Fotovortrag

Neujahrstreffen der Ortsgruppe Fraunberg des Landesbund für Vogelschutz (LBV)

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Andreas Hartl zeigt das Laichverhalten von Forellen.

Schlechte Noten für den Lebensraum in und an den bayerischen Gewässern

„Bäche, Flüsse, Lebensadern unserer Heimat“ war am Dienstagabend das Motto im Gemeindezentrum Fraunberg. Der Dorfener Naturfotograf Andreas Hartl zeigte dort im Rahmen des Neujahrstreffens der Ortsgruppe Fraunberg des Landesbund für Vogelschutz (LBV) einen Fotovortrag, der das Leben in und um unsere Bäche zeigte. Mit eindrucksvollen Aufnahmen zeigte er, welche raffinierten Fortpflanzungs- und Überlebensstrategien die Evolution im Laufe der Zeit entwickelt hat und wie reich und bunt das Leben in Gewässern einmal war, bzw. immer noch sein könnte. Die Bedrohungen sind allerdings enorm. Etwa 75 Prozent der heimischen Fischarten stehen auf der Roten Liste. 

Wie Hartl erklärte, ist eine Ursache dafür unter anderem die Gewässerverschmutzung durch die Landwirtschaft. Denn Äcker grenzen oft direkt an Bäche und Flüsse. Dadurch kämen Schmutz und Schadstoffe ins Wasser. Tiere finden deshalb nicht mehr genug Nahrung oder können sich nicht mehr fortpflanzen. Besonders bedroht sind durch die Verschlammung der Gewässerböden vor allem auch Krebse und Muscheln, die es früher so reichhaltig gab, dass sie als Viehfutter verwendet wurden. 

Zum Schutz der heimischen Tiere und Pflanzen findet ab dem 31. Januar das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ statt. Das soll aber nicht nur Bienen, sondern auch viele andere Arten schützen. Schmetterlinge zum Beispiel. Das erklärte Christian Kainz, erster Vorsitzender der LBV Ortsgruppe Fraunberg. Über 70 Prozent aller Fluginsekten seien bereits verschwunden. Das hat wiederum gravierende Auswirkungen auf Vögel, Kleinsäuger, Amphibien und Fische, denn Insekten bilden den Sockel der Nahrungspyramide. So leben nur noch halb so viele Vögel in Bayern wie vor 30 Jahren. Die Bestände des Rebhuhns, einst ein häufig vorkommender Feldvogel, sind um ca. 90 Prozent zurückgegangen. Das Begehren fordert deshalb zum Beispiel Randstreifen an allen Bächen, um die Gewässer vor schädlichen Stoffen des Ackerbaus zu schützen. Außerdem sollen z.B. eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere geschaffen und die ökologische Landwirtschaft massiv ausgebaut werden. Kainz betonte, dass es für viele Arten bereits 5 nach 12 sei und man deshalb so rasch wie möglich ins Handeln kommen müsse. Die Zeit für wohlfeile Absichtserklärungen und Minimalforderungen auf freiwilliger Basis sei längst vorbei, wenn man dem derzeitigen Artensterben noch etwas entgegensetzen will.  - Christian Kainz

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