landshut zu Gast, um sich über deren LF 20 KatS zu informieren.

Von der Feuerwehraxt, über Atemschutzgeräte, Schläuche und Funkgeräte verfügt das LF 20 KatS über alles, was im Einsatz benötigt wird. Mit dieser Ausstattung, einem Löschmittelbehälter mit 1.000 Liter Inhalt und ihrer Geländefähigkeit sind diese Fahrzeuge u.a. zur Waldbrandbekämpfung geeignet. Auch Einsätze im Bereich der Isar, wie sie die Hochwässer der vergangenen Jahre, etwa 2005 und 2013, notwendig machten, könnten von der Gadener Wehr damit abgedeckt werden, genauso wie im Bereich Klimawandel, wo zusätzlich Anforderungen an die Feuerwehr herangetragen werden. Als Löschgruppen-fahrzeug kann das LF 20 KatS eine komplette Löschgruppe in Stärke von einem Gruppenführer und weiteren acht Männern/Frauen zum Einsatzort bringen, notwendig ist dafür ein Führerschein Klasse C, bzw. C und E bei Anhängerbetrieb. Das Fahrzeug ist allradgetrieben. Der noch besseren Geländefähigkeit wegen läuft das LF 20 KatS auch auf der Hinterachse mit Singlebereifung – bei einer Wattiefe von 60 Zentimetern.

„Unser derzeitiges TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug mit entnehmbarer Feuerlöschkreiselpumpe zur Brandbekämpfung) ist Baujahr 1996“, erläuterte Christian Schröcker, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gaden. Die 25 Jahre Einsatz sieht man dem Fahrzeug aufgrund guter Pflege zwar nicht an, aber „seit fünf Jahren ist es zum Austausch zugelassen. Und vor fünf Jahren habe ich deswegen den Austausch auch schon beantragt!“ Jetzt seien weitere Gründe dazugekommen, die eine Ertüchtigung der Gadener Wehr erfordern, so Schröcker: „Wir haben seit Oktober 2019 den Atemschutz. Der ist zwar in unser derzeitiges Fahrzeug integriert, dafür aber nicht typisch.“ Der Hauptgrund jedoch, warum man jetzt „aufrüsten“ muss, ist das Neubaugebiet „Gaden-Mitte“.

Zwischen Kirchpoint und Viehlasweg entsteht derzeit ein Quartier, das mit seinen 40 Häusern im Endausbau an die 300 bis 400 neue Bewohner in die Ortschaft bringen könnte (wir berichteten). Dafür hat das Landratsamt Erding hinsichtlich des abwehrenden Brand- und Gefahrenschutzes ein Löschfahrzeug vorgeschrieben, das im Einsatz mindestens 1.000 Liter Löschwasser mitführen können muss. Darüber hinaus muss es ein Gruppenfahrzeug sein, also neun Personen gleichzeitig transportieren können. Dass die Gemeinde sich für ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz entschieden hat, ist wiederum einem glücklichen Umstand zu verdanken, „wenn wir die Förderung bekommen“, so der Rathauschef.

Das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz hat nämlich zuletzt im Rahmen der Unterstützung der Bundesländer mit Löschgruppenfahrzeugen für den Katastrophenschutz die Firma Rosenbauer beauftragt, mehrere Hundert LS 20 KatS herzustellen, die Zug um Zug an die Bundesländer verteilt werden. Damit sind diese Einsatzfahrzeuge offensichtlich auch für die Feuerwehren preiswerter zu haben, für die expressis verbis kein LF 20 KatS vorgeschrieben ist. „Es geht da um 50.000 bis 60.000 Euro“, weiß Schröcker bei einem Stückpreis von gut dreihunderttausend Euro. Damit dürfte ein LF 20 KatS etwa in der gleichen Preisklasse zu haben sein, wie ein LF 10 das für eine Feuerwehr in der Größe der Gadener Wehr ausreichen würde.

Mit dem LF 20 KatS erhält man ein Fahrzeug mit einer Leistung von z.B. 200 kW (272 PS) und 7.698 ccm Hubraum aus einem Reihen-Sechszylinder. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit dem automatisierten Sechs-Gang-Getriebe bei 100 km/h. Zur Ausrüstung gehören z.B. vier Atemschutzgeräte, ein 1.000-Watt-Flutlichtstrahler, ein Fünf-Kilowatt-Stromerzeuger, eine Steckleiter, ein Bolzenschneider, eine Motorsäge (400 mm), natürlich zahlreiche Schläuche von A bis C, Schaummittelbehälter, eine Tragkraftspritze und vieles mehr. Eine Feuerlöschkreiselpumpe ist fest in dem 13,5 Tonnen schweren Fahrzeug verbaut. Mit dem LF 20 KatS wäre die Gadener Wehr top ausgestattet – nach der alten Volksweisheit: Zu klein gekauft ist schnell! Die Ausschreibung soll noch in der 15. KW über die Bühne gehen. Was dann mit dem jetzigen TSF geschehen soll, ist noch in der Schwebe. „Ich würd´s gerne behalten!“, argumentiert Schröcker, „und zu einem Mannschaftstranporter umbauen.“ Natürlich könnte es auch verkauft werden, der Markt dafür ist da, wie Bürgermeister Reinhard Huber weiß. - lex

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